16.07.2021 - 13:01 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Feuerwehr Schmidmühlen feiert 150-jähriges Bestehen

Eigentlich wollte man bereits im vergangenen Jahr das große Jubiläum feiern. Daraus wurde nichts – wie auch heuer. Mit einem internen Festtag am Sonntag erinnert man sich an die lange Geschichte.

Zusammen mit dem Patenverein aus Dietldorf feiert die Feuerwehr Schmidmühlen ihr Jubiläum - pandemiebedingt im kleineren Kreis.
von Autor POPProfil

Eigentlich hätte bereits im vergangenen Jahr das 150-jährige Bestehen der Feuerwehr Schmidmühlen groß gefeiert werden sollen. Daraus wurde aber coronabedingt nichts – ebenso heuer. Aber dennoch, am Sonntag feiert die Feuerwehr im kleineren Kreis und nur mit geladenen Gästen, aber mit einem Gottesdienst und mit dem Patenverein aus Dietldorf. Grund genug, in der Chronik der Feuerwehr zu blättern.

Die Geschichte der Feuerwehr beginnt schon im frühen 18. Jahrhundert. Dem Markt Schmidmühlen war schon früh die sogenannte niedere Gerichtsbarkeit verliehen worden. Dies brachte das Recht mit sich, Polizeiverordnungen zu erlassen. Besonders streng war diese in Bezug auf den Brandschutz und Brandbekämpfung. So musste jedes Haus eine bestimmte Anzahl von ledernen Löscheimern und Reißstangen bereit haben. Wer als Bürger des Marktes aufgenommen werden wollte, musste – neben der erforderlichen Geldsumme – einen ledernen Löscheimer stellen. Der Sang des Nachtwächters um 10 Uhr abends „Lösch das Feuer und das Licht“ wurde sehr ernst genommen. Das Verbot, in Stallungen offenes Licht zu brennen, wurde vom Bürgermeister und den Gendarmen streng überwacht. Die „Cammerverordnung“ des Marktes ab 1641 vermelden immer wieder häufige und strenge Bestrafung. Erwähnt sei an dieser Stelle auch die „Feuer-Ordnung des königlichen Marktes Schmidtmühlen“ vom 16. Juli 1861. Hier wurde das Vorgehen im Brandfall genau geregelt. So musste bei einem Brand „ungesäumt Lärmen“ gemacht werden und „sämtliche Glocken im Glockenhauseder Kirche wurden durch eigens aufgestellte Personen geläutert.

Gründungsversammlung 1870

Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten sich überall in Bayern Turnerbewegungen, so auch in Schmidmühlen. Diese schrieben sich nicht nur die Ertüchtigung von Leib und Seele auf die Fahnen, sondern setzten sich auch für die Belange ihrer Mitbürger ein. Eben aus dieser Turnerbewegung entstand die Feuerwehr. Die Gründungsversammlung fand 1870 im Gasthaus Regensburger Hof statt, das über Jahrzehnte das Vereinslokal geblieben ist. Es waren schließlich 15 Bürger, die die Feuerwehr gründeten. Es dauerte nicht lange, bis sich immer mehr Menschen dem neuen Verein anschlossen. Getragen von der Idee dem Nächsten zu helfen, trugen die Mitglieder des neuen Vereins unter persönlichen Opfern die notwendigen Ausrüstungsgegenstände zusammen.

Die beiden Weltkriege prägten die Feuerwehr – vielen Kameraden musste man das letzte Geleit geben. Nicht nur während dieser schrecklichen Kriegswirren, sondern auch in den ersten Jahren nach dem Krieg ruhte das Vereinsleben. Erst am 30. April 1949 berief der Markt Schmidmühlen zu einer Versammlung in das Vereinslokal ein. Aber die Resonanz war gering, nur wenige Interessenten erschienen. Die Vereinsmüdigkeit war nach vielen Jahren der Diktatur und des Krieges zeigte sich hier ganz deutlich.

Bei dieser Versammlung wurde auch bekannt gegeben, dass in den Kriegswirren die Vereinsfahne verschwunden ist und nicht mehr aufzufinden war. Es war schließlich dem damaligen Bürgermeister Johann Büchl zu verdanken, der es bestens verstand, seine Mitbürger für die Idee der Feuerwehr herauszustellen und die Bereitschaft zu wecken, den Verein neu aufzustellen, zu strukturieren und für den Dienst am Nächsten gut auszurüsten und auszubilden. Eine der ersten Beschlüsse war eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Vom 8. bis 10. Juli 1950 feierte die Feuerwehr ihr 80-jähriges Gründungsfest, verbunden mit der Fahnenweihe. Es war ein großes Fest, schließlich hatte man nach den Kriegs- und Hungerjahren endlich die Gelegenheit, ein großes Fest zu feiern. Eine Heimatzeitung bezeichnete es als das größte und das schönste Fest im damaligen Landkreis Burglengenfeld. Die Patenschaft wurde von der Werksfeuerwehr Maxhütte-Haidhof übernommen. Ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Feuerwehr beginnt im Jahr 1964. Am 27. September bekam die Wehr ihr erstes motorisiertes Löschfahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug. Die Kosten beliefen sich auf 16 800 DM. Zugleich wurde an die Wehr ein neurenoviertes Gerätehaus übergeben, dessen Umbau auf 7700 DM kam.

Gute Jugendarbeit

Im August 1974 beschloss der Verein, sich eine neue Fahne anzuschaffen. Die Fahnenweihe wurde 1976 vier Tage lang feiert. Auch das Jahr 1978 war für die Feuerwehr entscheidend: Nachdem das alte Gerätehaus den Anforderungen nicht mehr gerecht wurde, beschloss der Marktrat ein neues Feuerwehrgerätehaus zu bauen. Nach vielen Jahren des „auf und ab“ hat sich die Feuerwehr Schmidmühlen zu einer schlagkräftigen und gut ausgebildeten Wehr entwickelt. Eine gute Jugendarbeit der letzten Jahrzehnte machte sich bemerkbar. Mittlerweile hat sich auch eine First Responder – Gruppe gebildet, die in den letzten fünf Jahren nahezu 500 Hilfseinsätze leistete.

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Im Jahr 1950 wurde eine Vereinsfahne geweiht. Laut Chronik war es eines der schönsten Feste - nach den Kriegsjahren kein Wunder.
Info:

Die Historie der Feuerwehr

  • Die "Feuer-Ordnung des königlichen Marktes Schmidtmühlen“ stammt vom 16. Juli 1861
  • Gründungsversammlung geht im Jahr 1870 über die Bühne
  • 1949 wird bekannt, dass in den Kriegswirren die Vereinsfahne verschwunden ist
  • 1964 bekommt die Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug. Kosten: 16800 DM
  • 1974 schafft die Feuerwehr eine neue Fahne an
  • 2020 wäre eigentlich eine große Jubiläumsfeier geplant gewesen. Wegen Corona musste sie abgesagt werden

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