25.07.2021 - 10:09 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Rodung und Wiederaufforstung: Gemeinderat mahnt Umweltaspekte an

In Schmidgaden soll in Richtung Schwarzenfelder Weg auf der ehemaligen Fußballfläche ein Waldstück gerodet und wiederaufgeforstet werden. Das führt im Gemeinderat zu Diskussionen - vor allem aus Umweltgründen.

Viele Gemeinderäte sehen die Rodung am Schwarzenfelder Weg kritisch. Besonders nach den Überflutungen der vergangenen Tage wie hier in Rheinland-Pfalz sei die Rodung die falsche Richtung.
von Vanessa Lutz Kontakt Profil

Ein Waldstück soll komplett gerodet und anschließend wiederaufgeforstet werden: Im Gemeinderat Schmidgaden sorgt das für Diskussionen. Das Gelände befindet sich am Schwarzenfelder Weg auf einer ehemaligen Fußballfläche.

"Den Wald kenne ich noch aus Kindertagen", sagt Rätin Michaela Dirrigl. Und fügt an: "Ich verstehe da den grundsätzlichen Sinn nicht. Warum holze ich einen Wald ab, fülle die Fläche wieder auf, nur, um ihn dann wieder neu zu bepflanzen?" Von der 53.959 Quadratmeter großen Fläche sollen 13.553 Quadratmeter gerodet werden, anschließend sollen das Erdreich aufgefüllt und neue Bäume angepflanzt werden.

Abholzung "genau die falsche Richtung"

Auch Gemeinderat Jens Tölg trägt seine Bedenken vor. Ihm gehe es vor allem um Umweltgesichtspunkte, sagt er. "Aktuell hatten wir die Probleme mit den Starkregenfällen in Westdeutschland - und wir machen eine Auffüllung, also das genaue Gegenteil, was empfohlen ist." Laubbäume, so Tölg, würden außerdem 50 Prozent mehr Wasser aufnahmen. "Ich halte es auch hinsichtlich des Hochwasserschutzes für genau die falsche Richtung." Zwar könne er verstehen, dass der Eigentümer die Fläche benötigt. "Aber gibt es keinen anderen Ort? Wir holzen hier einen tollen Wald ab, das ist sehr schade."

Thomas Wilhelm ist für eine Aufforstung, sieht die Rodung aber ebenso kritisch. Allerdings fügt er an: "Andererseits ist der bestehende Kiefer- und Fichtenbestand nicht mehr der Zukunftswald, heute benötigt man andere Baumsorten. Ich denke, das wird schon berücksichtigt und langfristig nachhaltiger."

Gebot zur Wiederaufforstung

Beim Grunderwerb ist ein Flächenexposé erstellt worden, in welchem unter anderem eine Untergliederung des Bewuchses und eine Bewertung dessen aufgestellt ist. Zum Teil, so geht es aus der Beschlussvorlage hervor, ist ein Kiefernbestand in ungepflegtem Zustand "mit Entwicklungspotenzial" festgestellt worden. Momentan sind "sporadisch" Fichten eingemischt, teilweise ist auch ein Laubholzbestand mit "geringer Qualität" vorhanden.

Martin Bauer plädiert dafür, ein Gebot zur Wiederaufforstung aufzustellen. Dem stimmt Bürgermeister Josef Deichl zu: "Ein Zeitfenster kann und sollte man mit aufnehmen."

Am Ende stimmt der Gemeinderat der Beschlussvorlage, die auch eine Beweissicherung und Fotodokumentation fordert, mit sieben zu drei Stimmen zu und ergänzt sie um die Anmerkungen der Räte, bei der Wiederaufforstung auf Laubbäume zu bestehen und dies zeitnah umzusetzen.

Neue Feuerwehrkommandanten

Außerdem stand auf der Tagesordnung die Bestätigung der neu gewählten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Schmidgaden. Bei der Wahl am 11. Juni wurden der bisherige Notkommandant Markus Ries zum ersten Kommandanten und sein Notvertreter Martin Eytzinger zum zweiten Kommandanten der Feuerwehr gewählt. Seitens des Kreisbrandrates haben keinerlei Bedenken bestanden, wie aus der Beschlussvorlage der Gemeinderatssitzung hervorgeht. Einstimmig bestätigten die Räte die neu gewählten Kommandanten in ihrem Amt.

Zuschüsse für Vereine

In der Sitzung wurden außerdem dem Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein und der Schützengesellschaft Hubertus einstimmig Zuschüsse vom Gemeinderat bewilligt. Beide erhalten einen Zuschuss von 20 Prozent der Materialkosten. Der Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein bekommt diese Hilfe für eine neu angeschaffte Fräse und die Schützengesellschaft Hubertus für Reparaturen und kleine Baumaßnahmen an der Außenfassade.

Mit einem Ergebnis von sieben zu drei Stimmen wird der Kirchenverwaltung Trisching darüber hinaus eine Förderung für die Innensanierung der Kirche in Höhe von 14.000 Euro bewilligt, gekoppelt an die Vorgabe, dass die Friedhofsvereinbarung Schmidgaden davor getroffen sein müsste.

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