19.07.2021 - 12:17 Uhr
PressathOberpfalz

Stadträte ärgern sich über Entscheidungen des Pressather Bürgermeisters

Die Entscheidung von Bürgermeister Bernhard Stangl über einen Baum im Pressather Stadtpark stößt bei den anderen Stadträten eher auf weniger Akzeptanz. Auch ein anderes Projekt des Rathauschefs sorgt für Unmut im Gremium.

Dem Baum wurden die Wurzeln gestutzt, da er Wachstum des Rasens und Schachfeld störte – für Richard Waldmann sein Todesurteil.
von Stefan NeidlProfil

Richard Waldmann (FW) äußerte sich in der Pressather Stadtratssitzung stark verwundert über das Beschneiden der Wurzeln eines Baumes in der Pressather Professor-Dietl-Anlage. Er habe die Aktion per Zufall gesehen, und die Arbeiter hätten ihm versichert die Anweisung käme von "ganz oben": "Das war sein Todesurteil. Der Baum wird wohl im nächsten Jahr absterben", meinte Waldmann und verlangte eine Erklärung von Bürgermeister Bernhard Stangl (SPD).

Dieser antwortete, selbst nicht dabei gewesen zu sein. Aber Schatten und Wurzeln des Baumes hätten dort Wachstum der Wiesen und das angrenzende Schachfeld gestört. Für Waldmann nicht nachvollziehbar: Es gibt weitere Bäume in der Nähe, werden die nun auch gefällt?, fragte er daher. Er bat darum, künftig vorsichtiger mit solchen Entscheidungen umzugehen. Parteikollege Eckhard Bodner stimmte ihm zu: "Die Sicherung des Schachfeldes kann kein Anlass für ein Vorgehen mit dem ,Vorschlaghammer‘ sein."

Auch Martin Schmidt (CSU) war mit Entscheidungen des Bürgermeisters nicht einverstanden: Birgit Baller (SPD) erkundigte sich nach einem bewilligten Fördergeld von 160.000 Euro. In früheren Diskussionen wollte der Stadtrat damit zwischen der Bahnhofstraße und der Straße Am alten Sportplatz eigentlich eine kleine Parkanlage mit Stellplätzen errichten. Stangl erklärte nun, dort einen Apfelbaumgarten mit Radweg anzulegen – ohne vorherige Absprache mit dem Stadtrat. Für Schmidt unerklärlich: "Dass Entscheidungen ohne den Stadtrat gefällt werden, ist nicht das erste Mal und sollte nicht zur Gewohnheit werden. Auch der Bürgermeister hat nur eine Stimme im Stadtrat." Stangl bat um Verzeihung und ein wenig Geduld. Er werde den Plan bald den Stadträten vorlegen.

Weiter stellte die Stadt Pressath die Jahresrechnung für das Jahr 2020 vor. Der Verwaltungshaushalt beträgt 10.501.250 Euro und der Vermögenshaushalt 7.535.988,44 Euro, so dass der Gesamthaushalt 18.037.238,44 Euro betrug. Die Stadt hat einen Überschuss von 895.866,87 Euro erwirtschaftet, welcher der allgemeinen Rücklage zugeführt wurde. Weiter kam sie ohne neue Kreditaufnahme aus, hat einen Schuldenstand von 3.525.635,91 Euro und Rücklagen in Höhe von 1.133.411,46 Euro.

Stadträte planen neues Konzept für Pressather "Kiesibeach"

Pressath
Aus der kleinen Gartenanlage hätte nach dem Wunsch des Stadtrats ein kleiner Park mit Stellplätzen werden sollen. Der Bürgermeister hat anders entschieden und nun wird ein Apfelbaumgarten daraus.

"Das war sein Todesurteil. Der Baum wird wohl im nächsten Jahr absterben."

Richard Waldmann (FW)

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.