23.04.2021 - 16:13 Uhr
PressathOberpfalz

Schlechte Konjunktur für Einbrecher im Vierstädtedreieck

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Weniger Straftaten und mehr Ermittlungserfolge als im vorangegangenen Jahr weist die Kriminalitätsstatistik 2020 der für das Vierstädtedreieck-Gebiet zuständigen Polizeiinspektion Eschenbach aus. Doch ganz in Ordnung ist die Welt nicht.

Der Diebstahl eines Einnetzgerätes für Weihnachtsbäume im Dezember floss ebenso in die Kriminalstatistik der Polizei Eschenbach ein, wie Unfälle und Delikte gegen Leib und Leben.
von Bernhard PiegsaProfil

Um 17,5 Prozent – von 745 auf 614 – ging die Zahl der registrierten Straftaten laut dem Zahlenwerk der Polizeiinspektion Eschenbach zurück. Auf nahezu allen Deliktsfeldern habe sich die Lage entspannt, berichtete Bürgermeister Bernhard Stangl im Pressather Stadtrat über die Kriminalitätsstatistik im Vierstädtedreieck. Zudem habe man die Aufklärungsquote von 67,2 auf „hervorragende 75,9 Prozent“ verbessert: 9,5 Prozentpunkte mehr als im bayernweiten Durchschnitt. Stangl: „Wir sind keine Insel der Seligen, aber die Welt ist hier noch einigermaßen in Ordnung.“

Besonders augenfällig sei der Rückgang der Diebstahlsdelikte um 53,29, der Rauschgiftkriminalität um 47,1 und der Fälle gefährlicher Körperverletzung um 26,5 Prozent. Wohnungseinbruchdiebstähle seien überhaupt nicht mehr verzeichnet worden, berichtet das Stadtoberhaupt. Die Polizei führe das auf erhöhte Vorsicht und Wachsamkeit der Bürger und auf wirksamere einbruchsverhindernde Maßnahmen in Häusern und Wohnungen zurück. Die verstärkte polizeiliche Aufklärungsarbeit trage sichtlich Früchte. Die annähernde Halbierung der Rauschgiftdeliktsfälle sei dem erhöhten polizeilichen Kontrolldruck und der akribischen Ermittlungsarbeit in der Kleindealerszene zu danken.

Nur noch sechs Fahrraddiebstähle seien der Polizei 2020 angezeigt worden, habe die Polizeiinspektion laut Bürgermeister Stangl weiter berichtet. Das sind 14 weniger als 2019, als ein tschechischer Staatsbürger auf Beutezug durch die Nordoberpfalz gegangen sei. Ihn habe die Polizei „nach Auswertung einer privaten Überwachungskamera in Schwarzenbach“ dingfest machen können. Bei den Sachbeschädigungen vermerkte die Statistik ein Minus von 21,2 Prozent.

Keinen Rückgang habe es im Bereich häusliche Gewalt gegeben. Möglicherweise als Begleiterscheinung der coronabedingten Ausnahmesituation mit Lockdown und Homeoffice sei hier die Zahl der angezeigten Fälle sogar leicht von 53 auf 54 gestiegen. Damit liege sie zwar immer noch unter der Quote von 2018, doch gehe die Polizei von einer beträchtlichen Dunkelziffer nicht gemeldeter Übergriffe aus.

Auch seien mehr Betrugsdelikte, insbesondere bei Internetgeschäften, registriert worden. Die sonstige Computerkriminalität – definiert als Fälle einer „elektronischen Beeinflussung der Ergebnisse von Datenverarbeitungsvorgängen“ – habe an Bedeutung verloren. Bei der Häufigkeitsziffer, der Zahl der Straftaten je 1000 Einwohner sei Pressath im vergangenen Jahr mit 23 an dritter Stelle hinter Grafenwöhr (37) und Eschenbach (35) gelegen, Schwarzenbach mit 16 an fünfter und Trabitz mit 15 an sechster Stelle. Sogenannte außergewöhnliche Kriminalfälle in den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Pressath verzeichne die Chronik nicht.

Von 737 auf 629 und damit um 14,2 Prozent habe sich im Polizeiinspektionsgebiet auch die Zahl der Verkehrsunfälle vermindert, merkte Bernhard Stangl an. Dies schreibe die Polizei nicht zuletzt den pandemiebedingten Mobilitätseinschränkungen zu. Schließlich seien der Polizei 48 (1019: 49) alkoholisierte – acht davon mit mehr als zwei Promille – und 13 (2019: 5) unter Drogeneinfluss stehende Fahrzeuglenker aufgefallen.

Ungewöhnlicher Diebstahl im Dezember

Pressath
Hintergrund:

Verletzungsrisiko der Radler im Verkehr steigt

  • 24 Unfallverursacher im Alter von 18 bis 24 (2019: 44)
  • 17 Radfahrer bei Unfällen verletzt (2019: 8)

 

 

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