29.11.2020 - 11:00 Uhr
PressathOberpfalz

Musikschule Vierstädtedreieck: Trotz Corona spielt hier die Musik

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Gerade Musikschulen haben es in Zeiten von Corona nicht leicht. Schließlich landet in Trompete, Flöte und Co. schon mal Speichel. Die Musikschule Vierstädtedreieck weiß sich da zu helfen. Auch, wenn es oft nicht einfach ist.

Jonathan Krefft (rechts) übt mit seinem Lehrer Georg Obermaier Klarinette. Eine große Trennwand trennt die beiden zum Schutz.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Es ist für Joachim Steppert, Leiter der Musikschule Vierstädtedreieck, ein tägliches Jonglieren mit den Stundenplänen. Denn die Situation ändert sich andauernd, erzählt er. Mal ist ein Musikschüler – oder gar mehrere – in Quarantäne, mal haben die Kinder in beispielsweise den Grundschulen früher Unterrichtsende. Dann klafft ein Loch im Stundenplan der Musikschule, denn die richtet sich nach dem Unterricht in den Schulen in Eschenbach, Pressath, Grafenwöhr und Kirchenthumbach. Zwar sei das oft nicht einfach zu bewerkstelligen, doch es klappt trotzdem immer irgendwie. Und Steppert ist vor allem froh, dass überhaupt musiziert werden darf, wenn auch anders als noch vor der Corona-Pandemie.

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Grundsätzlich sieht eine Musikstunde mittlerweile so aus, berichtet er: Der Musikschüler – meist ist es nur noch Einzelunterricht, außer bei Ensembles – betritt die Musikschule mit Maske und muss zunächst die Hände gründlich mit Seife waschen. Der Lehrer holt den Schüler dann in den Raum. Bei Unterrichtsstunden für Blasinstrumente oder Gesang trennt neben ausreichend Abstand noch eine Trennwand Schüler und Lehrer. Die Maske darf zum Singen abgenommen werden, und auch beim Trompetespielen wäre sie hinderlich. Die Schüler müssen laut Steppert ihre eigenen Instrumente mitbringen. Bei Klavierunterricht geht das allerdings nicht. Da wird das Instrument nach jeder Musikstunde mit Seifenwasser abgewischt. "Mit Desinfektionsmittel geht das nicht, weil sonst das Instrument ruiniert wird", erklärt der Schulleiter.

Während der Musikstunden mit Klavier, Gitarre oder vielen anderen Instrumenten müssen die Masken dagegen aufbehalten werden. Die Lehrer lüften außerdem die Räume ausgiebig, um Aerosole zu vertreiben. Dass mittlerweile wieder Präsenzunterricht möglich ist, freut Steppert. Das Unterrichten per Internet habe zwar auch gut funktioniert, sei aber trotzdem eine große Herausforderung gewesen, "weil es bei uns auch ältere Kollegen gibt, die nicht unbedingt technisch bewandert sind".

"Die Fortschritte der Kinder werden nicht weniger, eher im Gegenteil."

Musikschulleiter Joachim Steppert

Musikschulleiter Joachim Steppert

Damit beim Präsenzunterricht mit Ensembles stets auch die Abstände von drei Metern eingehalten werden können, hat Steppert zum Teil auch neue Räume organisiert. "Das Blasorchester in Pressath probt momentan im Pfarrheim", informiert er. Die Proben dürften außerdem nicht zu lange dauern, und es müsse eine Möglichkeit zum Lüften da sein. "Blasinstrumente bilden Kondensat, das normalerweise auf den Boden gekippt wird. Jetzt muss es in Tücher gekippt werden", erläutert er weitere Hygienemaßnahmen beim Musizieren.

Trotz des vielen Organisierens findet Steppert aber auch etwas Gutes an der derzeitigen Situation: "Die Fortschritte der Kinder werden nicht weniger, eher im Gegenteil." Dadurch dass die Kinder mehr Zeit hätten, werde auch mehr daheim geübt. Das sieht er als Chance für die Musik und seine Schule.

Service:

Musikalischer Adventskalender

  • 415 Schüler betreut die Musikschule Vierstädtedreieck derzeit.
  • Ein paar von ihnen machen auch beim musikalischen Adventskalender der Schule mit. Auf deren Facebook-Seite öffnet sich nämlich ab 1. Dezember jeden Tag ein Türchen mit Musik – ein kleiner Ersatz für die ausgefallenen Veranstaltungen.

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