29.07.2021 - 11:50 Uhr
Reuth bei ErbendorfOberpfalz

Solarstrom aus Escheldorf bei Reuth bei Erbendorf

Bei Escheldorf bei Reuth bei Erbendorf entsteht ein zehn Hektar großer Solarpark. Der Startschuss erfolgte mit der hydraulischen Rammung des ersten von insgesamt 7500 Stützprofilen für die Modultische.

Der erste von insgesamt 7500 Stützpfosten wird gesetzt. Mit der Inbetriebnahme sei mit Ende Oktober zu rechnen, informierte ein Sprecher von der Green-City AG.
von Werner RoblProfil

Mit dem derzeit auf einer zehn Hektar großen verpachteten Fläche bei Escheldorf entstehenden Solarpark können rund 3300 Haushalte mit umweltfreundlichem Sonnenstrom versorgt werden. Die Spitzenleistung der ersten Freiflächen-Photovoltaikanlage im Reuther Gemeindegebiet beträgt zehn Megawatt in der Spitze.

Möglich machte dies ein Satzungsbeschluss des Reuther Gemeinderates Ende des vorigen Jahres, informierte Bürgermeister Werner Prucker auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. „Der daraufhin geschlossene Pachtvertrag mit der Münchener Green-City AG und der Escheldorfer Landwirtsfamilie Troppmann hat eine Laufzeit von 25 Jahren." Möglich sei eine Verlängerung auf weitere 5 Jahre, informierte Diplom Ingenieur Frank Polhaus von der Münchener Green-City AG.

Kosten: 6 bis 7 Millionen Euro

Die Kosten für die vor wenigen Tagen begonnene Maßnahme, für die – wegen der nahen Bahnlinie - auch ein Blendgutachten gefordert wurde, bezifferte Polhaus auf rund 6 bis 7 Millionen Euro. Notwendig wird auch eine rund elf Kilometer lange Kabelverbindung, die über Privatflächen beziehungsweise durch den Wald der Bayerischen Staatsforsten zum Umspannwerk nahe Schönhaid (Markt Wiesau) führt. Die Voraussetzung dafür schaffte die Bayernwerk AG mit einer baulichen Erweiterung der bereits vorhandenen Anlage zwischen den Dörfern Schönhaid und Leugas. Von dort aus erfolgt die Einspeisung ins öffentliche Netz.

Mit der ersten Rammung eines 3,7 Meter langen Stützprofils für die 2,5 Meter hohen Modultische ging die Baustelle zwischen Escheldorf und Rechenlohe offiziell an den Start. Die Anlage wird aus knapp 22 000 PV-Modulen bestehen, die auf circa 820 Tischen montiert werden. Aufgrund des feuchten Untergrundes habe man sich für die doppelte Länge (wie im Normalfall) der rund 7500 verzinkten Pfosten entschieden, betonte Diplom-Ingenieur Frank Polhaus. Die Rammung wird bis Mitte August dauern. Mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme der Freiflächen-Photovoltaikanlage rechne man Ende Oktober dieses Jahres. „Sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen“, schob er vorsorglich nach.

Notwendig, um die Maßnahme überhaupt umsetzen zu können, war auch eine Ausgleichsmaßnahme am nahen Rödelbach. „Dort wird künftig Saatgut angebaut“, unterstrich der Sprecher der Green-City AG. Polhaus versicherte: „In zwei Jahren werden hier die Flächen erblühen.“

Großflächige Analyse

Einen hohen Stellenwert - zum Beispiel für die Insektenwelt - habe auch die Fläche, auf der künftig Solarmodule stehen werden, kommentierte Polhaus die weiteren Vorteile des künftig für die Erzeugung von Sonnenstrom genutzten Areals. Oberpfalz-Medien hakte nach und wollte wissen, warum Escheldorf in die engere Wahl und das Grundstück im Osten schließlich zum Zuge kam. Rede und Antwort stand Simon Ruckinski. Der Green-City-Mitarbeiter begründete dies mit einer – bereits vor Monaten erfolgten – Großflächen-Analyse. Geplant wurde die Escheldorfer Freiflächen-Solaranlage von der Münchener Green-City AG. Für die bauliche Umsetzung sorgt Green-Cells aus Saarbrücken als deren Subunternehmer. Zuständig für die Bau- und Projektleitung sind auch Andreas Pursche von der Münchener Green-City AG und Cyrus Hecker von Green-Cells aus Saarbrücken.

Teil der Energiewende

Beim formellen ersten "Spatenstich" in Form einer Erstrammung hob Frank Polhaus zudem hervor: „Die größte Herausforderung war die Planung für die Verbindungsstrecke von Escheldorf zum Schönhaider Umspannwerk." Polhaus weiter: „Danke an alle Beteiligten, dass wir die Flächen nutzen dürfen, um die Stromtrasse zu ermöglichen.“ Mit Blick auf die künftige Sonnenstrom-Produktion sagte er: „Wir hoffen und wünschen uns, dass die Anlage unauffällig und leise arbeitet.“ Man sei Teil der Energiewende, verteidigte der Diplom-Ingenieur die Angriffe im Bezug auf die von manchen kritisierte Flächenverschandelung. Die Energiewende sei machbar, unterstrich Bau- und Projektleiter Andreas Purschke. „Leider werden wir aber von der Politik ausgebremst“, bedauerte er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Den Antrag zur Errichtung eines Solarparks hat der Gemeinderat im Mai abgelehnt

Reuth bei Erbendorf

„In zwei Jahren werden hier die Flächen erblühen.“

Diplom-Ingenieur Frank Polhaus

„Die größte Herausforderung war die Planung für die Verbindungsstrecke von Escheldorf zum Schönhaider Umspannwerk."

Diplom-Ingenieur Frank Polhaus

 

 

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