03.09.2019 - 17:12 Uhr
Oberpfalz

Schwammerlglück

Auch wenn der Korb fast leer bleibt, ist das Schwammerlsuchen gut fürs Gemüt. In Ruhe durch den Wald zu streifen, wirkt sich positiv auf Herzschlag, Atmung, Körper und Psyche aus.

Wer noch nicht so erfahren ist, holt sich am besten Rat vom Experten. Dann macht Schwammerlsuchen richtig glücklich.
von Autor EWAProfil

"Pilze essen macht satt, Pilze finden zufrieden und Pilze suchen glücklich", schreibt Hans Helmut Hillrichs in seinem Buch "Pilze sammeln". Schließlich tut der Autor nichts lieber, als durch das Unterholz zu streifen und auf Pilzjagd zu gehen. Er beschreibt nur zu schön seinen archaischen Stolz, wenn er wieder zuhause ist: "Ich habe es erneut geschafft, meine Familie mit Nahrung zu versorgen - und fühle mich auch ohne Fell und Keule glücklich wie in der Steinzeit." In einer Zeit, in der unsere Nahrungsbeschaffung meist darin besteht, mal schnell mit dem Auto in den Supermarkt zu fahren, ist diese Art, etwas Essbares zu besorgen, tatsächlich etwas ganz Besonderes. Und sie macht so richtig glücklich.

Seien Sie ehrlich: So eine Schwammerlpfanne, die aus der eigenen Beute besteht, schmeckt doch gleich viel besser. Vorausgesetzt natürlich, Sie haben auch die richtigen Pilze mit nach Hause gebracht. Aber gehen wir einfach mal davon aus, dass Sie sich natürlich vor Ihrer Jagd schlau gemacht haben, so wie sich das gehört. Dass man bestimmte Schwammerlarten besser nicht verzehren sollte, sollte jedem kundigen Pilzesammler ja geläufig sein. Wenn Sie zu denen gehören, die gerade erst damit anfangen, auf Schwammerljagd zu gehen, sollten Sie sich entweder von einem Experten beraten lassen oder sich ein gutes Buch über Pilzsorten zulegen.

Ziehen Sie also am besten Ihre Gummistiefel an, schnappen Sie sich einen Korb und ein Messer, dann kann es eigentlich auch schon losgehen. Wie gesagt: Sind Sie sich noch unsicher, welche Pilze essbar sind und welche nicht, nehmen Sie am besten einen Freund mit, der sich auskennt. Zu zweit macht das Schwammerlsuchen meistens gleich noch mehr Spaß. Ob Waldchampignons, Maronen, Herbsttrompeten, Schopftintlinge oder Pfifferlinge - diese Arten sind alle essbar und eignen sich hervorragend dafür, zu einem lecken Pilzgericht verarbeitet zu werden. Vielleicht haben Sie auch ganz besonders viel Glück und finden einige Steinpilze.

Die "Könige der Waldpilze" mögen es - wie eigentlich fast alle Schwammerl - feucht, deswegen lohnt sich das Suchen oft nach einem nächtlichen Gewitterregen. Wenn es auf Pilzjagd geht, nehmen Sie zusammen mit dem Korb außerdem genügend Ausdauer und Geduld mit. Denn oftmals dauert es seine Zeit, bis man die richtigen Plätze im Unterholz findet. Doch auch dann, wenn der Korb fast leer bleibt, ist das Schwammerlsuchen gut fürs Gemüt. Denn längst ist auch wissenschaftlich erwiesen: In Ruhe durch den Wald zu streifen, wirkt sich positiv auf den Herzschlag, die Atmung, den Körper und die Psyche aus. Der Stress fällt zwischen den Bäumen einfach von uns ab. Worauf warten Sie also noch? Raus ins Grüne, rein ins Schwammerlglück!

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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