20.11.2019 - 13:50 Uhr
RegensburgOberpfalz

20 Oberpfälzer bei Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Berlin

Am Volkstrauertag gedenkt ganz Deutschland den Toten zweier Weltkriege – in jedem Dorf, jeder Gemeinde, jeder Stadt. Die zentrale Gedenkfeier wird jährlich im Berliner Bundestag abgehalten. 20 Oberpfälzer waren in diesem Jahr dabei.

Die Oberpfälzer Delegation im Plenarsaal des Deutschen Bundestages - von der Zuschauertribüne aus verfolgten Sie die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag.
von Judith LehnerProfil

Auf eine Berlinfahrt der besonderen Art begaben sich am Samstag 20 Oberpfälzer – langjährige Mitglieder des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge, der die Fahrt organisierte, Soldaten und Veteranen, Politiker und fünf Jugendliche des Europäischen Jugendprojekts Oberpfalz.

Doch es sollte kein gewöhnlicher Städtetrip werden, im Gegenteil: Die Oberpfälzer Delegation, angeleitet von Volksbund-Bezirksgeschäftsführer Dr. Dario Vidojkovic, war mit Regierungspräsident Axel Bartelt in den Deutschen Bundestag eingeladen worden – zur zentralen Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages.

Freihung

Nach einer Rundfahrt durch Berlin am Sonntagmorgen ging es durch mehrere Sicherheitsschleusen hindurch in das Reichstagsgebäude. In totaler Stille begann die Gedenkveranstaltung – mit einer Begrüßung von Wolfgang Schneiderhan, der Präsident des Volksbundes. Es folgten die Worte von vier Europäern aus drei Generationen – ein Zeitzeuge des zweiten Weltkrieges, ein Pole, eine junge Ukrainerin, ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter. Ihre gemeinsame Botschaft: Wer über den Krieg Bescheid weiß – egal ob aus eigener Erfahrung, durch Erzählungen oder Mahnmale, wie Kriegsgräber es sind – wird nach Versöhnung streben.

Die zentrale Gedenkrede hielt Dr. Rafał Dutkiewicz, der ehemalige Stadträsident von Wroclaw (ehemals Breslau). Sein Plädoyer für Europa, Versöhnung und gegen Hass und Nationalismus schloss er mit den Worten ab: „Ich glaube daran, dass Europa unsere Zukunft ist – und Nationalismen von gestern sind (…). Das sage ich heute hier als polnischer Europäer, als ein Breslauer. Das sage ich heute hier als ein Berliner.“ Starke Worte, die unüblicher Weise Applaus ernteten – in einer sonst völlig stillen Gedenkfeier, nur umrahmt von wenigen Musikstücken.

Den Abschluss machte Bundespräsident Frank Walter Steinmeier mit dem Totengedenken und einer Schweigeminute – das Ende einer schlichten und doch bewegenden, einer mahnenden und doch Mut-machenden Gedenkstunde.

Für die Oberpfälzer Delegation ging es weiter zu einem Empfang im Bundestag. Dort war für den kommenden Tag ein weiterer Besuch angesetzt: Mit einem Informationsvortrag zu den Abläufen und Regeln im Bundestag, einem Gespräch mit dem Mitarbeiter der Regensburger Bundestagsabgeordneten Dr. Astrid Freudenstein, Herrn Mattes. Damit ging die Reise zu Ende – sie hinterlässt bei den 20 Oberpfälzern sicher prägende Eindrücke, denn es gibt wohl keinen Ort, wo die deutsche Geschichte noch so spürbar ist wie in Berlin.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.