20.01.2021 - 10:28 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mit Ampeln gegen schlechte Luft

Frische Luft im Klassenzimmer ist nicht nur in Pandemiezeiten von Vorteil. Die Berufsfachschüler am Krankenhaus St. Barbara in Schwandorf profitieren seit Dezember von Kohlendioxid-Ampeln in den Klassenzimmern.

Lüften in den Klassenräumen am Krankenhaus St. Barbara gilt als wichtige Hilfe, um die Konzentrationsfähigkeit der Schüler zu erhalten.
von Externer BeitragProfil

Wo viele Menschen in einem Raum sind, wird viel ausgeatmet: Pro Nase rund acht bis zehn Liter Luft in der Minute. Die ausgeatmete Luft enthält deshalb neben Kohlendioxid auch winzige Flüssigkeitströpfchen (Aerosole), die aufgrund ihrer geringen Größe für längere Zeit in der Luft schweben können. "Wer über einen größeren Zeitraum schlechte und verbrauchte Luft einatmet, wird müde und verliert deutlich an Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Krankenhaus.

Schon lange vor Corona hatte das Umweltbundesamt demzufolge zu diesem Thema Empfehlungen veröffentlicht. Auf dieser Grundlage hat das Robert Koch-Institut als Corona-Schutzmaßnahmen die AHA-Formel um ein L ergänzt: Abstand halten, Hygieneregeln befolgen, Alltagsmasken tragen und "lüften".

Abhilfe gegen schlechte Luft schafft nur regelmäßiges Zug-Lüften, das oft und gerne vergessen wird. Sogenannte CO2-Ampeln geben einen Hinweis, wenn sich die Luftqualität verschlechtert. Sie messen in Räumen die Konzentration von Kohlendioxid und zeigen an, wann gelüftet werden sollte. Dies übernimmt in den Klassenzimmern der Berufsfachschule am Krankenhaus St. Barbara seit Dezember jeweils eine derartige Ampel. In das etwa 30 Zentimeter große Gerät ist ein Infrarotsensor eingebaut, der kontinuierlich den Kohlendioxid-Gehalt in der Raumluft misst. Sie warnt optisch per Dauerlicht bei zunehmend schlechter werdender Luft und animiert zum regelmäßigen Lüften, ohne den Unterricht zu stören.

Ampeln an mehreren Schulen im Landkreis Schwandorf im Einsatz

Schwandorf

„Im ordnungsgemäßen Betrieb leuchtet die Ampel grün. Steigt der CO2-Gehalt in der Luft auf über 1000 ppm, leuchtet zusätzlich das gelbe Licht auf und man sollte in absehbarer Zeit den Raum lüften", erklärt Markus Scheid, Betriebstechnischer Leiter am Krankenhaus. Erhöhe sich der Wert auf über 2000 ppm, leuchte die Ampel rot. Ab jetzt lasse die Konzentrations- und die Leistungsfähigkeit spürbar nach. "Eine Flucht aus dem Raum ist aber nicht angebracht. Vielmehr sollte der Raum spätestens jetzt gründlich durchlüftet werden“, betont Scheid in der Mitteilung.

Das regelmäßige Lüften könne helfen, potentiell virushaltige Aerosole aus der Raumluft zu entfernen. Die Überwachung der Kohlendioxid-Werte allein könne die Ansteckungsgefahr in Innenräumen jedoch nicht vermeiden. Ein niedriger Wert sei aber ein Indiz für gutes Lüftungsverhalten. Auch nach der Pandemie helfe zielgerichtetes Lüften dabei, schleichende Ermüdungsprozesse im Unterricht zu stoppen und die Konzentrationsfähigkeit der Schüler zu erhalten.

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