08.01.2021 - 10:13 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Granitstein in Schnaittenbach weist auf Längengrad hin

Schnaittenbach liegt nicht nur am Fuß des Naabgebirges, an der Westpforte des Oberpfälzer und Bayerischen Waldes sowie an der "Verbotenen Goldenen Straße" Nürnberg–Prag. Durch die Stadt führt auch der Meridian zwölf Grad östlicher Länge.

In der Grünanlage in der Kick-Rasel-Straße in Schnaittenbach steht der Meridian-Hinweisstein auf den zwölften östlichen Längengrad, der mitten durch Schnaittenbach verläuft.
von Autor SHProfil

Der Erdball ist in Längen- und Breitengrade eingeteilt. Längengrade, und davon gibt es insgesamt 360 Stück, sind Linien, die vom Nord- zum Südpol verlaufen. Dass ein solcher Längengrad mitten durch die Stadt verläuft, war bis vor 28 Jahren der Bevölkerung nicht bekannt. Und auch heute ist diese Besonderheit vielen Schnaittenbachern nicht geläufig. Buchbergfreund Ernst Daiber aus Nürnberg ist das Bekanntwerden dieser kleinen Sensation zu verdanken. Daiber, der damals in verantwortungsvoller Position bei der Kaolinfirma Eduard Kick in Schnaittenbach beschäftigt war, erfuhr damals zufällig von einem Lehrer des Max-Reger-Gymnasiums in Weiden, dass der zwölfte östliche Längengrad mitten durch Schnaittenbach führt. Der genaue Verlauf war ihm jedoch nicht bekannt, so dass er an die Stadt herantrat mit dem Wunsch, diesbezüglich Nachforschungen anzustellen. Die Stadtverwaltung wandte sich an das hierfür zuständige Vermessungsamt Amberg. Nach umfangreichen Recherchen wurde die Behörde fündig: Der zwölfte östliche Längengrad verläuft etwa im Bereich der Kick-Rasel-Straße.

Ernst Daiber, der sich der Stadt besonders verbunden fühlte und als heimattreu bekannt war, regte an, die seltene Tatsache, dass ein voller Meridian durch ein Gemeinwesen verläuft, auf einer Tafel oder ähnlichem festzuhalten und damit Schnaittenbach, die Stadt der Heimat- und Volkstumspflege, um eine Besonderheit zu bereichern. Seine Idee trug Daiber neben der Stadt auch dem Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler vor, bei dem er auf offene Ohren und Unterstützung stieß. Dessen Vorstand und Vereinsausschuss wandten sich an die Stadtverwaltung mit der Bitte, auf dem städtischen und ungenutzten kleinen Grundstück beim Anwesen Schwarz an der Bundesstraße 14, gegenüber der Einmündung der Kick-Rasel-Straße, einen großen Granitfindling mit einer entsprechenden Informationstafel aufzustellen. Bürgermeister und Stadtrat sowie der Arbeitskreis Heimat und Kultur hießen das gut.

Der damalige Zweite Vorsitzende des Heimat- und Volkstumsvereins Ehenbachtaler, Sepp Lang, besorgte aus Saltendorf einen entsprechenden Granitfindling. Zusammen mit dem als "Schnaittenbacher Kulturpapst" bekannten Heimatfreund Willibald Reiß und unterstützt von der Vorsitzenden der Ehenbachtaler, Resi Bothner, legte er den Platz an. Das Areal wurde mit Granitsteinen gepflastert und eine Ruhebank aufgestellt. Nach abgeschlossener Arbeit im Sommer 1995, also vor rund 25 Jahren, wurde der Meridian-Hinweisstein von Stadtpfarrer Josef Gebhardt feierlich eingeweiht.

Als 2005 das städtische Grundstück von der Kommune anderweitig benötigt wurde, versetzte die Stadt den Stein in die Grünanlage an der Kick-Rasel-Straße. Mit diesem Meridian-Hinweisstein wird die Lage Schnaittenbachs am zwölften östlichen Längengrad dokumentiert und der Öffentlichkeit in Erinnerung gehalten.

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