19.03.2021 - 14:07 Uhr
PressathOberpfalz

Pressather Stadtrat: Beherzt planen, Bürger einbinden

„Möglichst noch heuer“ soll das „integrale Stadtplanungskonzept“ für Pressath auf dem Tisch liegen. Dieses ehrgeizige Ziel hat Bürgermeister Stangl sich und allen Verantwortlichen gesetzt und erhält hierfür die Rückendeckung des Stadtrats.

Im künftigen "integralen Stadtplanungskonzept" will die Stadt Pressath besonderes Augenmerk auf die Aufwertung der Steinbühlsiedlung, hier im Bild die Schinnerstraße, richten. Auch private Sanierungsmaßnahmen sollen im Zuge dessen gefördert werden.
von Bernhard PiegsaProfil

Das Planungskonzept ist nötig, damit weitere Einzelmaßnahmen der Infrastrukturmodernisierung und Stadtbildaufwertung zielgerichtet geplant und Fördermöglichkeiten erschlossen werden können, sagt Bürgermeister Bernhard Stangl. Vor allem die Steinbühlsiedlung solle systematisch „für die Zukunft fit gemacht“ werden: „An Straßen, Gehsteigen und Leitungssystemen gibt es dort in den nächsten zehn bis 15 Jahren viel zu sanieren.“

Bürger beteiligen

Ergreife die Stadt beherzt die Initiative zu diesen dringend fälligen Arbeiten, so werde dies auch die Einwohner zur Verschönerung und Renovierung ihrer Häuser und Grundstücke ermuntern, ist sich Stangl sicher. Vor allem dritter Bürgermeister Wolfgang Graser (Freier Wählerblock) teilte diese Auffassung, unterstrich aber auch die Notwendigkeit einer Einbindung der Bürger in die Planungsberatungen sowie eines Förderprogramms für private Maßnahmen: „Die Ortserneuerung in Dießfurt sollte hierfür als Vorbild dienen.“

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Auch Martin Schmidt (CSU) begrüßte Stangls Vorschlag. Wenngleich auf die Stadt „beträchtliche Kosten“ zukämen, stehe doch „außer Zweifel, dass wir das anpacken müssen“. Umso notwendiger sei eine „gründliche Durchplanung“ aller Maßnahmen. Bernhard Stangl ergänzte, dass vor allem bei der Planung des Nahwärmenetzes für die Steinbühlsiedlung der Kontakt zu den Einwohnern von elementarer Wichtigkeit sei, zumal die Stadt ermitteln müsse, wie viele Haushalte ein solches Angebot nutzen wollten: „Es müssen so viele sein, dass die Anlage rentabel betrieben werden kann, sonst ist das Projekt gestorben.“ Die rege Diskussion endete mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss, als Ausgangspunkt aller weiteren Planungen ein „Sanierungsgebiet Steinbühl“ auszuweisen und dafür eine „Sanierungssatzung“ zu erarbeiten.

Kanalkataster zur Bestandsaufnahme

Wichtige Daten für dieses Projekt wird das Kanalkataster liefern, mit dessen Erstellung die Stadtverwaltung ein Ingenieurbüro beauftragen wird. Bisher, so Bürgermeister Stangl, gebe es ein solches detailliertes Bestandsverzeichnis für das etwa 70 Kilometer lange städtische Kanalisationsnetz nicht. Aufgrund von Kamerabefahrungen werde der Zustand der Leitungen erfasst: „Somit werden wir genau wissen, welche Leitungsstrecken einer Sanierung bedürfen, und können einen Finanzierungsplan erstellen.“ Ebenfalls katastermäßig erfassen will die Verwaltung die im Professor-Dietl-Park und auf sonstigem öffentlichem Grund stehenden Bäume, für die die Stadt die Pflege- und Sicherungspflicht zu erfüllen hat.

Möglichst noch in diesem Jahr sollen auch die bereits im Bauausschuss befürworteten Straßensanierungsprojekte „Wirtschaftsweg Eichelberg“ und „Gemeindeverbindungsstraße Wollau-Winterleite“ ausgeführt werden. Christian Mörtl (SPD) äußerte Zweifel an der Notwendigkeit einer rund 70.000 Euro teuren Asphaltierung des Eichelberger Wegs, jedoch verwies Stangl auf dessen Bedeutung für die örtliche Landwirtschaft. Eine Schotterung käme etwa 15.000 bis 20.000 Euro günstiger, doch würden die schweren Agrarfahrzeuge die Schotterschicht binnen kurzer Zeit abtragen, und eine bloße Ausbesserung der alten Asphaltdecke sei gar nicht mehr möglich: „Von ihr ist nach mehr als 50 Jahren kaum noch etwas übrig.“

 

 

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