17.11.2020 - 11:44 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Drohnenflüge der US Army "nerven"

Die Anwohner des Truppenübungsplatzes Hohenfels im Vils- und Lauterachtal klagen über den Drohnenlärm. Bürgermeister Peter Braun aus Schmidmühlen hat deswegen bei der Bayerischen Staatskanzlei vorgesprochen.

Der Fluglärm der US Drohnen nervt die Menschen im Vils- und Lauterachtal. Bürgermeister Peter Braun hatte sich deswegen an die Bayerische Staatskanzlei gewandt.
von Paul BöhmProfil

Die Drohnenflüge über dem US-Truppenübungsplatz Hohenfels, insbesondere in den Randgebieten entlang des Vils- und Lauterachtales in den Sommermonaten, haben Bürgermeister Peter Braun auf den Plan gerufen. Er hat sich an den Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien Florian Herrmann, mit der Bitte um Hilfe gewandt.

Teilweise kämen die US-Drohnen sehr weit an die Truppenübungsplatzgrenze und über bewohnte Gebiete im Vils- und Lauterachtal in den Bereichen von Emhof, Schmidmühlen und Hohenburg, so der Bürgermeister. "Die Anwohner empfinden es als nervig, wenn dieses monotone Surren nicht nur tagsüber, sondern auch bis weit in die Nachtstunden hinein zu hören ist", sagte Peter Braun.

Wie er aus dem Antwortschreiben des Ministers Herrmann dem Marktgemeinderat vortrug, liegt die Genehmigung und Beschränkung des Flugbetriebes militärischer unbemannter Luftfahrzeuge ausschließlich in der Zuständigkeit des Bundes. Die Staatsregierung habe hierüber keine eigene Entscheidungsbefugnis. Gleichwohl wirkt sie bei ihren Kontakten mit den US-Streitkräften stets darauf hin, dass die Belastung der Bevölkerung an den US-Militärstandorten in Bayern auf das geringstmögliche Maß reduziert wird. Dies hat die Bayerische Staatskanzlei zum Anlass genommen, Kontakt mit den US-Streitkräften in Hohenfels aufzunehmen und um Aufklärung zur Übungs- und Lärmsituation in Hohenfels zu bitten. Dabei wurde auch die Anregung aus Schmidmühlen, noch stärker technische Lösungen zur Lärmreduzierung einzusetzen, in unterstützender Weise weiterzugeben.

Die US-Streitkräfte haben in ihrer Antwort die Einschätzung bestätigt, dass die Lärmbelästigung durch ein zeitlich befristetes intensives Manöver (Saber Junction 20) ausgelöst wurde. Eine Übung mit vergleichbarer Intensität ist nach US Angaben erst wieder ab Frühjahr 2021 zu erwarten.

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Eine von der Staatskanzlei angeregte, grundsätzliche Verkleinerung des Flugbetriebes der Drohnen zur besseren Berücksichtigung von Anwohnerinteressen gestaltet sich laut US-Streitkräften am Einsatzort Hohenfels als schwierig. Auf die Ausrüstung mit technischer Lärmminderung wiederum haben die in Bayern übenden US-Einheiten demnach nur sehr begrenzten Einfluss. Die Staatskanzlei, so der Minister, wird auch künftig mit den US-Streitkräften im Gespräch bleiben, um gemeinsam mit der Politik vor Ort an konkreten Lösungen für einen verträglichen Interessensausgleich zu arbeiten.

Vonseiten der Staatskanzlei will man sich auch künftig in der zuständigen Lärmschutzkommission einbringen und sich für einen bürgerfreundlicheren Einsatz von Drohnen aussprechen, so die Zusicherung aus der Staatskanzlei.

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