06.12.2020 - 14:08 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Wasserzweckverband Vils-Naab-Gruppe beschließt Preiserhöhung

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe hatte zur Verbandsversammlung in den Schlossstadl nach Schmidmühlen eingeladen. Ein Beschluss lautet: Der Wasserpreis wird um vier Cent auf 1,35 Euro pro Kubikmeter erhöht.

110 Jahre Daseinsvorsorge für die Bürger mit Trinkwasser. Der Sitz des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe ist seit 1999 in Emhof, vorher war er in Pottenstetten.
von Paul BöhmProfil

110 Jahre sind es heuer, dass der Zweckverband zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe besteht. In der vergangenen Woche hatte Zweckverbandsvorsitzender Peter Braun die Verbandsräte des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe in den Schlossstadl eingeladen. Mitgliedsgemeinden sind die Städte Burglengenfeld, Teublitz und Schwandorf, die Marktgemeinden Schmidmühlen, Rieden und Kallmünz. Neu kalkuliert wurden die Wassergebühren für die nächsten drei Jahre. Vier Cent müssen die Verbraucher ab 2021 für einen Kubikmeter Wasser nun mehr zahlen. Der Wasserabgabepreis wird von 1,31 Euro auf 1,35 Euro angehoben.

Wie Vorsitzender Peter Braun sagte, bietet der Zweckverband auch weiterhin die größtmögliche Versorgungssicherheit. Einer Privatisierungslösung des Wasserzweckverbandes habe man schon vor Jahren eine Absage erteilt.

Der Jahresabschluss 2019 des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe wurde in bewährter Weise durch die Stadtwerke Burglengenfeld erstellt und von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Bavaria Treu AG aus München geprüft. Aus der örtlichen Prüfung informierte der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, der Kallmünzer Bürgermeister Ulrich Brey, die Verbandsversammlung. Sein Fazit: „Die Rechnungsprüfung für das Haushaltsjahr 2019 ergab keine Beanstandungen. Dies gilt insbesondere für die exakte, saubere und gewissenhafte Buch- und Kassenführung sowie die Abwicklung des Haushaltes und der Verwaltungstätigkeit.“ Erfreulich sei auch die wirtschaftliche Lage des schuldenfreien Zweckverbandes mit einem aktuellen Guthaben von gut 133 000 Euro im Hintergrund.

Wie man weiterhin hörte, kann die Liquiditätslage des Zweckverbandes als gut eingestuft werden. Die Finanzlage sei geordnet und die Finanzierung der angedachten Investitionen, wie die Erneuerung von Teilabschnitten der Wasserleitung in den nächsten Jahren, gesichert.

Im Berichtsjahr 2019 habe sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr 2018 um 37 000 Euro auf 953 000 Euro erhöht. Das Anlagevermögen bilanzierte mit 784 000 Euro. Das Eigenkapital des Zweckverbandes liegt bei 475 000 Euro, einer Quote von knapp 50 Prozent.

In Planung sind neue Leitungsstrecken zur Verminderung der Wasserverluste sowie die Beteiligung an einem Notverbund. Insgesamt sind etwa 305 000 Euro eingeplant. Dazu kommen noch betriebsbedingte Anschaffungen und Erhaltungsmaßnahmen in Höhe von 23 000 Euro. Für die geplanten Investitionen und Instandhaltungsaufwendungen ist eine Kreditaufnahme von etwa 250 000 Euro im Wirtschaftsplan eingestellt.

Zur Stärkung der Versorgungssicherheit ist der Wasserzweckverband zum 1.1.2020 der Kooperation „Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura“ beigetreten. Eine Neukalkulation der Wassergebühren führte aufgrund von größeren Investitionen in das Leitungsnetz zu einer Anhebung der Wassergebühren. Bisher lag der Wasserpreis bei 1,31 Euro je Kubikmeter. In der Sitzung wurde auf Grund einer Neuberechnung der Verbrauchsgebühr ein Wasserpreis von 1,35 Euro festgelegt. Die Grundgebühren für Wasserzähler bleiben unverändert. Die neue Wassersatzung gilt für die nächsten drei Jahre, von 2021 bis 2023. Unverändert blieben die Beitragssätze für die Erschließungsbeiträge im Versorgungsbereich des Zweckverbandes, war zu hören.

Beschäftigt haben sich die Verbandsräte auch mit den Wasserrohrbrüchen im Versorgungsgebiet. Wie Wassermeister Josef Dirmeier informierte, hat es im Versorgungsgebiet in der Zeit vom Juni 2020 bis Dezember 2020 insgesamt elf Wasserrohrbrüche gegeben. Die Reparaturkosten bezifferte er auf insgesamt 22 000 Euro. Etwa 2500 Euro haben Grundstückseigentümer übernehmen müssen. Vier Wasserrohrbrüche waren es im Einzugsbereich des Hochbehälters Scheckenberg, je ein Wasserrohrbruch war es in Mauthof, Pistlwies, Siegenthann, Lanzenried, Weiherhof, Eich und See gewesen.

Die Ursachen der Wasserrohrbrüche nannten Wassermeister Josef Dirmeier und Zweckverbandsvorsitzender Peter Braun hauptsächlich bei einhergehenden Erdarbeiten in der Umgebung der Wasserleitungen. „Meist sind es Erschütterungen bei Tiefbaumaßnahmen an Straßenkörpern gewesen, die zu den Wasserrohrbrüchen geführt haben. Manchmal sind es aber auch Verschleißerscheinungen am Rohrsystem sowie aggressive Bodenverhältnisse, da manche Leitungsabschnitte schon 50 Jahre und mehr genutzt werden“, sagten die beiden.

Der Zweckverband beginnt jetzt, Stück für Stück Rohrleitungen mit einem hohen Risikofaktor an Wasserrohrbrüchen auszutauschen. „Damit können wir die Wasserverluste weiter in den Griff bekommen“, sagten die beiden. Ihr Ziel ist es, unter die Zehn-Prozent-Marke zu kommen.

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe in Zahlen: Die Umsatzerlöse aus dem Wasserverkauf beliefen sich im Jahr 2019 auf knapp 274 000 Euro. Dies sind über 183 000 Kubikmeter Trinkwasser. Die gesamten Umsatzerlöse betrugen 361 000 Euro. Einwohner im Versorgungsgebiet: 2098; eingebaute Wasserzähler: 685; Rohrleitungsnetz: 95,9 Kilometer; Steuerkabel: 13 Kilometer; Brunnenanlagen in Betrieb: Tiefbrunnen „Brunnen I“ bei Emhof mit einer Ausbautiefe von 59 Metern und der Tiefbrunnen „Brunnen IV“, Ausbautiefe 141 Meter, bei Vilshof. Der Hochbehälter „HB Frauenhof“ auf dem Münchshofer Berg fasst 900 Kubikmeter, der Hochbehälter „HB Scheckenberg“ 300 Kubikmeter Wasser. Der Sitz des Wasserzweckverbandes ist in Emhof mit Betriebsgebäude und der kompletten Wasseraufbereitungsanlage angesiedelt.

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Wasserrohrbruch ist das Unwort für jeden Wasserwart. Elf Wasserrohrbrüche waren beim Zweckverband im vergangenen Halbjahr zu verzeichnen gewesen. Etwa 22000 Euro hat man für diese Reparaturen ausgeben müssen.
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