15.10.2021 - 11:43 Uhr
RegensburgOberpfalz

Zehn Freunde in Regensburger Disco – neun nachher Corona-positiv

In Regensburg hat es am Wochenende in einem Club einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Eine Gruppe von Freunden war dort feiern, kurz darauf wurden neun von ihnen positiv auf das Virus getestet.

Im Regensburger Club "Hearts" gab es mehrere Coronafälle.
von Redaktion ONETZProfil

Von Dominic Casdorf

In der Regensburger Diskothek „Heart“ ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. Nach Informationen der Regensburger Zeitung wurde eine Gruppe junger Erwachsener positiv auf den Virus getestet. Die Freunde hatten am Wochenende der Wiedereröffnung in dem Club in der Regensburger Innenstadt gefeiert.

Seit Anfang Oktober dürfen die Tanztempel im Freistaat wieder öffnen. Ohne Maske, ohne Abstand. Für Gäste und Personal gilt aber eine verschärfte 3G-Regel. Sie besagt, dass nur Geimpfte, Genesene und Personen, die einen negativen PCR-Test vorlegen können, Zutritt haben. Doch die Vorsichtsmaßnahmen, die die bayerische Staatsregierung mit einer entsprechenden Änderung der Corona-Verordnung festlegte, kann offenbar neue Corona-Fälle in den Tanztempeln nicht verhindern.

Infizierte vollständig geimpft

Der Ausbruch im „Heart“ ist nach Informationen der Regensburger Zeitung besonders bedenklich, denn: Die zehnköpfige Gruppe, die aus dem Raum Neutraubling im Landkreis Regensburg kommt, war vollständig geimpft.

Ein junger Mann brachte den Stein ins Rollen. Am Tag nach der Partynacht klagte er über Krankheitssymptome. Ein Test brachte die Bestätigung: Corona-positiv. Daraufhin ließen sich in den Folgetagen seine Freunde ebenfalls testen. Das Ergebnis: neun von zehn sind mit Corona infiziert – Quarantäne. Auffällig: Acht der Geimpften haben offenbar das Vakzin von Johnson & Johnson erhalten. Vor Kurzem erst hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) die Wirksamkeit als ungenügend bezeichnet.

Zusätzliches Personal für Kontrollen

Sebastian Mühlbauer, Clubmanager im „Heart“: „Das Gesundheitsamt hat uns mitgeteilt, dass bei uns Fälle aufgetreten sind. Wenn es Geimpfte getroffen hat, ist das natürlich besonders bitter.“ Im Club würde genau auf die Hygienevorschriften geachtet, für die Kontrollen der Nachweise sei sogar zusätzlich Personal eingestellt worden. Mühlbauer: „Wir lassen keinen durchrutschen.“

Für die Nachverfolgung der Besucher am besagten Abend hat das Gesundheitsamt über die Daten der Luca App Kontakt mit den Heart-Gästen aufgenommen. Ob sich weitere Gäste angesteckt haben, ist unklar. Einschränkungen für das Heart gab es nicht, am letzten Wochenende konnte regulär geöffnet werden.

Weiterer Fall in Regensburger Club

Auch in einem weiteren Regensburger Club, dem „Kosmonaut“, hat es Anfang Oktober mindestens einen Corona-Infizierten gegeben. Der Betroffene, ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Regensburg, ist offenbar ein besonders krasser Fall von Impfdurchbruch. Der Mann war nach eigenen Angaben von einer Corona-Erkrankung genesen und zusätzlich mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer geimpft. Er hatte Freunde aus dem Club in der Regensburger Innenstadt abgeholt, chauffierte sie nach Hause. Am nächsten Tag traten bei ihm Krankheitszeichen auf: Fieber, Husten. „Ich dachte, ich bin sicher“, sagt er zur Regensburger Zeitung. „Aber diesmal hat’s mich schwerer erwischt als beim ersten Mal.“

Auch sein Arzt habe angemerkt, dass dies der erste ihm bekannte Fall sei, bei dem ein Genesener und zusätzlich Geimpfter sich infizierte – und überdies erkrankte. „Ich wurde vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt“, sagt er. Seine Freunde hat er offenbar nicht angesteckt.

Die Regensburger Zeitung hat wegen der Infektionen in den beiden Clubs beim Gesundheitsamt nachgefragt. Bis Redaktionsschluss lag noch keine Stellungnahme der Behörde zu den Fällen und den Maßnahmen vor. Es wird nachberichtet.

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