24.10.2018 - 14:03 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Unterricht im Grünen

Zweitklässler informieren sich auf der Streuobstwiese des Obst- und Gartenbauvereins Neusorg. Die Kinder hatten sehr, sehr viele Fragen.

Wissenswertes und Interessantes rund um das Thema Streuobstwiese erklärte erster Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Neusorg, Oliver Becher den Zweitklässlern der Fichtelnaabtal-Grundschule.
von Autor jplProfil

Gespannt machten sich die Zweitklässler der Fichtelnaabtal-Grundschule zusammen mit ihren Klassenleiterinnen Sonja Brunner-Rosner und Jessica Plannerer sowie Förderlehrerin Roswitha Schraml und Förderlehreranwärterin Lena Haas auf den Weg zur Streuobstwiese des OGV auf einem Hügel zwischen Neusorg und Pullenreuth. Am Rande eines Feldweges nahm Vorsitzender Oliver Becher die Gruppe in Empfang und hatte auch gleich einen Auftrag für die Kinder parat.

Sie sollten auf dem Weg zur Streuobstwiese Steine und herumliegende Äste oder Rinde sammeln und mitnehmen. Dort angekommen, informierte Becher zunächst über die verschiedenen Obstbäume und die Bestäubung durch Bienen und Hummeln. Vor Ort gab es viele interessante Dinge zu sehen, die für einen Streuobstwiese von Bedeutung sind. Zunächst erkundeten die Buben und Mädchen das dort aufgestellte Insektenhotel mit vielen Unterschlupfmöglichkeiten für nützliche Kriechtiere.

Eine aus alten Ästen der Obstbäume aufgeschichtete Reisighecke weckte das Interesse der jungen Naturforscher. Becher erklärte, dass es sich dabei um eine sogenannte Benjeshecke handle, welcher eine wichtige ökologische Funktion zukomme. Sie bietet vielen Tier- und Pflanzenarten die Möglichkeit, sich zu entfalten. Kleinvögel nutzen diese Totholzhecke gerne als Unterschlupf, aber auch Igel, Mäuse, Spinnen und Käfer finden dort ihren Lebensraum und sorgen wiederum für die Verbreitung von Pflanzensamen. Dort legten die Kinder ihre aufgelesenen Äste ab.

Nicht weit davon entfernt entdeckten einige Schüler einen Steinlesehaufen, für welchen sie ebenfalls Baumaterial gesammelt hatten. Durch seine südliche Ausrichtung werden die Ackersteine schnell erwärmt. Da sie die Sonnenwärme speichern und nachts abgeben, sind Steinlesehaufen Jagd- und Ruheplatz von Amphibien wie beispielsweise Eidechsen, aber auch vieler weiterer Kleinlebewesen. Von der angelegten Blühwiese, die als Nektarspender für Bestäuber wie Bienen, Hummeln oder Schwebfliegen dienen soll, konnte man an diesem herrlichen Herbsttag leider nicht mehr viel sehen.

Jedoch trafen die Kinder gleich Vorkehrungen für das nächste Gartenjahr. Sie ernteten die Samen der vertrockneten Blumen, um diese im kommenden Frühjahr im Kräuter- und Blumengarten der Fichtelnaabtalschule anzusäen. Gut gestärkt mit einer leckeren Brotzeit im Grünen ging es dann zu Fuß zurück zur Schule. Dort konnten die Mädchen und Buben gleich noch interessantes Informationsmaterial rund um das Thema Streuobstwiese mit nachhause nehmen.

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