14.10.2020 - 14:42 Uhr
PressathOberpfalz

Pressath sagt den Fasching ab

Die Corona-Zahlen steigen wieder, überall werden Veranstaltungen abgesagt. Nun beschließt auch der Pressather Faschingsverein, die Saison 2020/21 zu Grabe zu tragen.

Der Pressather Faschingsverein hat lange abgewartet und gehofft. Doch nun verkündet Faschingspräsident Martin Reis eine Absage der Saison 2020/2021.
von Stefan NeidlProfil

Der Schritt war angesichts der steigenden Corona-Zahlen zu erwarten, dennoch blieb beim Pressather Faschingsverein (PFV) stets ein Funken Hoffnung. Nun verkündete Präsident Martin Reis jedoch die schwere Entscheidung: Die Faschingssaison 2020/21 wird ausfallen.

Der Vorstand hatte sich bereits im September beraten und den Entschluss einstimmig gefasst. Dieser umfasst drei Punkte: Erstens soll es keine eigenen Faschingsveranstaltungen des PFV geben. Zweitens wird es auch keine Teilnahmen bei externen Karneval-Events geben. Alle Veranstalter wurden bereits benachrichtigt, und Reis hat dabei breites Verständnis erfahren. Viele hätten sich für die Benachrichtigung bedankt, um die eigene Planungen anzupassen, und zugesagt, mit dem PFV nach der Corona-Krise weiter zusammenarbeiten zu wollen. Drittens will der Verein dennoch präsent bleiben und sich bei anderweitigen Terminen einbringen, beispielsweise Vorträgen oder Teilnahmen an möglichen kleineren Veranstaltungen.

Somit fallen der Rathaussturm und die Verkündung der Prinzenpaare am 11. November aus. Die geplanten "Hoheiten" werden weiter geheim gehalten und haben signalisiert, in der Saison nach Corona ihre Regentschaft anzutreten. Auch der eigene Ball ist damit ebenso wie der Faschingszug im Einvernehmen mit dem Stadtverband abgesagt.

Reis erklärt die Absage aller Veranstaltungen: "Wir wollen damit auch unsere Mitglieder schützen. Niemand soll sich verpflichtet fühlen, aus Gruppenzwang irgendwo teilzunehmen, auch wenn es ihm widerstrebt." Zudem wolle man nicht die aufwendig einstudierten Choreographien sowie die neuen oder angepassten Kostüme für vielleicht ein paar wenige Auftritte "verheizen".

"Es besteht immer die Gefahr einer Infizierung auf einer Veranstaltung, und sobald einer an Covid-19 erkrankt ist, müssen alle Kontakte in Quarantäne - ein nicht berechenbares Risiko", betont der Präsident des Faschingsvereins Auch seien lustige Faschingsfeiern nicht mit den wirtschaftlichen und menschlichen Tragödien vereinbar, die die Pandemie mit sich bringe.

Das Training der Garden, des Funkenmariechens, des Männerballets und des Showtanz-Ensembles wird dennoch weiter aufrecht erhalten, wenn auch in einem angepassten Trainingsrhythmus. Die Tänze sollen weiter verfeinert werden für eine umso schönere Zeit nach Corona. Und es bleibt der soziale Aspekt des gemeinsamen Tanzens und Trainings. Reis liebt den Fasching und macht deutlich, wie schade er die Entscheidung findet: "Manchmal muss man aber mit dem Strom schwimmen."

Garden, Showtanz-Ensemble, Männerballet und alle anderen Einlagen werden mitsamt dem Pressather Faschingsball nicht stattfinden können.
Der Faschingszug mit Tausenden von Zuschauern fällt Corona zum Opfer.
Das Schaulaufen der "königlichen Hoheiten" des Stadtrats wird 2021 ausfallen müssen.
Auch auf den beliebten Gaudiwurm nach dem Faschingszug müssen die Pressather 2021 verzichten.

 

 

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