18.07.2021 - 14:26 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Grüne Jugend will für Schwandorf Freibadgutschein für Jugendliche

Nach über einem Jahr voller Entbehrungen speziell für junge Menschen will die Grüne Jugend Schwandorf, dass die Stadt besonders denen ein Angebot macht: freien Eintritt und reservierte Zeitfenster im Freibad.

Das Erlebnisbad soll für Kinder und Jugendliche während der Sommerferien kostenlos sein. Das fordert die Grüne Jugend im Landkreis
von Julian Seiferth Kontakt Profil

Nach über einem Jahr voller Entbehrungen speziell für junge Menschen will die Grüne Jugend Schwandorf, dass die Stadt besonders denen ein Angebot macht: Freier Eintritt und reservierte Zeitfenster im Freibad.

Die Forderung der Grünen Jugend (GJ) im Landkreis Schwandorf ist keine neue: Die Nachwuchs-Grünen wollen freien Eintritt in das städtische Erlebnisbad für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Unter anderem in Bayreuth hatten mehrere Stadtratsfraktionen sich vor einigen Wochen an derselben Idee versucht, ohne Erfolg: Der Stadtrat stimmte mehrheitlich dagegen, eine CSU-Stadträtin verstieg sich zu der sinngemäßen Aussage, man möge die Jugend doch nicht für Selbstverständlichkeiten entlohnen. Nun also der grünjugendliche Vorstoß in Schwandorf.

Der Forderung, die die beiden GJ-Sprecher Benedikt Nößner und Jule Ulrych in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Andreas Feller formulieren, liegt eine recht einfach Beobachtung zugrunde: Kinder und Jugendliche seien in der Pandemiebekämpfung bisher nicht Priorität gewesen. "Schul- und ausbildungspflichtige Minderjährige mussten lange große Opfer bringen", heißt es in dem Brief. "Eine Wertschätzung der nicht wahlberechtigten Bevölkerung unter 18 Jahren gab es meist nur in Wort und nicht in Tat."

Dennoch hätten sich die meisten Jugendlichen an die Beschränkungen gehalten um sich und die Gesellschaft als Ganzes zu schützen. Der kostenlose Freibadeintritt während der Sommerferien soll, so die GJ, die "außerordentlichen Opfer" dieser Generation würdigen. Um auch spontane Besuche zu ermöglichen und den Buchungsvorlauf von drei Tagen umgehen zu können, solle von ein Viertel der Buchungskapazität zwischen 13 und 20 Uhr als "offene Plätze" für unter 18-Jährige freigehalten werden.

Das sei vor allem deshalb nötig, weil das aktuelle, recht unflexible Buchungssystem junge Menschen benachteilige, argumentiert die GJ. Ein mehrere Tage im voraus geplanter Tagesablauf sei für jugendliche sowieso und in der Ferienzeit besonders untypisch. "Durch das aktuelle Buchungssystem bei dem Badeplätze drei Tage im Voraus vergeben werden, sind Kinder und Jugendliche ohne viel Vorplanung aber im Nachteil, denn sie planen ihren Tag oft erst am Morgen desselben." Wie ein Hygienekonzept ohne vorherige Reservierung umsetzbar ist, zeige die Nachbargemeinde Wackersdorf, die spontane jugendgerechte Feriengestaltung ermögliche.

Darüber hinaus habe die Krise von Anfang an besonders Familien mit jungen, womöglich schulpflichtigen Kindern in kleinen Wohnungen betroffen. "Damit die Kinder, die den Lockdown ohne Garten, ohne teure Unterhaltungselektronik und ohne ein eigenes Endgerät zum Homeschooling in geteilten Kinderzimmern verbringen mussten, nicht auch aufgrund weniger Euro Eintritt ins öffentliche Bad weiter zu Hause bleiben müssen, ist der freie Eintritt für alle Kinder ein Schritt für mehr Chancengleichheit", so die GJ. Und: Gerade in Zeiten von immer weniger Schwimmkursen sei das Freibad die sicherste Wasserstelle für junge Menschen. "Wenn dann das Freibad schon Tage im Voraus ausgebucht ist und durch Eintrittsgelder unattraktiver ist, werden viele Kinder und Jugendliche zuhauf an unsere Seen strömen. Dort baden sie zum Großteil ohne eine Badeaufsicht und sind mit den Gefahren natürlicher Gewässer konfrontiert, die sie womöglich noch nicht richtig einschätzen können."

Zusammenfassend sei man sicher, dass kostenloser Eintritt und nicht reservierungspflichtige Plätze für unter 18-Jährige geeignete Maßnahmen sind, um jugendliche Spontanität zu ermöglichen, Kinder aus Familien mit niedrigen Einkommen zu unterstützen und vor allem Sicherheit und Leben der Kinder und Jugendlichen zu schützen.

Die Jugendlichen hätten diese Würdigung verdient, schreibt die GJ ans Rathaus. Dieses hat inzwischen reagiert: Die Grüne Jugend ist für den Donnerstag zu einem Austausch ins Freibad eingeladen.

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