03.01.2021 - 12:39 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Perchten und andere Unholde fürchten Covid-19

Ob auch die Geister wissen, dass wir uns derzeit im Lockdown befinden? „Wir glauben nicht. Daher haben wir es ihnen mitgeteilt“, witzelt der Vorsitzende der Gesellschaft "Steinwaldia", Norbert Reger, mit Blick auf die abgesagte Rauhnacht.

Für die Einhaltung der Sicherheits- und Hygienemaßnahmen konnten weder die Gesellschaft "Steinwaldia" und schon gar nicht die Geister und Perchten sorgen. Daher fiel die „Sagenhafte Rauhnacht“ aus.
von Werner RoblProfil

Wenn man dem Sagenschatz Glauben schenken darf, beschließt die winterliche "Wilde Jagd", sich nach den Feiertagen zurückzuziehen, um sich nach dem 6. Januar für lange Zeit zur Ruhe zu begeben. Zudem sollen die Rauhnächte - einer Bauernregel gemäß - für die kommenden zwölf Monate wetterbestimmend sein. Die Rauhnächte, alle Jahre nach Weihnachten, gibt es trotz Corona auch heuer wieder. Das ist sicher. Jedoch nur im Kalender und halt nicht an der Glasschleif bei Pullenreuth.

Auch kein Fackelzug

„Bereits vor Monaten haben wir beschlossen, auf die ,Sagenhafte Rauhnacht‘ zu verzichten“, bedauert „Steinwaldia“-Vorsitzender Norbert Reger im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Wie gewohnt wollte das Rauhnacht-Team einige Sagen vorstellen und das Publikum mit einbeziehen. Abgesagt wurde daher auch der Fackelzug von Pullenreuth zur Glasschleifwiese. „Traditionell hätten wir auch gerne wieder Spezialitäten vorbereitet, um die stets zahlreichen Besucher bewirten zu können“, fügt Reger hinzu. Corona und der Lockdown haben der Gesellschaft „Steinwaldia“ aber alles zunichte gemacht.

Der Vorsitzende bleibt aber optimistisch. „2021 werden wir – falls wir die Pandemie hinter uns gelassen haben – wieder in die Planungen für eine ,Sagenhafte Rauhnacht‘ einsteigen.“ Das sei man der „Steinwaldia“, vor allem aber den Freunden, schuldig. Damit sich die Perchten, Geister und andere Unholde erst gar nicht an die Glasschleif verirren, hat die Gesellschaft „Steinwaldia“ vorsorglich einen Hinweis angebracht.

Es schmerzt einfach

Ob die Unholde den Text lesen werden, bleibt fraglich. Norbert Reger lässt anklingen, dass die Absage mit Blick auf die aktuelle Lage unumgänglich war. „Die Sicherheits- und Hygienebestimmungen hätte man an diesem Abend wohl kaum einhalten können.“ Dass ihn die Absage schmerzt, ist offenkundig. „Die Rauhnacht hat sich zu einem Besuchermagnet entwickelt“, erinnert Reger an die Erfolge in den zurückliegenden Jahren. „Heuer hätte vielleicht auch das Wetter gepasst“, so der Arnoldsreuther.

Den finanziellen Verlust lässt Norbert Reger außen vor. "Sicherheit und Vorsorge vor einer Ansteckung haben Vorrang." Im Gespräch verweist Reger auch auf die Lücke, die durch die ausgefallenen Veranstaltungen entstanden ist. Dazu gehört auch die Spinnstub' auf der Schleif, die - in normalen Zeiten - derzeit stattgefunden hätte und an Mariä Lichtmess zu Ende gegangen wäre.

"Nicht nur die gemütlichen Spinnstubn-Abende, die vorübergehende Schließung der Glasschleif, auch die anderen ausgefallenen Termine schmerzen uns sehr", unterstreicht Norbert Reger. Vorausblickend betont er: "So bleibt uns nur zu hoffen, dass wir die Pandemie bald hinter uns lassen und uns auf die neuen Programmpunkte freuen können."

So war die "Sagenhafte Rauhnacht" einige Wochen vor Corona im Dezember 2019

Pullenreuth
Ob die Steinwald-Geister den Hinweis lesen werden, bleibt fraglich.

 

 

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