12.10.2020 - 15:17 Uhr
Pruihausen bei KönigsteinOberpfalz

Wieder ein totes Reh ohne Kopf gefunden

Bei Pruihausen liegt ein Reh am Waldrand. Ihm fehlt der Kopf, säuberlich abgetrennt. Sofort fallen dem Jagdpächter die Schlagzeilen von Mitte September ein - bei Ensdorf ist fast genau das Gleiche passiert. Aber warum tut jemand so etwas?

Die Polizei sucht nach einem Wilderer im Raum Königstein.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Es muss am frühen Montagmorgen passiert sein: In der Nähe von Pruihausen findet ein Landwirt gegen 7.30 Uhr ein totes Reh am Waldrand in der Nähe der B 85. Dem Tier fehlt der Kopf. Der herbeigerufene Jäger stellt fest, dass der Körper noch warm ist, die Tötung also nicht allzu lange her sein konnte.

Einen Schuss hat offensichtlich aber niemand gehört - wegen der relativen Nähe zum Übungsplatz Grafenwöhr sei dies aber kein Wunder, meint Jagdpächter Peter Ruppert, der das Revier Namsreuth betreut. Ihm fiel zu diesem Vorkommnis sofort die Geschichte ein, die im September in der Sulzbach-Rosenberger Zeitung zu lesen war: "Rätsel um verstümmeltes Reh" stand da als Überschrift, der Artikel bezog sich auf einen Vorfall, der sich wohl am 10. September nahe Ensdorf ereignet hatte.

Fachmännisch abgetrennt

Beide Fälle ähneln sich wie ein Ei dem anderen, nur dass beim ersten Ereignis gegen 5.15 Uhr ein Schuss vernommen wurde von Zeugen. Auch hier handelte es sich um ein Schmalreh, auch hier wurde der Kopf fachmännisch abgetrennt und mitgenommen. Allerdings geschah dies in Ensdorf zusätzlich mit einem Hinterlauf.

Das Pruihausener Reh dagegen war bis auf den fehlenden Kopf unversehrt. Der Jäger versorgte es und entdeckte dabei keinerlei Spuren von Gewalteinwirkung oder gar eine Schussverletzung. Er schließt also einen Wildunfall oder einen Körpertreffer aus. "Das Tier muss in den Kopf geschossen worden sein", vermutet Peter Ruppert. Weil es ein weibliches Tier war, das kein Gehörn trug, scheidet auch illegale Trophäenjagd aus.

Warum das 13 Kilogramm schwere Schmalreh sterben musste, darüber kann nur spekuliert werden. "Vielleicht wurde der Täter von dem Landwirt gestört und ist geflüchtet", hält Ruppert ebenfalls für möglich.

Anzeige erstattet

Er hat jedenfalls sofort Anzeige bei der Polizeiinspektion Auerbach erstattet, die jetzt wegen des Verdachts der Wilderei ermittelt. In diesem Zusammenhang werden natürlich auch dringend Zeugen gesucht, die etwas gesehen oder gehört haben am Montagmorgen nahe Pruihausen. Sie sollten sich bei der Polizeiinspektion Auerbach unter der Nummer 09643/9 20 40 melden.

Die Ermittlungen der Amberger Polizei im Ensdorfer Fall laufen noch, dort wurden nämlich seinerzeit auch Fingerabdrücke an einer aufgebrochenen Jagdkanzel gefunden und gesichert. Die beiden betroffenen Jäger jedenfalls haben großes Interesse daran zu erfahren, wer in ihrem Revier wildert und warum.

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Ensdorf
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