22.07.2021 - 10:07 Uhr
Oberpfalz

Schluss mit dem Shoppingwahn

Kaufen Sie auch immer mehr Sachen, die Sie eigentlich überhaupt nicht brauchen? Dann hören Sie auf damit, rät die OWZ-Glücksexpertin. Denn happy macht das auf Dauer nicht. Mehr Sinn macht es dagegen, Dinge zu erleben statt zu kaufen.

Viele von uns shoppen aus Langeweile, glücklich macht das nicht.
von Evi WagnerProfil

Fragen Sie sich auch manchmal, warum Sie sich jetzt schon wieder eine Jeans gekauft haben, obwohl Sie bestimmt schon zehn davon im Schrank haben? Oder wo Sie das seltsame Wohnaccessoire, das Ihnen gerade eben im Laden noch so gut gefallen hat, nun eigentlich hinstellen sollen? Stapeln sich bei Ihnen auch unnütze Dinge in Regalen, Kommoden und auf dem Dachboden, die Sie irgendwann einmal gekauft haben, obwohl Sie sie eigentlich gar nicht brauchen? Dann sollten Sie endlich einmal Ihr Konsumverhalten unter die Lupe nehmen. Denn was macht es für einen Sinn, Geld für Sachen auszugeben, die gar nicht glücklich machen?

Längst haben Glücksforscher herausgefunden: Mehr zu haben führt oftmals nur zu unnötigem Stress. Zu viele unnütze Dinge versperren uns den Blick auf das Wesentliche. Aber warum shoppen wir dann trotzdem wie die Weltmeister? Wir leben in einer Zeit, in der sich alles in einem permanenten Wandel befindet: die Politik, unsere Werte, die Bildung, die Arbeitswelt, sogar die Art unseres Denkens. Unsere globalisierte Welt ist durch extremen Konsum und die Auflösung der bisherigen Strukturen gekennzeichnet. Wissenschaftler bezeichnen unsere Zeit auch als "liquide Moderne". Diese erzeugt bei uns oftmals ein Gefühl von Unsicherheit, Ziellosigkeit und Leere.

Konsum gegen innere Leere

„Unsere Bindungen werden immer zerbrechlicher, die Ungleichheit nimmt fortlaufend zu und viele Menschen fühlen sich nicht mehr zugehörig“, erklärte einmal der polnische Philosoph und Soziologe Zygmunt Baumann, der in seinen Arbeiten die liquide Moderne und ihre Auswirkungen auf unser Leben beschrieben hat. „Wir leben in einer sehr irritierenden Zeit, die Schnelligkeit, Selbstsucht und Individualität erfordert.“ Seien Sie ehrlich: Die meisten von uns wollen heutzutage immer weniger Verantwortung und Verpflichtungen übernehmen, alles fühlt sich irgendwie flüchtig und oberflächlich an. Die innere Leere, die dadurch entsteht, versuchen wir dann mit immer mehr Konsum zu füllen.

Natürlich funktioniert das nicht. Und die Unzufriedenheit bleibt. Lassen Sie uns also endlich damit beginnen, den Blick wieder mehr in unser Inneres zu richten. Denn dort werden wir das entdecken, was uns wirklich fehlt, nicht in irgendwelchen Auslagen und Schaufenstern. Lassen Sie uns Veränderungen doch in Zukunft einfach annehmen und wieder mehr Dinge tun statt kaufen. Und zwar solche, die uns glücklich machen. Denn Erinnerungen und Erfahrungen halten meist ein Leben lang und stapeln sich auch nicht sinnlos in Schränken und Kommoden.

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