08.07.2021 - 14:31 Uhr
RiedenOberpfalz

Achtung "Blizer": Schild soll vor Blitzer bei Rieden warnen - Polizei nimmt's mit Humor

Wer ein dummes Gesicht macht, wenn er geblitzt wird, dürfte bei dem Schild bei Rieden, das vor Blitzern warnen soll, mindestens genauso gucken. Die Oberpfälzer Polizei hat ein Bild auf Facebook gepostet und einen Internet-Hit gelandet.

Da war der Stift vermutlich ein bisschen schneller als der Kopf: Ein Unbekannter hat bei Rieden ein Schild aufgestellt, um vor einer Radarfalle zu warnen. Anstelle von Blitzer hat er aber „Blizer“ draufgeschrieben.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Vielen Autofahrern stinkt es, wenn sie geblitzt werden. Es kommt sogar immer wieder vor, dass Menschen Warnschilder basteln, damit keiner in die Radarfalle tappt. Einem Unbekannten im Vilstal ist wohl die Hutschnur geplatzt und er hat genau eine solche Aktion durchgezogen. Dumm nur, dass er einen Buchstaben im Wort "Blitzer" vergessen hat und deshalb bei Rieden in großen Lettern das Wort "Blizer" zu lesen ist. Dafür aber hat der Künstler immerhin ein Herzchen über das i gepinselt. Das Schild ist auch den Beamten der Verkehrspolizei in Amberg nicht entgangen.

Die Folge: Auf der Facebook-Seite der Polizei Oberpfalz gibt es nun einen Post, der das Missgeschick dokumentiert. Die Polizei nimmt es mit Humor. Im Post fragen die Beamten: "Kennt ihr einen ,Blizer`'?"

Zu gut, um es nicht zu teilen

Zur Berühmtheit verholfen hat dem Schild Polizeihauptkommissar Wolfgang Schreiner von der Amberger Verkehrspolizei. Er hat seine Kollegen gebeten, ein Foto davon an das Social-Media-Team der Oberpfälzer Polizei zu schicken. Er lacht und sagt: "Das ist so eine Kuriosität, die das Leben erheitert. Schilder, die vor Blitzern warnen, haben wir öfter. Die sind aber in der Regel wenigstens richtig geschrieben."

Eine Streife der Verkehrspolizei hat das Schild bereits Anfang Mai einkassiert. Bis es auf Facebook gelandet ist, ist es durch einige Hände gewandert. "Es ist über Umwege zu mir gekommen", erzählt Schreiner. Vom Streifenwagen auf den Tisch des Kontrollstellenleiters und schließlich zu Schreiner.

Eine Woche lag es bei Schreiner im Büro. Er musste jedes Mal schmunzeln, wenn er es angeschaut hat. Auch das Social-Media-Team der Polizei scheint seinen Spaß mit dem Schild gehabt zu haben. Denn so ein riesiges Exemplar kann schon auch mal ablenken. Die Polizei schreibt auf Facebook: "Unsere Kollegen der Verkehrspolizeiinspektion Amberg kennen ihn (den ,Blizer', Anm. d. Red.) nicht und wurden auf der Suche nach ihm vom fast gleichlautenden Blitzer ertappt. Fahrt vorsichtig und lasst euch nicht von einem ,Blizer' oder Blitzer erwischen."

Reaktionen auf Facebook

Ob das von dem unbekannten Schild-Aufsteller so gewollt war? Wer jedenfalls den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. In der Kommentarspalte überschlagen sich die Beiträge schon wenige Minuten, nachdem der Post online gegangen ist. So schreibt ein Nutzer: "Ich find's auch schlau, das Schild direkt beim Blitzer aufzustellen. Bis man es lesen kann, hat er schon zweimal ausgelöst."

Eine andere Nutzerin würde gern Mäuschen bei der Auswertung der Blitzer-Fotos spielen. Sie kommentiert: "Ich würde gern die verdutzten Gesichter auf den Bildern sehen" und schiebt ein paar lachende Smileys hinterher. Einer der User vermutet auch mit vielen Smileys Folgendes: "Das haben die Beamten dort selbst hingestellt. So werden die Fahrer animiert, ihr Gesicht besser in Position zu bringen."

Wiederum ein anderer Facebook-User erkennt sogar eine Absicht hinter dem fehlenden Buchstaben. Sein Beitrag: "Das ist eine juristische Spitzfindigkeit. Man darf ja nicht vor Blitzer warnen aber vor ,Blizern' schon."

Mittlerweile (Stand Donnerstag) hat der Post 700 Gefällt-mir-Angaben, 70 Kommentare und wurde fast 40 Mal geteilt.

Polizei kontrolliert verstärkt Motorradfahrer

Amberg

Der Originalpost der Oberpfälzer Polizei

Info:

Ernster Hintergrund hinter lustigen Polizei-Posts

  • Die Polizei postet immer wieder lustige Beiträge oder Bilder von Tierrettungen.
  • Was sympathisch rüberkommt, hat einen ernsten Hintergrund, wie Tobias Weingärtner vom Team für soziale Medien beim Polizeipräsidium Oberpfalz mitteilt. „Wir nutzen die sozialen Medien in erster Line dafür, um die Bevölkerung in gewissen Situationen zu warnen.“ Als Beispiele nennt er, wenn Enkeltrick-Betrüger in der Region unterwegs sind oder eine Straftat passiert, wie bei dem Anschlag in Würzburg.
  • Damit das klappt, haben lustige Posts eine pragmatische Funktion. Weingärtner: „Damit wir die Leute erreichen können, brauchen wir Reichweite und Follower. Hätten wir nur trockene Themen, wäre es möglich, dass sich nicht so viele Leute für die Beiträge interessieren.“

 

 

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