09.09.2021 - 10:28 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Nepomuk-Skulptur auf Schmidmühlener Friedhofbrücke erhält kirchlichen Segen

Fast zehn Jahre hat es gedauert, doch nun hat Schmidmühlen einen Brückenheiligen – und ein außergewöhnliches Unikat dazu. Mit dem Segen für die Nepomuk-Skulptur auf der Friedhofbrücke wurde ein Kapitel Heimatgeschichte abgeschlossen.

Pfarrer Werner Sulzer (rechts) segnet die Figur des heiligen Nepomuk auf der Friedhofbrücke in Schmidmühlen. Mit dabei Bürgermeister Peter Braun und der Künstler Franz Schmid.
von Autor POPProfil

Bei der Fertigstellung der Hochwasserfreilegung am 31. Juli 2008 war an der neu erbauten Doppelbogenbrücke eine kleine Nische frei geblieben. Ideal für ein Kunstwerk oder einen Brückenheiligen. Nun hat Schmidmühlen beides. Mit einem Unikat, gefertigt von Franz Schmid, wurde die Nische mit einer Metallskulptur, die den heiligen Nepomuk darstellt, gefüllt.

Bei einer kurzen Segnungsandacht gab Bürgermeister Peter Braun einen Rückblick auf die Hochwasserfreilegung. Zunächst sei ein Kunstwerk vorgesehen gewesen. Vor etwa zwei Jahren habe er aber Franz Schmid vorgeschlagen, eine Nepomuk-Figur im Stil der Moriskentänzer entlang des Skulpturenwegs zu fertigen. Unterstützung habe man von Erwin Koller bezüglich des Granitsockels erhalten. Peter Braun bedankte sich bei den beiden für die großartige Mitarbeit.

Franz Schmid blickte auf seine mehr als 250 Arbeitsstunden an der Figur zurück. „Mann mit Kreuz war die erste Bemerkung, als meine kleine Enkeltochter die Figur in meiner Werkstatt sah“, erinnerte er sich. Für ihn sei die große Herausforderung gewesen, dass man die Skulptur als eine Nepomuk-Darstellung erkennen sollte. Deshalb habe er sich Rat von Pfarrer Werner Sulzer geholt. Nach dessen Angaben wird der Heilige in den meisten Darstellungen als kurzbärtiger Kleriker mit einem Kreuz in einer Hand dargestellt. Sein Heiligenschein zeigt fünf Sterne, die ausgelegt werden als die fünf Buchstaben des lateinischen Wortes „tacut“ („ich habe geschwiegen“). Als Zeichen seines kirchlichen Ranges trägt er ein halblanges Cape, die Mozetta, meist aus Pelz oder aus Stoff. Weiter wird er dargestellt mit einem Birett und in einem Chorhemd, gelegentlich auch mit einem Buch als Gelehrtenattribut.

Nachdem Pfarrer Werner Sulzer das Segensgebet gesprochen hatte, blickte Ortsheimatpfleger Josef Popp auf die Hochwasserfreilegung zwischen 2003 und 2008zurück. Er ging auch auf die Ideensammlung für die Brückenfigur ein, bei der ursprünglich ein „Floderweiberl“ zu den Favoriten gehört habe. "In früheren Zeiten, als es noch keine Waschmaschine gab, wuschen die Frauen die Wäsche im Waschtrog, um dann anschließend die Seife oder das Waschmittel in der Lauterach auszuflodern. also auszuwaschen“, sagte er. Eine Idee, die sich vielleicht noch in den nächsten Jahren verwirklichen lasse, so Josef Popp. Er zeigte sich erfreut darüber, dass die Skulptur mit zwei Bürgern realisiert werden konnte: „St. Nepomuk – zu 100 Prozent made in Schmidmühlen.“

In Schmidmühlen ein ganz besonderer Heiliger

Schmidmühlen
Die neue Schmidmühlener Nepomuk-Skulptur.

„St. Nepomuk – zu 100 Prozent made in Schmidmühlen.“

Ortsheimatpfleger Josef Popp

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