11.08.2020 - 16:24 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Akute Waldbrandgefahr: Feuerwehren im Landkreis Schwandorf sind vorbereitet

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Heiß und trocken: Die Waldbrandgefahr steigt. Für den Landkreis Schwandorf galt schon Warnstufe 5, die höchste. Leichte Linderung gibt es zwischendurch. Die Feuerwehren träfe ein Ernstfall nicht unvorbereitet.

Zum Teil galt und gilt für den Landkreis die höchste Waldbrand-Warnstufe. Die Feuerwehr erinnert an Verhaltensregeln, damit es nicht zum Ernstfall kommt, ist aber gerüstet.
von Irma Held Kontakt Profil

Ein Gewitterschauer sorgt kurzzeitig für Entspannung, aber nicht für eine grundlegend andere Situation. „Die Warnstufen ändern sich mehr oder weniger täglich“, sagt Hans-Jürgen Schlosser. Der Sprecher der Feuerwehr Landkreis Schwandorf meint damit die Waldbrandgefahr. Feuerwehr-Verantwortliche beobachten die Lage im Landkreis ganz genau. Bei Schwandorf regne es erfahrungsgemäß weniger, der Osten komme bei den Warnstufen immer etwas besser weg. Es genügt eine Unachtsamkeit, der sprichwörtliche Funke.

"Unbemerkt von der Bevölkerung laufen im Hintergrund Maßnahmen", sagt der Feuerwehr-Sprecher auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Als Beispiel nennt er, dass Landwirte gebeten werden, Güllefässer mit Wasser zu füllen. Das passiere jetzt noch ohne Eingreifen des Katastrophenschutzes. Bauern würden auch bereits Ackerschienen vorbereiten oder an Traktoren hängen. Damit können im Brandfall Schneisen gezogen oder abgebrannte Feldböden schnell umgepflügt werden. Diese alles resultiere aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre, wobei der Landkreis von größeren Bränden bisher verschont geblieben sei. Heuer, erinnert sich Schlosser, habe es Anfang April bereits einen Waldbrand bei Niedermurach gegeben. Zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr waren schon die Luftbeobachter unterwegs. Das tun sie dieser Tage wieder, zum Beispiel im Bereich Nittenau und Maxhütte-Haidhof. Diese Einsätze werden von der Regierung der Oberpfalz angeordnet.

Katastrophe verhindert

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Schlosser lobt das Zusammenspiel zwischen den fliegenden Wächtern und den Löschkräften. Die Luftbeobachter würden ihre festen Routen fliegen, bei Rauchzeichen die Leitstelle informieren und über der Brandstelle kreisen. Die Brandbekämpfung ist für Hans-Jürgen Schlosser eine Kooperation von Mensch und Technik, wobei bisweilen viel Manpower erforderlich sei. Grundsätzlich gelte, es das Feuer möglichst schnell einzufangen. Das gelinge umso besser, wenn Teiche in der Nähe des Brandherdes seien, sonst bedürfe es eines Pendelverkehrs zum Wassernachschub. Alternativ müssten lange Schlauchleitungen verlegt werden.

Der Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes für alle Bundesländer

"Heuer war es sehr ruhig. Wir können nur hoffen, dass es so bleibt." Allerdings sieht er ein erhöhtes Gefahrenpotenzial durch Corona. "Viele Leute verbringen viel Zeit in der Natur, machen Spaziergänge im Wald oder treiben dort Sport." Sein Motto: "Die Natur genießen, aber Vorsicht walten lassen." Eine Unachtsamkeit könne große Folgen haben, weshalb auf Verhaltensregeln verstärkt zu achten sei. Wer Rauch sehe oder rieche, solle nicht zögern, die 112 zu rufen und auch vor Ort zu warten.

Die Natur genießen, aber Vorsicht walten lassen.

Hans-Jürgen Schlosser, Sprecher Feuerwehr Landkreis Schwandorf

Hans-Jürgen Schlosser, Sprecher Feuerwehr Landkreis Schwandorf

Im Blickpunkt:

Die wichtigsten Verhaltensregeln

  • In den Wäldern gilt Rauchverbot vom 1. März bis 31. Oktober
  • Keine Zigarettenkippen wegwerfen
  • Im Wald oder in Waldnähe (bis 100 Meter) kein Feuer entzünden
  • Weggeworfene Glasflaschen, Glasscherben, Folien oder Dosen mit chemischen Substanzen können bei Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung zum Brandherd werden
  • Nicht auf Feld- und Waldwegen mit leicht entzündlichem Untergrund parken
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