10.01.2020 - 08:47 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bistum drängt auf Verkauf des Pfarrzentrums auf dem Schwandorfer Kreuzberg

Die Pfarrei Kreuzberg sieht sich gezwungen, das Pfarrzentrum zu verkaufen. Die Kirchenverwaltung hat deshalb bereits am 12. September einen Brief an die Stadt geschrieben. Eine Antwort steht noch aus.

Der Kreuzberg ist weit mehr als ein Wahrzeichen für Schwandorf. Zur Wallfahrtskirche „Unsere liebe Frau vom Kreuzberg“ pilgern Gläubige aus der ganzen Region.
von Irma Held Kontakt Profil

Die Pfarrei ist in der Zwickmühle. Teile des Pfarrzentrums, zum Beispiel die Gaststätte, sind weitgehend ungenutzt. Andererseits ist die KEB-Kreisgeschäftsstelle dort untergebracht sowie verschiedene Gremien und Einrichtungen, die das pfarrgemeindliche Leben am Laufen halten. Unter anderem probt dort der Kirchenchor. Eine der zwei Wohnungen ist vermietet, für eine zweite gibt es unseren Informationen nach einen Interessenten. Bis Mitte 2019 hielt das Kolping-Bildungswerk auf dem Kreuzberg Kurse ab.

Doch das Bistum Regensburg fordert, dass der Platz für die Zwecke der Pfarrei drastisch kleiner werden muss. Was bedeutet für Sanierungen in der Größenordnung des Pfarrzentrums sind keine Zuschüsse vom Bistum zu erwarten. Darauf nimmt auch das Schreiben an Oberbürgermeister Andreas Feller, das der Redaktion vorliegt, Bezug. Bei Pfarreien bis zu 2000 Katholiken stehen der Kirchenstiftung etwa 450 Quadratmeter zu. Derzeit verfügt die Kreuzberg-Pfarrei über 2683 Quadratmeter.

In dem von Pater Francis Lawrence unterzeichneten Brief mit Datum 12. September 2019 wird der Stadt Schwandorf das Pfarrzentrum angeboten. Verwiesen wird darin auf einen Vertrag vom 26. August 1974. Demnach hat die Stadt den Preis für das Grundstück Kreuzberg 4, auf dem das Pfarrzentrum steht, seinerzeit als Beitrag für die Finanzierung gewährt. Jetzt bietet die Pfarrei eine Rückübertragung des Grundstücks und das Gebäude zum Kauf an.

Das Pfarrzentrum ist zu groß, sagt das Bistum Regensburg. Die Kirchenverwaltung hat es der Stadt angeboten.

Stadt nicht übergehen

Kirchenpfleger Robert Valenti sieht in dem Vertrag eine Art Vorkaufsrecht für die Stadt. "Wir wollten die Stadt jetzt nicht übergehen", sagt er auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Er selbst arbeitet an einer Machbarkeitsstudie, wo und wie die für die Pfarrei benötigten Räume untergebracht werden könnten, zum Beispiel auch im Kloster. Da habe aber der Denkmalschutz mitzureden. Bei Veränderungen an der Anlage sei Fingerspitzengefühl gefragt. Nicht nur Robert Valenti ist daran interessiert, dass der Heilige Berg, der über die Kreisstadt hinaus strahlt, bewahrt wird.

Den Heiligen Berg erhalten

Die Stadt könne das Pfarrzentrum für Schulungszwecke nutzen, im Einvernehmen mit der Stadt könnten auch Einzelveranstaltungen dort stattfinden, Stichwort Bergfest. Robert Valenti ist Realist genug, dass das Thema nicht von heute auf morgen vom Tisch ist. Bis ein Ersatz für das Pfarrzentrum geschaffen sei, könnten Jahre vergehen. Dennoch hofft er auf ein baldiges Ja oder Nein aus dem Rathaus. Dem Kirchenpfleger zufolge soll nicht das Finanzielle an vorderster Stelle stehen, sondern "der Berg in seiner Funktion und Wirkung" .

Die KEB-Kreisgeschäftsstelle hat ihren Sitz auf dem Kreuzberg 4.

In der Jahresabschlusssitzung des Stadtrates im Dezember kam SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schindler auf das Schreiben vom 12. September zu sprechen. Laut Stadtsprecherin Maria Schuierer wurde überlegt, ob die Musikschule dort einziehen könnte. Weitere Prüfungen seien noch am Laufen. Wenn die Stadt eine Immobilie erwerbe, müsse es eine konkrete Nutzung dafür geben, erklärt sie gegenüber Oberpfalz-Medien. Die Musikschule wurde auch von der Pfarrei ins Gespräch gebracht.

Jakob Schötz, Pressesprecher des Bistums, bestätigt: "Die Veräußerung ist das Ziel." Allerdings müsse man "die Bedürfnisse des Wallfahrtsortes und der Pfarrei befriedigen". Zu große oder leerstehende Immobilien seien ein gesamtdiözisanisches Problem. Aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht werde sich das Bistum in den nächsten Jahren von Objekten trennen, stellt Jakob Schötz klar..

 

 

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