15.11.2020 - 16:40 Uhr
SchönseeOberpfalz

Regionalmanager für den östlichen Landkreis Schwandorf stellt sich vor

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Immer mehr Gemeinden erkennen, dass manche Herausforderungen zusammen mit anderen Gemeinden besser zu lösen sind als alleine. Einer, der diesem Zug der Zeit Dampf machen soll, ist Christian Karl - ein Netzwerker mit besonderen Aufgaben.

Christian Karl ist seit einem guten halben Jahr Regionalmanager im östlichen Landkreis. Seinen Dienstsitz hat er in Schönsee, gleich beim doppelköpfigen Nepomuk. Der spielt darauf an, dass man bei der Entwicklung der Region auch das benachbarte Böhmen im Blick haben muss.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Christian Karl (29), ein gebürtiger Schwandorfer mit Studienaufenthalten in Eichstätt und Bonn, wurde vor fünfeinhalb Monaten angestellt als Regionalmanager. Sein Arbeitgeber ist ein Verein mit einem sehr langen und etwas seltsamen Namen: "ILE Brückenland Bayern-Böhmen - Südlicher Oberpfälzer Wald - Český les e.V.".

Wobei ILE für Integrierte Ländliche Entwicklung steht; der Rest des Namens fasst die zwölf Orte im östlichen Landkreis Schwandorf und im südlichen Landkreis Neustadt/WN zusammen, die sich in dem Verein organisiert haben: die beiden Städte Oberviechtach und Schönsee, die zwei Märkte Eslarn (Landkreis Neustadt/WN) und Winklarn, sowie die acht Gemeinden Altendorf, Gleiritsch, Guteneck, Niedermurach, Schwarzach bei Nabburg, Stadlern, Teunz und Weiding. Als ländliche Kommunen hoffen sie, sich auf diese Weise gegenseitig zu ergänzen und gemeinsam ihre Standortqualität steigern.

Prozess mit Synergieeffekt

Die Integrierte Ländliche Entwicklung ist ein Prozess, den diese zwölf Gemeinden anstreben. Ihr gemeinsames Ziel war und ist, Einsparmöglichkeiten und Synergien zu erschließen und Projekte gemeindeübergreifend auszuführen. "Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, das in Tirschenreuth angesiedelt ist, unterstützt dabei die Orte auf der Planungsebene," berichtet Christian Karl.

Die „Bibel“ des Zwölf-Gemeinde-Verbands ist das Integrierte Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK), ein dicker Wälzer von über 160 Seiten. Bei der Umsetzung des ILEK werden die Gemeinden durch einen Umsetzungsbegleiter unterstützt. Hier sind wir wieder bei Christian Karl. Er ist das Bindeglied zwischen den Bürgermeistern und dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, hilft dabei den ILE-Prozess zu steuern, und nicht zuletzt auch Fördermittel und Förderprogramme zu akquirieren.

Hier kann das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) heruntergeladen werden

Bezahlt wird Karl zu großen Teilen vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, mit dem er auch eng zusammenarbeitet. Sein Dienstsitz ist in Schönsee, wo im sanierten Zäch-Stadel gerade neue Büroarbeitsplätze entstehen, von denen einer für den Regionalmanager reserviert ist.

Sein Arbeitgeber, die ILE mit dem langen Namen, besitzt in der Oberpfalz beileibe kein Alleinstellungsmerkmal - "14 von ihnen gibt es in der Region", so Karl. Aber "Brückenland Bayern-Böhmen - Südlicher Oberpfälzer Wald - Český les" ist eine der neueren und soll nach der Anerkennung durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz im Februar 2017 durch die Umsetzungsbegleitung mit Leben gefüllt werden.

Nachfolger in neuer Form

Wer sich ein bisschen in den staatlichen Förderprogrammen und kommunalen Vereinigungen auskennt, für den gilt der Hinweis, dass der ILE-Verbund ein Nachfolger der LAG "Brückenland Bayern Böhmen" ist, was sich auch im Namen des Vereins widerspiegelt. "Das Brückenland," so Karl, "erfüllte nicht mehr die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit als eigenständige Förderregion für europäische Leader-Mittel". Also wurde eine neue Form gesucht und gefunden.

Wenn man die bürokratische Betrachtungsweise beiseite lässt und auf die ersten Ergebnisse der ILE-Arbeit schaut, sieht man in diesem Jahr schon einige ganz praktische Erfolge. So wird zum Beispiel der Gemeinde Stadlern geholfen bei Neugestaltung der Wald- und Naturerlebnisstation am Geotop Hochfels, der Markt Winklarn freut sich über Finanzspritzen bei der Beschaffung von Stühlen und Tischen für den Saal des „Thammer-Hauses“, und der Jugend- und Musik-Club Schönsee, der gerade seine Konzertlokation mit viel Aufwand umgestaltet, braucht ganz dringend einen WC-Container, der auch einem Massenandrang gewachsen ist. Auch dafür gibt es nach einer Prüfung der Projekte durch das Amt für Ländliche Entwicklung bald Geld. Die Liste wäre noch um einige Beispiele zu ergänzen. Gearbeitet wurde in diesem Jahr mit einem Regionalbudget für die ILE Brückenland mit einem Volumen von 100 000 Euro. Das meiste Geld schießt dabei das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz zu, zehn Prozent steuern die Gemeinden bei.

Mit Mitteln des Regionalbudgets grünes Licht für mehrere Projekte

Winklarn

"Aber die ILE ist mehr als das Regionalbudget", versichert Christian Karl. Und auch mehr als der Radlersonntag, den die LAG als Vorgängervereinigung jährlich abgehalten hat und den es auch weiterhin geben soll. Wichtig ist laut Karl, "dass sich die Kommunen besser vernetzen - und diesen Prozess soll die ILE leiten". Für den Regionalmanager heißt das, Ideen zu sammeln, aktuelle Themen zu finden und zu netzwerken. Zwölf Gemeinden hoffen hier auf seine Kreativität und sein Engagement.

Hintergrund:

Integrierte Ländliche Entwicklung

  • Name:
    ILE „Regionalentwicklung Brückenland Bayern-Böhmen – Südlicher Oberpfälzer Wald-Ceský les e.V.“
  • Vorstand:
    ILE-Vorsitzender ist Georg Köppl (Altendorf), seine Stellvertreterin Birgit Höcherl (Schönsee).
  • Entwicklung:
    2017 Übergang von der bisherigen LAG in die neue ILE. Einstellung von Humangeograf Christian Karl ab 1. Juni 2020 als ILE-Regionalmanager und Eintragung des umbenannten Vereins ins Vereinsregister.
  • Förderung:
    Es wird auch 2021 ein Regionalbudget für die ILE Brückenland mit einem Volumen von 100 000 Euro geben. Interessierte Projektträger können schon überlegen, mit welchen Maßnahmen sie im nächsten Jahr ins Antragsverfahren gehen möchten.
Die "ILE Brückenland Bayern-Böhmen - Südlicher Oberpfälzer Wald - Český les e.V." umfasst das Gebiet von zwölf Kommunen im östlichen Landkreis (grün).
Radlersonntag im Schwarzachtal: ein Erbe der ILE-Vorgängerorganisiation LAG, das nicht aufgegeben werden soll.
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