14.10.2020 - 18:12 Uhr
SchönseeOberpfalz

Staatsstraße frisst sich durch den Gneis: Ausbau bei Schönsee auf der Zielgeraden

Jetzt wird es knackig. Die Fachleute haben Respekt vor diesem Terrain, wenn sie beim Ausbau der Staatsstraße 2159 zwischen Schönsee und Gaisthal auf die Zielgerade einbiegen. Die Baufirma hält schon mal den großen Meißel bereit.

Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach (links) , der Weidinger Bürgermeister Manfred Dirscherl, sein Schönseer Kollege Reinhard Kreuzer (Zweiter von rechts) sowie Regierungspräsident Axel Bartelt (rechts) und stellvertretende Landrätin Birgit Höcherl erörterten die Fortschritte beim Ausbau der Staatsstraße 2159.
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Ich sehe, hier wird gearbeitet", lobte am Mittwoch Regierungspräsident Axel Bartelt die Fortschritte auf der Baustelle an der Staatsstraße 2159 zwischen Schönsee und Gaisthal. 2,7 Kilometer lang ist die Ausbaulücke, die nun in einem Jahr geschlossen sein soll, rund neun Millionen Euro werden in die bald deutlich breitere Fahrbahn investiert. Gemeinsam mit den Bürgermeistern von Weiding und Schönsee, stellvertretender Landrätin Birgit Höcherl sowie Mitarbeitern der beteiligten Firma und dem Staatlichen Bauamt machte sich der Regierungspräsident ein Bild vom Stand der Bauarbeiten zwei Jahre nach dem Spatenstich.

Heiß ersehnt

"Wir kommen jetzt wirklich auf die Zielgerade", verkündete Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach. Als ausschlaggebend bei der Realisierung des Projekts stufte er die einstimmigen Beschlüsse der Kommunen ein. Auch die Tatsache, dass es keine Klage vom Umweltverband gab, habe hier eine Rolle gespielt. Nicht zuletzt lobte er auch den Rat der stellvertretenden Landrätin und früheren Bürgermeisterin von Schönsee, Birgit Höcherl. "Finger weg vom Radweg", habe sie damals gesagt. Wie sehr der Straßenausbau vor allem von den Unternehmen in der Region herbeigesehnt wurde, betonte Schönsees Bürgermeister Reinhard Kreuzer. "20 Jahre zu spät", seufzte er und berichtete davon wie schwer es war, so manche Warenladung so zu verzurren, dass sie den Transport auf der engen und kurvigen Straße überstand. "Es gab auch ökologische Gründe, warum es nicht schneller voran ging", machte der Bauamtsleiter deutlich und führte als Beispiel den Bilch an, ein Nagetier, das sich nun nach den Rodungsarbeiten auch erst wieder ein neues Terrain suchen muss. Aktuell sei man nun mit der Rodung für den Ausbau fertig, jetzt würden Wurzelstöcke entfernt, der Waldboden werde abgetragen und an der Entwässerung werde gearbeitet. Die Erdarbeiten sollen dann erst im Frühjahr fortgesetzt werden, so lange könne man auch auf eine Vollsperrung beim Straßenausbau verzichten.

"Wir wollen den Ausbau im nächsten Jahr knackig durchziehen", versprach Wasmuth, der sich erleichtert zeigte, dass man mit der Firma Seebauer auch eine Firma beauftragt habe, "die mit Fels umgehen kann". "Wir können hier auch Großgerät vom Steinbruch einsetzen wie den großen Meißel", beruhigte Firmenchef Helmut Seebauer, nachdem auch Weidings Bürgermeister Manfred Dirscherl, sachkundig als Mitarbeiter beim Bauamt, auf den besonders hartnäckigen Gneis hingewiesen hatte.

"Extra" inklusive

"Auch wenn der Himmel heute weint, wir strahlen um die Wette", meinte stellvertretende Landrätin Birigit Höcherl angesichts der enormen Bedeutung dieses Lückenschlusses. Nicht nur für Unternehmen auch als Verbindung zu den Schulen sei der Ausbau wichtig. Ebenso wie ihr Nachfolger im Bürgermeisteramt, Reinhard Kreuzer, freute sie sich über ein "Extra" bei dieser Sache: die Verlängerung des Radwegs Richtung Dietersdorf und Stadlern.Ein weiteres Plus ist laut Kreuzer der Bau der Wasserleitung nach Gaisthal. Er bat die Behördenleiter bei dieser Gelegenheit aber auch, die Straßen Richtung A 6 ins Visier zu nehmen und Verbesserungen im Bereich Eslarn und Pfrentsch in Betracht zu ziehen.

Zumindest für die Staatsstraße 2159 ist inzwischen auch ein Ende der Bauarbeiten in Sicht. "Ein guter Kompromiss", lobte Anlieger Christian Weinfurtner den Ausbau der Staatsstraße und konnte ein Lied davon singen, wie schwierig sich das Rangieren der Lastwagen beim Abbiegen zu seinem Unternehmen bisher gestaltet hatte. "Was lange währt, wird endlich gut", zitierte der Regierungspräsident ein Sprichwort angesichts des vom Bauamt versprochenen Termins für die Freigabe im Oktober/November 2021. "Ich freue mich jetzt schon auf eine schöne Feier unter weiß-blauem Himmel", zeigte sich Bartelt optimistisch und wünschte sich dazu schon mal eine Blaskapelle.

Aktuell sind die Baufahrzeuge auf der Staatsstraße 2159 zwischen Schönsee und Gaisthal noch mit der Beseitigung der Wurzelstöcke beschäftigt, die Rodung ist abgeschlossen.

Wir wollen den Ausbau im nächsten Jahr knackig durchziehen.

Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamts

Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamts

Jetzt geht es beim Ausbau der Staatsstraße zwischen Schönsee und Gaisthal auf die Zielgerade.
Hintergrund:

Dringlicher Lückenschluss

  • Einstufung: Laut Ausbauplan gilt für die Staatsstraße 2159 östlich von Gaisthal die "erste Dringlichkeit"
  • Ausmaß: Es geht um den Ausbau von 2,7 Kilometern auf eine Breite von 6,5 Metern (vorher 5,5 Meter) . Der Radweg ist auf einer Länge von 850 Metern tangiert.
  • Kosten: insgesamt rund 9 Millionen Euro (Bau und Grunderwerb)
  • Besonderheiten: schwieriges Gelände, das eine Felssicherung erfordert, umfangreiche Kompensation für den Eingriff in die Natur, Erhalt von Radweg und Bahn-Viadukt.

Noch bis Ende Oktober rollen auf der A 93 bei Schwandorf die Baumaschinen

Schwandorf
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