07.08.2020 - 10:58 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Nach Faustschlag doch noch Bewährung

Der Faustschlag eines 27-Jährigen sorgt dafür, dass seinem Kontrahenten in Pfreimd Knochen gebrochen wird. Die Richterin stuft das zwar als gefährliche Körperverletzung ein, entschließt sich aber dennoch, dem Täter Bewährung zu geben.

Das Strafgesetzbuch
von Autor HWOProfil

Der Vorfall auf dem Parkplatz eines Pfreimder Supermarkts ist über zwei Jahre her. Ein heute 27-Jähriger geriet dort aus nichtigem Grund in Streit mit einem Mann. Erst beleidigte er ihn, dann traf ein Faustschlag das Gesicht des Opfers. Er war so wuchtig, dass ein Knochen in Augennähe und das Nasenbein brachen.

Das Verfahren lag lange auf dem Tisch der Justiz. Durch die Erkrankung eines Richters verzögerte sich der Prozess. Nun aber wurde endlich verhandelt. Dabei offenbarte sich: Der im nördlichen Landkreis Schwandorf lebende Angeklagte hatte schon öfter mit den Behörden zu tun. Vornehmlich wegen des Konsums von Betäubungsmitteln. Noch eines wurde deutlich: Der damals erheblich verletzte Mann war als Zeuge nicht erschienen. "Er hat wohl kein Interesse an der Bestrafung des Täters", mutmaßte Richterin Jennifer Jäger.

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"Er hat in seinem Leben einiges geändert", führte Rechtsanwältin Selina Riemer (Amberg) in Bezug auf den Angeklagten ins Feld. Sie zählte auf: "Feste Arbeitsstelle, Teilnahme an ambulanter Drogentherapie, Kümmern um die Familie." Trotzdem drohte dem 27-Jährigen die Inhaftierung. Die Richterin schickte den 27-Jährigen aber dennoch nicht hinter Gitter. "Sie sollen noch eine Chance haben", ließ Jennifer Jäger anklingen und verhängte ein Jahr Freiheitsentzug mit Bewährung. Damit honorierte sie die Bemühungen des Angeklagten, sein Leben in feste und geordnete Bahnen zu lenken. Zur Auflage wurde ihm gemacht, 1000 Euro zu zahlen. Das soll in Raten zu 50 Euro monatlich geschehen. Denn in der familiären Haushaltskasse sieht es, auch allein schon wegen größerer Schulden, nicht allzu rosig aus.

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