30.10.2019 - 14:06 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Hochmodernes Schwellenwerk auf Schwandorfer Traditionsgrund

Rail.one eröffnet einen Standort in Schwandorf. 180 000 Meter Bahnschwellen werden hier jährlich produziert. Dazu besteht ein 15-Jahres-Vertrag mit der Deutschen Bahn.

Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Bayern Klaus-Dieter Josel (rechts) übergibt symbolisch den Schlüssel für die neue Produktionshalle an Nishant Mittal, Vorstandsvorsitzender der PCM Rail.one. Das Unternehmen produziert endverankerte Beton-Weichenschwellen.
von Irma Held Kontakt Profil

Als hochrangige geladene Gäste auf dem Gelände des Schwandorfer Schwellenwerks die Eröffnung des neuen Produktionsstandortes feiern, sind die allerersten Spannbeton-Weichenschwellen schon auf dem Weg nach Karlsruhe. Dort werden sie ab 1. November eingebaut. Die Bedeutung des neuen Werks für die PCM Rail.one aus Neumarkt lässt sich schon daran ablesen, dass Vorstandsvorsitzender Nishant Mittal mit einer Delegation aus der Konzernzentrale in Indien am Mittwoch zur symbolischen Schlüsselübergabe angereist ist.

Er spricht von einem zukunftsweisenden Projekt und Bayern als einem der besten Standorte. Rail.one produziert für die Deutsche Bahn AG, die laut Mittal ein hohes internationales Ansehen genießt und eine Referenz für jeden Hersteller ist, endverankerte Weichenschwellen. Nach den Worten des Technischen Leiters Ludwig Friedl bedeutete die Ausschreibung der Bahn für dieses Werk eine Riesenchance, die sich kein zweites Mal bieten würde. "Diese Ausschreibung wollten wir gewinnen." Das Ergebnis sei eines der modernsten Werke für die Herstellung von Beton-Weichenschwellen, das in knapp einem Jahr Bauzeit fertiggestellt wurde.

Die Herausforderung lag Ludwig Friedl zufolge darin, dass Weichenschwellen Unikate seien, also keine Serienfertigung möglich sei, dennoch sei es gelungen den Produktionsprozess zu automatisieren. 180 000 Meter werden in Schwandorf von derzeit 21 Mitarbeitern jährlich hergestellt. Der Halle schließt sich ein Lagerplatz für 20 000 Meter an. Die Deutsche Bahn AG hat mit Rail.one einen Vertrag von 15 Jahren abgeschlossen.

2,6 Millionen Meter Weichenschwellen sollen in diesem Zeitraum ausgeliefert werden, vorrangig für Bayern und Baden-Württemberg. "Das ist ein Siebtel aller Weichen im Netz der DB", sagt deren Konzernbevollmächtigter für Bayern Klaus-Dieter Josel. Damit stelle die Bahn ein sichtbares Signal auf Zukunft. "Durch die Klimadiskussion bekommen wir Rückenwind." Der Vorteil dieser endverankerten Weichenschwellen liege in kürzeren Umrüstzeiten, was der Pünktlichkeit diene.

Bayerns Finanzminister Albert Füracker spricht von einem Festtag für die ganze Oberpfalz. "Rail.one als Traditionsunternehmen macht hier Zukunft." Der Ursprung von Rail.one, das seit 2015 zur indischen PCM Rail.one AG gehört, liegt in den Pfleiderer-Werken in Neumarkt, die 1894 gegründet wurden. Doch Füracker blickt nach vorne und dazu gehören Investitionen in die Infrastruktur und sichere Arbeitsplätze. Er, so Füracker, habe die Vision, Produktion nach Deutschland zurückzuholen, nicht trotz, sondern gerade wegen der modernen Technik.

Landrat Thomas Ebeling erhielt, stellvertretend auch für die Mitarbeiter, viel Lob bei der zügigen Abwicklung der Baugenehmigung. Das Kompliment der guten Zusammenarbeit und Professionalität gibt er zurück.

Oberbürgermeister Andreas Feller erfreut sich daran, dass die Hochtechnologie auf dem Traditionsstandort Schwellenwerk Einzug gehalten habe. Angesichts des ersehnten Ausbaus der Strecke Regensburg-Hof bemerkt er an Klaus-Dieter Josel gewandt: Bitte Gas geben, dass wir viele Weichenschwellen hier verbauen können."

Hochrangige Gäste kamen zur Eröffnung, darunter Vorstandsvorsitzenrder Nishant Mittal (Fünfter von rechts) und Finanzminister Albert Füracker (Sechster von links).
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