05.05.2021 - 17:36 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

TuS Schnaittenbach macht's vor: So klappt's mit der neuen Heizung fürs Vereinsheim

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Vom Papierkram sollte man sich nicht bremsen lassen, sagt Gerald Dagner. Der Vorsitzende des TuS Schnaittenbach ermuntert Vereine, die gute Förderung zu nutzen. Sein Verein tut das. Und bekommt so eine neue Heizungsanlage.

Die Vorsitzenden des TuS Schnaittenbach, Gerald Dagner und Kerstin Maunz, im Keller vor einem Teil der neuen Pellets-Heizanlage.
von Heike Unger Kontakt Profil

Natürlich gehört jede Menge Papierkram dazu. Und ja, das kostet einiges an Zeit und auch Nerven. Aber dadurch sollte man sich nicht abschrecken lassen, sagt Gerald Dagner, Vorsitzender des TuS-Schnaittenbach. Er hat sich durchgebissen, alle Hebel in Bewegung gesetzt und verschiedene Fördermöglichkeiten ausgeschöpft: Jetzt bekommt sein Verein eine nagelneue Pellets-Heizungsanlage und einen Ausbau seiner Warmwasser-Solaranlage auf die doppelte Größe. 150.000 Euro kostet das insgesamt, doch der Verein selbst muss davon aber nur 30.000 Euro selber zahlen. Und er hat sogar noch Luft, um seinen Fußballplatz mit einer wassersparenden Beregnungsanlage auszustatten.

Gerald Dagner erzählt mit großer Begeisterung von diesen Projekten, die sich der Verein ohne die Finanzhilfen nie hätte leisten können, wie er unumwunden zugibt. Es hat also nur geklappt, weil es gerade sehr viel Fördergeld gebe: Dagner wünscht sich, dass auch andere Vereine in der Region diese Chance auch nutzen, um ihre Immobilien und Einrichtungen auf Vordermann zu bringen. Und zwar gerade jetzt, in Coronazeiten. Denn noch bis Ende dieses Jahres seien die Förderungen besonders hoch, weiß Dagner, der inzwischen ein echter Experte in Sachen Finanztöpfe geworden ist. Weil der TuS frühzeitig zugegriffen hat, passt es bei ihm auch perfekt, dass er die Zeit, in der der Vereinssport von der Pandemie ausgebremst wird, für seine Bauarbeiten nutzen kann.

Es geht ums Geld: Tus Schnaittenbach tagt mit Corona-Sondergenehmigung

Schnaittenbach

Neue Heizung ist schon eingebaut

Zusammen mit seiner Stellvertreterin Kerstin Maunz erzählt Gerald Dagner im Keller des TuS-Vereinsheims davon, wie der rund 860 Mitglieder starke Verein sich seinen Traum von der neuen Heizung samt erweiterter Solar- und Platzberegnungsanlage erfüllt hat. Die neue Heizung ist schon eingebaut. Dagner zeigt stolz auf die Anlage, Kessel, Brenner, die vielen Rohre, die Elektrik, Steuerung, den großen Pufferspeicher. Nebenan im ehemaligen Heizöltankraum entsteht der Pellets-Speicher. Der Verein hat sich für diese Art von Heizanlage entschieden – weil sie umweltfreundlicher als Öl-Betrieb sei, weil Gas wegen nicht geförderter und damit unerschwinglicher Zuleitungen oder zu großer Auflagen (Flüssiggastank) nicht in Frage gekommen sei. "Hackschnitzel wären noch günstiger gewesen", sagt Dagner. Aber die Pellets-Lieferung sei besser und zuverlässiger, meint er.

Dass der Verein dringend eine neue Heizung braucht, sei schon geraume Zeit klar gewesen, berichtet Dagner. Wäre die alte Anlage, Baujahr 1988, ausgefallen, hätte der TuS ein Problem gehabt. Und teuere Reparaturen zahlen müssen. Der "Supergau" wäre es gewesen, wenn der Kaminkehrer die Anlage wegen ihres Alters hätte stillegen müssen. Auch das war zuletzt eine Art Damoklesschwert. Ein echtes Problem hatte der Verein aber auch so schon: Das warme Wasser im Sportheim reichte schon lang nicht mehr, der Speicher war zu klein. Folge: Wenn die Fußballer und die Gastmannschaft nach einem Heimspiel geduscht hatten, war für nachfolgende Sportler, etwa aus der Tennis- oder der Volleyballsparte, kein warmes Wasser mehr da, wie Kerstin Maunz erzählt. Sie freut sich, dass dieses Problem jetzt erledigt ist.

Verein hat gespart

Weil die alte Heizung schon länger ein Unsicherheitsfaktor war, hatte der TuS schon vor vier, fünf Jahren angefangen, Geld für eine neue Anlage zur Seite zu legen – jährlich 5000 Euro als Rücklage. Damit kann er jetzt seinen Eigenanteil bestreiten. Dazu kommen Förderungen vom Freistaat, vom bayerischenLandes-Sportverband und von der Stadt Schnaittenbach. Weil letztere laut Dagner als finanzschwache Kommune eingestuft ist, gibt es hier höhere Zuschüsse, von denen der Sportverein profitiere. Dagner empfiehlt allen Vereinen, diese Töpfe anzuzapfen, auch die Kommune: "Es ist ganz wichtig, bei der Gemeinde anzuklopfen – auch in Coronazeiten." Dagner verweist auf ein gewichtiges Pfund, mit dem Vereine wuchern könnten: "Was wir hier eigentlich machen, nämlich Sozialarbeit für die Gemeinde, das ist enorm."

Noch einen Tipp hat er parat: Auf die örtlichen Handwerker zugehen. Und zwar rechtzeitig, denn die seien derzeit ziemlich ausgebucht. Aber sie seien verlässliche Partner, die mit sich reden lassen, wenn es um den Verein im Heimatort gehe, ist Dagners Erfahrung. Eine weitere hat er gemacht: Ja, der Förderdschungel ist nicht leicht zu durchschauen. "Ich hab auch nicht gewusst, wie das System funktioniert", gibt Dagner zu: "Man muss sich einfach durch den Wust durcharbeiten." Das koste Zeit, rentiere sich am Ende aber: Von den Gesamtkosten von 150.000 Euro für die neue Heizanlage und die Aufrüstung der Solaranlage auf dem Sportheim-Dach bestreitet der Verein 120.000 Euro über Förderungen.

Umweltschutz im Sport

Einen Kredit braucht der TuS nur, weil er die Fördergelder vorfinanzieren muss. Durch niedrige Zinsen und die Möglichkeit flexibler Rückzahlungen sei diese Belastung aber gering. Sogar ein weiteres Projekt kann sich der Verein noch leisten, auch, weil er hier viel Eigenleistung einbringen kann: Er bekommt mit 50-prozentiger Förderung eine Bergnungsanlage für für 29.000 Euro für seinen Fußballplatz. Diese wird den Wasserverbrauch um 65 Prozent senken. "Umweltschutz ist ein ganz großes Thema im Sport", sagt Dagner – ein gutes Argument, hier etwas zu tun, meint er. Ende des Monats soll die Platz-Beregnung fertig sein. Und weil der Sport noch in Corona-Zwangspause ist, beeinträchtigt das, wie auch der Heizungsbau, weder Training- noch Spielbetrieb. In diesem Punkt ist die Pandemie für den TuS sogar ein Glücksfall

"Mit geht's darum, andere Vereine zu motivieren: Macht's was!", sagt Dagner, als er die Tür zum Heizungskeller zusperrt. Investieren bedeute schließlich auch, einen Verein fit für die Zukunft zu machen. "Ein Vorstand muss nach vorn schauen und die Zeichen der Zeit erkennen. Und er muss Gelegenheiten wie eine gute Förderung am Schopf packen: Geld ist da, man muss es nur beantragen", lautet sein Fazit. Er ist gern bereit, sein Wissen darüber mit anderen zu teilen.

Gerald Dagner, Erster Vorsitzender des TuS Schnaittenbach.
Kerstin Maunz, Zweite Vorsitzende des TuS Schnaittenbach.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.