17.06.2021 - 14:23 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Zweckverband Vils-Naab-Gruppe: Beim Wasser größerer Verbrauch, geringere Verluste

Im September werden es 111 Jahre, dass der Zweckverband zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe gegründet wurde. Über diese Einrichtung werden derzeit täglich über 2100 Menschen mit Trinkwasser versorgt.

Vorsitzendender Peter Braun (links) und sein Stellvertreter Josef Auer vereidigen Karin Auer als neue Verbandrätin.
von Paul BöhmProfil

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe, 1910 als Vils-Naab-Wasserversorgungsgruppe gegründet, hat seit 1999 seinen Sitz in Emhof, das Pottenstetten nachfolgte. Die Verbandsräte aus den Mitgliedsgemeinden – die Städte Burglengenfeld, Teublitz und Schwandorf, die Marktgemeinden Schmidmühlen, Rieden und Kallmünz – tagten im Schloss-Stadl in Schmidmühlen. Bei der Sitzung rückte Karin Auer aus Pilsheim für den ausgeschiedenen Verbandsrat Harald Braun aus Burglengenfeld ins Gremium nach und wurde vom Zweckverbandsvorsitzenden Peter Braun vereidigt. Braun stellte dabei auch den neuen Chef der Stadtwerke Burglengenfeld, Johannes Ortner, vor.

Wassermeister Josef Dirmeier informierte die Verbandsräte über die Wasserrohrbrüche des vergangenen halben Jahres. Wie er allgemein feststellte, ist deren Zahl weiter rückläufig. Anfang 2021 galt es nach seinen Angaben, einen undichten Unterflurhydranten zwischen Richthof und Stocka neben einer Gasleitung zu erneuern. Gleich zu drei Einsätzen mussten Dirmeier und sein Team am 1. April 2021 ausrücken. In Harschhof (Marktgemeinde Schmidmühlen) war die Stichleitung in Richtung Markhof bei einem Schieberkreuz gebrochen. In Pilsheim ereignete sich am selben Tag ein Rohrbruch an der Hauptleitung, und in Archenleiten bei Schmidmühlen waren an der Hauptleitung Reparaturen notwendig.

Mitte April verursachten Baggerarbeiten einen Wasserrohrschaden an einem Hausanschluss in Neukirchen bei Schwandorf. Für die Behebung der Wasserleitungsschäden musste der Zweckverband etwa 7000 Euro an Reparaturkosten berappen. Im zweiten Halbjahr 2020 waren insgesamt elf Wasserrohrbrüche zu beheben. Wie Zweckverbandsvorsitzender Peter Braun dazu informierte, übernahmen auch im vergangenen Jahr die Stadtwerke Burglengenfeld die kaufmännische Betriebsführung.

Aus den beiden Brunnen bei Emhof und bei Vilshof in der Nähe von Dietldorf wurden 217 035 Kubikmeter Trinkwasser gefördert. Im Jahr 2019 waren es 214 582 Kubikmeter gewesen. Die verkaufte und auf sonstige Weise entnommene Wassermenge lag bei 193 294 Kubikmeter (2019: 185 468 Kubikmeter). Somit ergibt sich eine Differenz von 23 741 Kubikmetern Trinkwasser (Vorjahr: 29 114 Kubikmeter). Peter Braun merkte dazu an, dass dies in Bezug auf die geförderte Wassermenge einen Wasserverlust von elf Prozent (Vorjahr: 14 Prozent) bedeutet. „Die Wasserverluste liegen im Bereich des als üblich erachteten Rahmens. Trotzdem werden wir versuchen, die Verluste noch weiter zurückzufahren“, sagte der Vorsitzende.

Wassermeister Josef Dirmeier nannte als häufigsten Grund für undichte Leitungen Erschütterungen durch Tiefbaumaßnahmen an Straßenkörpern. "Oft sind es aber auch Verschleißerscheinungen am Rohrsystem sowie aggressive Bodenverhältnisse die Ursache, da manche Leitungsabschnitte schon seit 50 Jahren und länger genutzt werden", sagte er.

Wie im vergangenen Jahr angekündigt, beginnt der Zweckverband jetzt, Stück für Stück der Leitungen mit einem hohen Risiko für Wasserrohrbrüche auszutauschen. „Nur damit können wir die Wasserverluste weiter in den Griff bekommen“, betonte Josef Dirmeier. Erklärtes Ziel sei es, unter die Zehn-Prozent-Marke zu kommen.

Der technische Leiter der Stadtwerke Burglengenfeld, Josef Hollweck, informierte die Verbandsräte über einen in nächster Zeit anstehenden Austausch von Wasserzählern im Versorgungsgebiet. „Von den etwa 650 Wasserzählern wird wegen der Eichbestimmungen jährlich etwa ein Sechstel ausgewechselt“, sagte er. Es bestehe die Möglichkeit, die Wasserzähler durch baugleiche, wie bisher verwendete Flügelwasserzähler zu ersetzen, oder neuartige, funkauslesbare Wasserzähler anzuschaffen, die schon ab 2022 bei einem Tausch installiert werden sollen.

Wasser kostet beim Zweckverband zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe 1,35 Euro pro Kubikmeter

Schmidmühlen
Etwa 220 000 Kubikmeter Trinkwasser laufen jährlich durch diese Anlage des Zweckverbands der Vils-Naab-Gruppe am Hauptstandort in Emhof.
Hintergrund:

Zweckverband zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe

  • Sitz: in Emhof mit Betriebsgebäude und der kompletten Wasseraufbereitungsanlage
  • Abnehmer im Versorgungsgebiet: rund 2100
  • Technische Daten: eingebaute Wasserzähler: etwa 700, Rohrleitungsnetz: 95,9 Kilometer, Steuerkabel: 13 Kilometer
  • Brunnenanlagen in Betrieb: Tiefbrunnen I bei Emhof (Ausbautiefe: 59 Meter), Tiefbrunnen IV bei Vilshof (Ausbautiefe: 141 Meter)
  • Hochbehälter: HB Frauenhof auf dem Münchshofer Berg fasst 900 Kubikmeter Wasser, HB Scheckenberg fasst 300 Kubikmeter
  • Wasserpreis: 1,35 Euro pro Kubikmeter
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