10.12.2019 - 08:09 Uhr
SchönseeOberpfalz

Lichtung für den Straßenverkehr

Diese Schneise geht auf das Konto der Straßenbauer: Stattliche Fichten machen auf der Staatsstraße zwischen Schönsee und Gaisthal Platz für den Verkehr. Bis zum Abtransport der Bäume gilt eine Totalsperrung.

Freie Bahn haben die Autofahrer auf dem Strecke zwischen Gaisthal und Schönsee voraussichtlich erst wieder am Samstag, 14. Dezember, wenn die Rodung beendet ist und das Nutzholz abtransportiert wurde.
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Bislang läuft alles planmäßig", zeigt sich Baudirektor Gottfried Weishäupl zufrieden mit der Baumaßnahme "Staatsstraße 2159". Als Vorbereitung für den Ausbau der Trasse zwischen Schönsee und Gaisthal hat am 5. November die Rodung begonnen. "Inzwischen sind alle betroffenen Bäume gefällt", zieht der für den Bundes- und Staatsstraßenbau im Landkreis Schwandorf zuständige Abteilungsleiter Bilanz. Nun gehe es darum, das Nutzholz abzutransportieren und auch die angefallene Streu zu entfernen. Für diese Arbeiten bleibt die Strecke wie geplant bis einschließlich 13. Dezember gesperrt.

Auch nach Aufhebung der Totalsperrung kann es noch Behinderungen geben. Häckselarbeiten entlang der Strecke und eine provisorische Instandsetzung der Schutzplanken sind nämlich auch noch geplant, weshalb das Tempolimit auf dem betroffenen Abschnitt weiterhin bis 50 Stundenkilometern liegen soll. "Wie schnell wir vorankommen hängt auch vom Wetter ab, aber vor Weihnachten werden wir wohl nicht fertig", schätzt Weishäupl und wirft einen Blick auf das weitere Vorgehen im neuen Jahr. Auch dann stehen noch vereinzelte landschaftspflegerische Maßnahmen an. So soll der "Waldmantel" zur Naturverjüngung etwas gelichtet werden.

Wie schnell wir vorankommen hängt auch vom Wetter ab, aber vor Weihnachten werden wir wohl nicht fertig.

Baudirektor Gottfried Weishäupl

Baudirektor Gottfried Weishäupl

Bevor dann der eigentliche Straßenbau beginnt, haben zunächst die Archäologen freie Bahn auf der Baustelle. Voruntersuchung im Bereich der Ascha stehen dann an, Schwerpunkte sind Muggenthal und Rosenthal. Das Landesamt für Denkmalpflege ist involviert, um nach eventuellen Gebäuderesten von Mühlen oder Glasschleifen Ausschau zu halten, also eher Dokumente aus der jüngeren Geschichte. "Der Oberboden muss dazu besonders schonend abgezogen werden", erklärt der Abteilungsleiter vom Staatlichen Straßenbauamt Amberg-Sulzbach. Eventuell werden dann Funde dokumentiert. Dieses Vorgehen ist eine Auflage aus der Planfeststellung und dürfte nach Einschätzung der Fachleute beim Straßenbauamt keine Auswirkungen auf den weiteren Ausbau haben.

Die "heiße Phase" des Straßenausbaus beginnt dann im Sommer 2020. "Dann wird es auf jeden Fall wieder über einen längeren Zeitraum eine Totalsperrung geben", kündigt Weishäupl an. Dies sei schon deshalb notwendig, weil auch felsiges Areal zu bearbeiten ist, man rechnet dort mit Sprengungen. Immerhin sind die Verkehrsteilnehmer auf der Staatsstraße 2159 dann bereits mit der Umleitung vertraut.

"Da scheint es keine Probleme gegeben zu haben", meint der Baudirektor nach dieser ersten "Testphase". Als besonderen Service hat der Staat auf der Ausweichstrecke den Winterdienst übernommen. Die Route führt ab Lind bzw. Schönsee über die Staatsstraße 2160 mit Pirkhof, Plechhammer und Pullenried sowie über die Kreisstraße SAD 44 mit Unterlangau und Schwand.

Bis das 2,7 Kilometer lange Teilstück fertig ist, wird mehr als ein Jahr vergehen. Das Staatliche Bauamt peilt für 2021 an, die Straße zumindest "provisorisch unter Verkehr zu nehmen", 2022 sollen noch Restarbeiten erfolgen. Die Gesamtkosten für den Ausbau zwischen Gaisthal und Schönsee werden auf rund 8,9 Millionen Euro geschätzt.

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