14.05.2021 - 17:20 Uhr
SchönseeOberpfalz

Felssicherung im harten Schönseer Granit

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Beim Staatsstraßenausbau in Schönsee sind die Felssicherungs-Spezialisten aus Österreich eingetroffen. Drei Meter tief treiben sie die Bohrlafette für die Befestigungsanker in den Granit. Danach übernimmt wieder der Sprengmeister.

An der Staatsstraße 2159 zwischen Gaisthal und Schönsee wird die nächsten Monate an den Felswänden entlang der neuen Fahrbahntrasse gearbeitet. Sprengungen und Felssicherungen wechseln sich ab. Ein Teil des Felsentors im Muggenthal (Bild) wird Stück für Stück abgetragen.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Die Arbeiten an der Staatsstraße 2159 zwischen Gaisthal und Schönsee gehen voran. Von 7 bis 17.30 Uhr sind die drei Muldenkipper der Tiefbaufirma Seebauer aus Schwarzhofen mit jeweils rund 30 Kubikmeter Gestein unterwegs. In der Felswand, die sich vom Rosenhof bis hinauf ins Muggenthal zieht, laufen zur Lockerung des Felsgesteins schon seit Mitte März die Sprengarbeiten.

Weißer Rauch

Mittlerweile sind auch die Spezialisten für die Felssicherung von der Firma Kaim eingetroffen. Etwa zweieinhalb Monate lang werden sie auf dem ständig sinkenden Felsplateau – im Wechsel mit dem Sprengmeister – an der Böschung oberhalb der neuen Straßentrasse zu tun haben. Die Bohrlafette wird mit schwerem Gerät drei Meter tief in den Fels getrieben. Weißer Rauch und ein ohrenbetäubender Lärm ziehen die bewaldete Felswand entlang. „Ziemlich harter Granit“, meint einer der Arbeiter. In den Bohrlöchern verankern sie Eisenstangen, an denen später das Drahtgeflecht zur Hangsicherung befestigt wird. Überwiegend wird die österreichische Firma mit Niederlassung in Passau zur Steinschlagsicherung, zu Lawinenverbauungen und zur Böschungssicherung im Gebirge angefordert. Auch im Schönseer Land geht es darum, nach Fertigstellung der neuen Staatsstraße einen möglichen Steinschlag zu verhindern.

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Schönsee

Plätze tauschen

Hoch über der alten Straße im Tal der Ascha lagern Eisenstangen und Befestigungsmaterial auf dem Felsvorsprung. "Der Felsen muss hier noch um 13 Meter abgetragen werden", informiert Matthias Vogl, Bauleiter der Firma Seebauer. Er erklärt, dass die Sprengung abschnittsweise erfolgt, damit die Felssicherung in idealer Höhe ausgeführt werden kann. Aber nicht nur diese Spezialisten tauschen immer wieder ihren Platz. "Es ist auf der gesamten Trasse etwas los", erklärt Vogl beim Ortstermin mit der Oberpfalz-Medien-Redaktion.

Unten am Rosenhof wird aktuell die Erdplanie hergestellt. "Darauf kommen noch 80 Zentimeter", betont der Bauleiter, "60 Zentimeter Frostschutz und 20 Zentimeter Asphalt". Im Rosenthal werden Tunnels für Amphibien und den Agnesbach gesetzt und die von der Sprengung eingebauten Steine mit der Walze verdichtet. Oben beim Felsentor im Muggenthal warten die nächsten Bohrlöcher darauf, mit Sprengstoff befüllt zu werden.

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Schönsee

"Es ist auf der gesamten Trasse etwas los."

Bauleiter Matthias Vogl

Bauleiter Matthias Vogl

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