17.09.2020 - 16:26 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Helfer mit Herz: Happy-End für Hund Benni

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Was als Fall für den Tierschutz begann, wird zur Herzgeschichte. Hundesenior Benni hat sein Grundstück im Kreis Schwandorf lange nicht mehr verlassen dürfen. Das rief das Veterinäramt auf den Plan. Dann meldeten sich Freiwillige.

Spitz Benni aus dem Landkreis Schwandorf darf bei seinem Frauchen bleiben und, wie der Hund auf dem Bild, wieder Gassi gehen. Ehrenamtliche Helfer holen den Hund zwei Mal täglich für eine Runde ab.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Der kleine Spitz Benni ist ein lebensfroher Hund, wenn auch schon jenseits der zehn. Er ist freundlich, umgänglich und ein Herz und eine Seele mit seiner Besitzerin. Das Problem: Sein Frauchen, eine ältere Dame, die anonym bleiben will, lebt alleine und ist mittlerweile auf den Rollstuhl angewiesen. Gassigehen? Ein Ding der Unmöglichkeit.

Wer diesen Hintergrund nicht kannte, der sah nur Folgendes: Der kleine Spitz ist mit einer Flexileine an der Haustür angebunden- die einzige Möglichkeit für ihn nach draußen zu kommen. Wie Landratsamt-Pressesprecher Hans Prechtl mitteilt, kam es zu einer Anzeige beim Landratsamt, weil Benni dauerhaft angebunden sein soll. Eine Kontrolle bestätigte, dass Benni nicht vom Grundstück kommt. Allerdings wurde dem Veterinärsamt auch deutlich, dass die Besitzerin Benni zumindest einen Auslauf in ihrem Vorgarten ermöglichen wollte. "Das ist eine Dame, für die ihr Hund ihr ein und alles ist", sagt Gabi Hahn, die Vorsitzende des Schwandorfer Tierschutzvereins, zu dem Fall.

Suche nach einer Lösung

Was also tun mit einer alten Dame, die nicht mehr zum Gassigehen in der Lage ist, aber ihren Hund über alles liebt? Wegnehmen? Das wäre wohl sowohl für den kleinen Spitz als auch für sein Frauchen ein harter Schlag gewesen. "Das Veterinärsamt hat auch gesagt, dass sie doch der Frau den Hund nicht wegnehmen können", sagt Hahn. Einen alten Baum verpflanzt man eben nicht und so muste dringend eine andere Lösung her. In Absprache mit dem Landrats- und dem Veterinärsamt startete Hahn einen Facebook-Aufruf, in dem sie Menschen suchte, die ehrenamtlich mit Benni um die Häuser ziehen.

Laut Prechtl musste Hahn nicht lange warten. Eine Frau, die morgens ihr Kind zum Kindergarten bringen muss, hat sich angeboten, danach eine Runde mit Benni zu gehen. Ein junger Mann hat sich Prechtl zufolge ebenfalls bereit erklärt, Benni nach Feierabend ein bisschen Auslauf zu verschaffen.

Durch das Engagement ehrenamtlicher Helfer ist es möglich geworden, dass Benni und sein Frauchen beieinander bleiben dürfen. "Der Tierschutz und das Veterinärsamt haben das bestmögliche Tierwohl im Auge", sagt Hahn. "Das ist hier der Fall." Hahn lobt überdies das Veterinäramt, denn es sei deutlich geworden, dass die Stelle Herz gezeigt und sich um eine konstruktive Lösung bemüht habe. Das Ergebnis sei für Benni und sein Frauchen wirklich ein Segen". Denn die Lösung hat auch für Bennis Frauchen ein großen Pluspunkt. "Jetzt hat sie wieder mehr zwischenmenschlichen Kontakt. Zweimal am Tag kommt jemand, der mit der Dame plaudert", sagt Hahn.

Für Hilfe melden

Die Aktion Benni könnte für den Schwandorfer Tierschutz eine Art Pilotprojekt darstellen. "Eine eigene Hotline wird es dafür nicht geben", räumt Hahn ein. Wer sich aber in einer ähnlichen Lage wie Bennies Frauchen befinde, oder von so einem Fall wisse, der soll sich nicht scheuen, sich mit dem Tierschutz oder dem Veterinärsamt in Verbindung zu setzen. "Wir starten dann einen Aufruf und suchen ehrenamtliche Helfer", sagt Hahn.

Das ist eine Dame, für die ihr Hund ihr ein und alles ist.

Gabi Hahn, Vorsitzende des Schwandorfer Tierschutzvereins

Gabi Hahn, Vorsitzende des Schwandorfer Tierschutzvereins

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