06.05.2021 - 19:11 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Zweite Absage für "Das Wirtshaus im Spessart" auf dem Buchberg

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Zum zweiten Mal muss die Freilichtbühne am Buchberg wegen Corona "Das Wirtshaus im Spessart" absagen. Aber sie tüftelt an Ersatz. Wie wär's mit dem Mackie-Messer-Song in einer Spelunke? Und danach Feuerzangenbowle im Kaminzimmer?

Schon im Jahr 2010 waren die Räuber auf dem Buchberg, damals beim „Bayerischen Hiasl“. Jetzt sollten sie wieder dorthin zurückkehren, diesmal ins „Wirtshaus im Spessart“. Aber daraus wird nichts, wegen der Pandemie.
von Heike Unger Kontakt Profil

Noch sind es nur erste Ideen, die die Macher an der Spitze der Freilichtbühne am Buchberg gerade sammeln, um dann zu schauen, was sich davon umsetzen lässt. Corona führt weiter Regie am Buchberg. Deshalb kann sich der Schnaittenbacher Theaterverein um ErstenVorsitzenden Thomas Reiß, Spielleiter Stefan Reindl und Zweite Vorsitzende Kerstin Donhauser momentan noch nicht festlegen, was er seinem Publikum heuer bieten kann. Und wann. Fest steht allerdings: "Das Wirtshaus im Spessart" können die Schnaittenbacher auch in diesem Jahr nicht auf die Freilichtbühne am Buchberg bringen.

Damit wurde dieses Stück schon zum zweiten Mal abgesagt. Denn eigentlich wollte es die Buchbergbühne schon im vergangenen Jahr präsentieren. Dann kam Corona – und das "Wirtshaus im Spessart" wurde auf 2021 verschoben. Doch jetzt ist das Virus immer noch da. Und auch wenn sich die Pandemie-Situation gerade zumindest etwas zu bessern scheint und die Impfkampagne Fahrt aufnimmt, bleibt die Lage doch unsicher. Zu unsicher, um jetzt eine aufwendige Theater-Inszenierung anzupacken, die dann vielleicht doch abgesagt werden müsste. Ganz abgesehen davon, dass der Theaterverein wegen der Corona-Vorschriften momentan gar nicht proben dürfte. Dabei wäre es längst höchste Zeit, an den Szenen zu feilen: Im April beginnen sonst immer die Proben auf dem Buchberg, denn die großen Stücke, die hier zu sehen sind, brauchen einiges an Vorlaufzeit.

Ein Blick zurück: Freilichtbühne am Buchberg spielt "Anatevka"

Schnaittenbach

Unsichere Vorzeichen

Also erneut schlechte oder zumindest unsichere Vorzeichen. Weshalb die Buchbergbühne beschlossen hat, "Das Wirtshaus im Spessart" erneut abzusagen. Schweren Herzens, wie Spielleiter Stefan Reindl sagt: Er weiß natürlich, dass die Stammgäste der Buchbergbühne sehnlichst auf den Neustart nach der Pandemie warten. Dem Theaterverein selbst geht es genauso. Insbesondere, weil er heuer eigentlich ein Doppel-Jubiläum feiern wollte: Seit 30 Jahren spielt die Schnaittenbacher Truppe Theater, seit 25 Jahren in Freilicht-Inszenierungen.

Wer schon Karten fürs "Wirtshaus im Spessart" hatte, hat, wenn er sie online gekauft hat, vom Ticketservice schon die offizielle Absage bekommen. Grundsätzlich gilt: Wer nicht noch ein Jahr auf das "Wirtshaus" warten will, kann seine Tickets bis Ende Mai zurückgeben, wo er sie gekauft hat, und bekommt sein Geld zurück. Damit bekämen all jene eine Chance, die bislang keine Karten bekommen haben, denn zurückgegeben Tickets wandern wieder in den Vorverkauf (Info: www.buchbergbuehne.de). Vergangenes Jahr kamen rund 20 Eintrittskarten zurück, die dann fast alle sofort neue Abnehmer fanden. Wer seine Karten behalten will, muss nichts unternehmen, sondern sich nur die neuen Aufführungstermine merken (Infokasten unten).

Tüfteln am "Alternativprogramm"

Ganz sang- und klanglos soll das Jubiläumsjahr der Freilichtbühne aber trotzdem nicht vorübergehen. Thomas Reiß und seine Kollegen tüfteln an "einem kleinen Alternativprogramm". Die Schnaittenbacher suchen nach Wegen, "den Draht zu den Zuschauern" gespannt zu halten, wie es Stefan Reindl formuliert. So entstand die Idee der "Theatertour". Die ist noch nicht zu Ende gedacht, spielt aber mit dem Gedanken, kleine Szenen aus Stücken, die die Freilichtbühne schon einmal präsentiert hat, an ungewöhnlichen Orten in Schnaittenbach noch einmal zu spielen. Auch kurze, inszenierte Lese-Texte, zum Beispiel von Karl Valentin, wären ebenfalls denkbar. Natürlich an passenden, ungewöhnlichen Theater-Orten. Stefan Reindl lässt die Gedanken tanzen: Ein Hotelzimmer, eine alte Spelunke, ein Kaminzimmer, eine Sandgrube ...

"Theatertour" heißt das Konzept, weil die Zuschauer dabei auf eine Tour durch Schnaittenbach gehen, also von einem zum nächsten Spielort. An jedem davon zeigt ein kleines Grüppchen der Buchbergbühne eine Szene mit Pausen mehrfach hintereinander, damit angesichts begrenzter Plätze im Wechsel möglichst viele Zuschauer kommen können. Die entscheiden selber, was sie sehen wollen, wann und in welcher Reihenfolge – und ob sie zwischendurch vielleicht ein Lokal besuchen wollen. Darauf hofft die Buchbergbühne nämlich auch: Dass auch einige Gastwirte in Schnaittenbach mitmachen und ihre Lokale zur "Theatertour" öffnen, wenn es die Pandemie bis dahin erlaubt.

Kino am Buchberg

Terminlich festlegen kann sich die Freilichtbühne jetzt noch nicht, sie denkt aber an ein Wochenende im Juli/August und an zehn, maximal zwölf Spielorte. Und "so viel wie möglich draußen", wie Reindl sagt – ein bisschen "Freilichtbühne" soll halt doch sein. Und selbst wenn diese Idee nicht realisierbar sein sollte, gibt es noch eine andere: Ein Freilicht-Filmabend auf dem Buchberg. Dabei könnte man vielleicht "Best of"-Szenen der vergangenen Theater-Jahre noch einmal auf einer großen Leinwand unter dem nächtlichen Himmel zeigen – vielleicht launig kommentiert von Mitgliedern des Ensembles, die dabei ein paar Einblicke hinter die Kulissen geben. Vielleicht verraten sie dann ja auch, was in den Bierkrügen drin ist, wenn wieder mal eine Wirtshaus-Szene auf der Buchbergbühne spielt. Oder wie Rudolph Moshammers Hündchen Daisy zu einem Auftritt in der Dracula-Komödie gekommen ist.

Im Blickpunkt:

Gekaufte Tickets bleiben gültig mit neuem Termin

Wer schon Karten für "Das Wirtshaus im Spessart" gekauft hat und diese nicht zurückgeben will, kann sie einfach behalten und muss sonst nichts tun: Die Freilichtbühne am Buchberg plant, die jetzt zum zweiten Mal abgesagten Vorstellungen vom "Wirtshaus im Spessart" im nächsten Jahr nachzuholen. Bereits gekaufte Tickets gelten dann automatisch für den neuen Termin (Uhrzeit ändert sich nicht):

  • Ursprünglich geplante Aufführung Samstag, 23. Mai 2020, zunächst verschoben auf Sonntag, 23. Mai 2021, jetzt neuer Termin: Samstag, 21. Mai, 2022
  • Ursprünglich geplante Aufführung Sonntag, 24. Mai 2020, zunächst verschoben auf Montag, 24. Mai 2021, jetzt neuer Termin Sonntag, 22. Mai 2022
  • Ursprünglich geplante Aufführung Samstag, 30. Mai 2020, zunächst verschoben auf Freitag, 28. Mai 2021, jetzt neuer Termin Donnerstag, 26. Mai 2022 (Fronleichnam)
  • Ursprünglich geplante Aufführung Sonntag, 31. Mai 2020, zunächst verschoben auf Sonntag, 30. Mai 2021, jetzt neuer Termin Freitag, 27. Mai 2022
  • Ursprünglich geplante Aufführung Montag, 1. Juni 2020, zunächst verschoben auf Donnerstag, 3. Juni 2021, jetzt neuer Termin Sonntag, 29. Mai 2022
  • Ursprünglich geplante Aufführung Freitag, 5. Juni 2020, zunächst verschoben auf Freitag, 4. Juni 2021, jetzt neuer Termin Samstag, 4. Juni 2022
  • Ursprünglich geplante Aufführung Samstag, 6. Juni 2020, zunächst verschoben auf Samstag, 5. Juni 2021, jetzt neuer Termin Sonntag, 5. Juni 2022 (Pfingstsonntag)

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