20.11.2020 - 11:11 Uhr
PullenreuthOberpfalz

„Wir am Steinwald“: Corona, Brauchtum und ein Rätsel

Band 28 der Schriftenreihe „Wir am Steinwald“ ist fertig. Eine öffentliche Buchvorstellung kann es leider nicht geben. Die Gesellschaft "Steinwaldia" ist mit Blick auf den Erscheinungstermin kommende Woche untröstlich.

Das Titelbild, das der Herausgeber für den 28. Band ausgewählt hat, gewährt einen Blick ins Kemnather Land.
von Werner RoblProfil

Der Vorsitzende der Gesellschaft "Steinwaldia", Norbert Reger, ist zufrieden und enttäuscht zugleich. „Zufrieden bin ich, dass wir erneut viele Autoren gewinnen konnten“, betont Reger. Zugleich gesteht der "Steinwaldia"-Vorsitzende aber seine Enttäuschung darüber, dass die geplante Buchvorstellung heuer nicht stattfinden könne. Der musikalisch umrahmte Autorenabend ist stets ein schöner Anlass, die neuen und interessanten Beiträge und deren Autoren, die dafür verantwortlich zeigen, dem Publikum vorzustellen. „Alternativ planten wir stattdessen einen Pressetermin. Aber auch dieser wurde auf unbestimmte Zeit verschoben“, klagt Norbert Reger im Gespräch mit Oberpfalzmedien.

Keine Rauhnacht

„Die Pandemie macht es uns alles andere als leicht“, fasst er die derzeitigen Widrigkeiten zusammen. Dazu gehört auch das Ausflugsziel und kultureller Mittelpunkt der "Steinwaldia". Reger meint damit die historische Glasschleif, die bis auf Weiteres geschlossen bleiben muss. Ausfallen wird auch der Höhepunkt des Jahres (nach Weihnachten): die Rauhnacht. Als „nicht umsetzbar“ kommentiert Reger die geforderte Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen, die es unmöglich machen würden, die Rauhnacht – mitten im Steinwald – zu veranstalten.

„Wir am Steinwald“ erscheint in ein paar Tagen, weist Reger auf die 28. Folge der Schriftenreihe hin. Trotz Corona wurde das Werk in den vergangenen Monaten erarbeitet. Wie Reger sagt, könne man der „treuen und interessierten Leserschar wieder eine breite Auswahl an Themen anbieten". Der Vorsitzende, der bereits einige Einblicke gestattet, unterstreicht: „Auf 208 Seiten decken wir fast die ganze Steinwaldregion ab.“ Als Beispiele nennt Reger die bewegende Lebensgeschichte eines jungen Mannes, der gegen seinen Willen bei der Waffen-SS landet.

Dorfbader-Stube

Nicht fehlen dürfe auch das aktuelle Thema Corona, über das ein Pullenreuther Heimatdichter in Gedichtform schreibt. An eine große, heute aber nicht mehr existierende Festhalle, in der man Oktoberfeste feierte, an eine Dorfbader-Stube und eine längst verschwundene Kreuzberg-Linde erinnern zwei Wiesauer Autoren an anderer Stelle.

Aus Erbendorf stammen Stammtischgeschichten, „auf die sich die Leser sicher schon freuen werden“, ergänzt Vorsitzender Norbert Reger und unterstreicht: Zu lesen seien auch wieder wissenschaftliche und naturnahe Beiträge, wie zum Beispiel über das Waldsterben. Anschaulich befasst sich Band 28 auch mit dem Brauchtum und der Handarbeit in der Steinwaldregion. Zudem verspricht der Herausgeber unter anderem einige Erinnerungen an die beliebten Spinnstub’n-Abende in der Glasschleif zwischen Pullenreuth und Arnoldsreuth.

In den neuen Band eingebunden sei, wie Norbert Reger betont, auch ein Rätsel, "das selbst den kundigen Wanderer auf die Probe stellen wird“.

Ein Rückblick auf anno dazumal

Service:

In Buchhandlungen und Rathäusern

Erhältlich ist der bebilderte Folgeband 28 „Wir am Steinwald“ – zum Preis von 12,90 Euro – wie gewohnt bei der Gesellschaft "Steinwaldia" (E-Mail steinwaldia[at]web[dot]de), in den Rathäusern der Region und in den Buchhandlungen. Die Redaktion übernahmen Norbert Reger, Markus Reger und Peter Wildgans. „Wir am Steinwald“ erscheint im Pressather Verlag Eckhard Bodner.

 

 

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