05.07.2021 - 20:16 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Nach drei Jahren Bauzeit: Holz ist Trumpf am Landratsamt Schwandorf

Das Jugendamt des Landkreises Schwandorf hat endlich eine feste Anlaufstelle – den neuen vierstöckigen Anbau des Landratsamtes. Vor über drei Jahren war der Bauantrag an die Stadt Schwandorf gegangen, am Montagabend wurde eröffnet.

Über 20 Gäste kamen zur Einweihung des Landratsamt-Anbaus. Unter anderem waren der katholische Pater Francis Lawrance und der evangelische Diakon Jürgen Weich der Einladung des Landrates gefolgt.
von Julian Seiferth Kontakt Profil

Als vor über drei Jahren der Bauantrag gestellt wurde, waren die Mitarbeiter des Jugendamtes noch über das gesamte Landratsamt verteilt – so beengt und schwer zu organisieren waren die Räumlichkeiten des Landkreises im Jahr 2018. Nach 36 Monaten und Investitionen von über sechs Millionen Euro steht der Anbau schließlich. Am Montagabend wurde das Gebäude mit seinen 74 Büros feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Die Holz-Optik auf der Seite des Haupteingangs mutet klassisch an, moderner wird es auf der Gegenseite: Eine Glasfassade zieren die Wappen der 33 Landkreisgemeinden. In den Fluren und an den Außenwänden dominiert Holz, vor der Witterung geschützt durch Glas, das auch die Temperatur regulieren soll. „Heute würden wir das wohl eher nicht mehr so machen“, sagt der Oberviechtacher Architekt Christian Schönberger bei der Schlüsselübergabe an Landrat Thomas Ebeling in Anspielung auf den globalen Anstieg der Holzpreise.

Jugendamt wieder beieinander

Wer das Gebäude betritt, findet sich zunächst in der Kfz-Zulassungsstelle wieder – praktischerweise direkt neben dem Parkplatz, der auch barrierefrei zu erreichen ist. Die Schalterplätze wurden ihrerseits in kleinen Einzelzimmern untergebracht, der Wartebereich befindet sich vor dem entsprechenden Gang und ist vom Durchgangsverkehr separiert. Einer der Schalter ist darüber hinaus ebenfalls barrierefrei.

In den restlichen drei Stockwerken arbeitet das Jugendamt und wird so wieder zusammengeführt. Zuvor war die Abteilung aufgrund von Platzproblemen über das ganze Haus verteilt. Die neue Lösung sei eine Erleichterung für die Bürger, sagt Michaela Gottmeier, die beim Landratsamt für den Hochbau zuständig ist.

Im Altbau des Landratsamtes wird aktuell der bisherige Großraum der alten Zulassungsstelle zu Büros umgebaut – unter anderen, damit der neue Anbau und der Altbestand auch im Erdgeschoss eine Flurverbindung erhalten. Diese Räumlichkeiten sind nach dem Umbau dann unter anderem ebenso für das Jugendamt vorgesehen, dessen Räume sich im Erdgeschoss des Neubaus an die Büros im Altbau anschließen.

Diakon mahnt zur Geduld

Für göttlichen Beistand hatte sich Landrat Thomas Ebeling Unterstützung geholt. Pater Francis Lawrance bat zwar um Gottes Segen für den Anbau, erinnerte aber auch: „Dieser Segen bedeutet nicht, dass nichts mehr passiert. Er bedeutet, dass wir uns bei Gott geborgen fühlen können.“ Der evangelische Diakon Jürgen Weich verglich die Eröffnung mit dem Aufschlagen einer neuen Buchseite: „Erinnern wir uns an das, was war, und seien wir offen für die neuen Erfahrungen.“ Und: Weich ermahnte die Bürger zur Geduld mit ihren Beamten – und diese ihrerseits zum Verständnis für ihre Mitmenschen.

Schwandorf
Architekt Christian Schönberger (rechts) übergab am Montagabend den symbolischen Schlüssel für den Anbau an Landrat Thomas Ebeling (links).
Hintergrund:

Zahlen und Fakten zum Anbau

  • Generell dominiert Holz das Bild im Anbau.
  • Das Treppenhaus ist mit seinen betonierten Wänden, geöltem Stahl und Oberpfälzer Granit schlicht gehalten.
  • Der viergeschossige Bau hat eine Grundfläche von circa 12,5 Metern Breite und 41,6 Metern Länge.
  • Die Doppelbüros sind in der Regel 20,5 Quadratmeter und die Einzelbüros 13,4 Quadratmeter groß.
  • In den Büros ist jeweils eine Wand weiß und eine Wand als Holzsichtseite gestaltet. Als Bodenbelag wurde ein Kugelgarnteppich gewählt. Beheizt werden die Räume über eine Fußbodenheizung. So können die Büros im Sommer in einem gewissen Maß temperiert werden.
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