16.08.2020 - 12:03 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Entsorgungsprobleme warten auf eine Lösung

MdEP Christian Doleschal kommt zu einem Info-Besuch ins Müllkraftwerk Schwandorf. Er erfährt: Es gibt ungelöste Probleme bei der Kunststoffverwertung.

Oberbürgermeister Andreas Feller, Europaabgeordneter Christian Doleschal und ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll (von links) trafen sich zum Gespräch im Gebäude des Zweckverbandes.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Wenn Theorie und Praxis aufeinander treffen, sollte etwas Gescheites herauskommen", schmunzelte ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll zu Beginn des zweistündigen Gespräches mit dem Oberpfälzer Europaabgeordneten Christian Doleschal, der am Dienstag in Begleitung von Oberbürgermeister Andreas Feller dem Zweckverband Müllverwertung einen Besuch abstattete.

Christian Doleschal (32) ist Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments. Den Platz verdankt der bayerische JU-Vorsitzende den Änderungen der Ausschussbesetzungen nach dem Brexit. Der Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist mit 81 Mitgliedern der größte im Parlament. "Dies zeigt, welchen Stellenwert Umweltfragen auf europäischer Ebene haben", so der CSU-Politiker. Er nennt den Erhalt der biologischen Vielfalt, die Kreislaufwirtschaft, die öffentliche Gesundheit und die Lebensmittelsicherheit, aber auch die Qualität von Wasser und Luft sowie den Einsatz von Chemikalien und Pestiziden als wichtigste Aufgabenbereiche des Umweltausschusses. "80 Prozent der Umweltrechtlinien werden auf europäischer Ebene entschieden, nur 20 Prozent können die Mitgliedsstaaten frei gestalten", macht der Europaabgeordnete die Einflussverhältnisse deutlich.

ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll sprach das Problem der Kunststoffverwertung an und befürchtet einen Mülltourismus ins Ausland, sollte die Entsorgung verteuert werden. Die Absicht des Gesetzgebers, mehr Kunststoffe in den Recyclingprozess zu bekommen, sei zwar verständlich, so Knoll, werde dem Missbrauch aber Tür und Tor öffnen. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes verweist auf illegale Müllexporte nach Polen, die nach einem Großbrand auf einer Deponie vor zwei Jahren ans Tageslicht gekommen waren. 50 000 Tonnen Müll, vor allem Plastikabfälle, brannten lichterloh und führten zu erheblichen Umweltschäden. Ein Viertel dieser Abfälle stammte angeblich aus Deutschland. Die Staatsanwaltschaft hat 36 deutsche Unternehmer im Visier.

Bei der Entsorgung des Klärschlamms wünscht sich Thomas Knoll "eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit". Noch viel "Hirnschmalz" werde bei den Entscheidungsträgern nötig sein, um die anstehenden Entsorgungsprobleme zu lösen, ist der ZMS-Direktor überzeugt.

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