27.05.2021 - 11:41 Uhr
PressathOberpfalz

Stadtrat Pressath: Korb für Kollektorenbauer

Mit seinen Solarparkplänen beschäftigt ein Unternehmen aus der Nähe von Augsburg derzeit Kommunen in der Region. Der Stadtrat Pressath hat sich ebenfalls mit einer Offerte zu beschäftigen – mit deutlichem Ausgang.

Freiflächen-Photovoltaikanlage.
von Bernhard PiegsaProfil

Auch in Pressath holte sich die Unien GmbH einen Korb: Der Stadtrat lehnte in seiner Mai-Sitzung einstimmig das Anerbieten des in Mering bei Augsburg ansässigen Unternehmens ab, auf elf Flurstücken südlich der Bundesstraße 470 zwischen der Bahnlinie nach Grafenwöhr und der Bundessstraße 299 einen Solarpark zu errichten.

Der schwäbische Photovoltaikanlagenbauer suche derzeit den Kontakt zu etlichen Gemeinden in der Region mit dem Ziel, Rückendeckung für seine Solarparkpläne zu erhalten, merkte Bürgermeister Bernhard Stangl dazu an. Dabei werde aber nie berücksichtigt, ob die ins Auge gefassten Grundflächen in kommunalem oder privatem Eigentum stünden.

Stangl plädierte dafür, dem Vorhaben eine Absage zu erteilen, wie es andere Kommunalvertretungen auch schon getan hätten, und die fragliche Fläche nicht voreilig zugunsten einer auswärtigen Betreiberfirma zu verplanen. Dritter Bürgermeister Wolfgang Graser (Freier Wählerblock) empfahl eine Grundsatzdiskussion darüber, „wie wir uns künftig zu weiteren Flächen-Photovoltaikanlagen und allgemein zur Förderung der Energiegewinnung aus regenerativen Quellen stellen wollen“.

Stangl befürwortete dies und sprach sich für eine Akzentverschiebung hin zu einer verstärkten Nutzung von Dachflächen aus. Hierfür könne die Stadt ein Förderprogramm auflegen.

Mehr aus dem Stadtrat Pressath

Pressath

Diesen Vorschlag hieß auch CSU-Fraktionssprecher Martin Schmidt gut, riet aber, sorgfältig zu erwägen, inwieweit sich die Stadt dies leisten könne, zumal die finanziellen Folgen der Corona-Krise noch nicht abzusehen seien. Der Bürgermeister hielt den geldlichen Aufwand jedoch für überschaubar: „Bei einer Fördersumme von 100 Euro je Kilowatt/Peak und einer durchschnittlichen Anlagengröße könnten mit einem Förderprogramm-Jahresetat von 10.000 Euro etwa 15 Anlagen gefördert werden.“ Auch im Interesse des Klimaschutzes und der angestrebten „CO2-Neutralität“ sei dies vertretbar.

Gegen virtuelle Sitzungen

Kein Thema sind für den Pressather Stadtrat „Hybridsitzungen“. Ein bis Ende 2022 befristeter neuer Artikel der Bayerischen Gemeindeordnung hätte erlaubt, die Geschäftsordnung des Gremiums um diese Option zu ergänzen: Bis zu acht Ratsmitglieder hätten dann per Internet-Bild-und-Ton-Verbindung virtuell an einer Stadtratssitzung teilnehmen können, sofern sie an Covid-19 erkrankt sind oder zumindest der Quarantänepflicht unterliegen.

Vor allem die Fraktionssprecher Martin Schmidt (CSU) und Franz Floth (SPD) erhoben jedoch Bedenken: Es sei nicht gewährleistet, dass die Vertraulichkeit nichtöffentlicher Beratungen bei deren Übertragung in auswärtige Räume gewahrt werde. Zudem müsste für die Übertragungstechnik ein vierstelliger Betrag investiert werden.

In der Verwaltungsgemeinschaft Pressath wird somit nur der Schwarzenbacher Gemeinderat die coronabedingte Sonderregelung in seine Geschäftsordnung aufnehmen.

„Bei einer Fördersumme von 100 Euro je Kilowatt/Peak und einer durchschnittlichen Anlagengröße könnten mit einem Förderprogramm-Jahresetat von 10.000 Euro etwa 15 Anlagen gefördert werden.“

Bürgermeister Bernhard Stangl zu einem möglichen städtischen Förderprogramm für Photovoltaikanlagen auf Dachflächen.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.