15.07.2020 - 12:30 Uhr
PressathOberpfalz

Grenzüberschreitender Großputz: Freizeitsee Dießfurt von Müll befreien

Die Pressather, US-Garnisonsangehörige und Staatsforstmitarbeiter packen es an: Gemeinsam wollen sie das Gelände rund um den Dießfurter Freizeitsee von Müll befreien. Umweltschutz geht immerhin alle etwas an.

Auf Captain Victor A. Colón Ramirez (rechts) geht die Initiative des "589th Brigade Support Batallion" für ein gemeinsames amerikanisch-oberpfälzisches "Rama dama" am Dießfurter Freizeitsee-Ufer zurück. Von links: Captain Evan J. Peloquin (Community Relation Officer/Öffentlichkeitsbeauftragter der Einheit), André N. Potzler (Pressesprecher des "7th Army Training Command"), Bürgermeister Bernhard Stangl.
von Bernhard PiegsaProfil

„Rama dama“ heißt auf Englisch „clean up“ und auf Hochdeutsch „Großreinemachen“. Und alle Sprachbarrieren überwindet ein einziger Schlachtruf, den Amerikaner wie Oberpfälzer rund um Grafenwöhr gewiss gleich gut verstehen: „Pack ma‘s.“ In „interkultureller“ Eintracht wollen Pressather, US-Garnisonsangehörige und Staatsforstmitarbeiter am kommenden Wochenende das Freizeitgelände am Dießfurter Badesee von den unschönen „Visitenkarten“ befreien, die von der ebenfalls „grenzüberschreitenden“ Sorglosigkeit und Bequemlichkeit mancher Badegäste zeugen.

„Der See ist ein beliebtes Freizeitziel für Deutsche wie Amerikaner, ein Ort der Begegnung und des Miteinanders – aber dieses Miteinander hinterlässt auch unerfreuliche Spuren, an denen Deutsche wie Amerikaner ihren Anteil haben“, erinnerte Bürgermeister Bernhard Stangl bei einem Gesprächstermin im Dostlerhaus. Das Problem der Ufervermüllung habe auch die US-Armee keineswegs gleichgültig gelassen, bekräftigte André N. Potzler, Pressesprecher der „7th Army Training Command“ in Grafenwöhr: „Das Thema wurde auch bei uns eingehend beraten, und schließlich hat Captain Victor A. Colón Ramirez angeregt, die Partnereinheit der Stadt Pressath solle doch auf die Stadtverwaltung zugehen, um eine gemeinsame Aufräumaktion zu organisieren.“

Freizeitsee Dießfurt als Müllhalde missbraucht

Dießfurt bei Pressath

Im Rathaus habe man sich sehr gefreut, dass das „589th Brigade Support Battalion“ der „41st Field Artillery Brigade“, mit dem die Stadt im vergangenen Jahr ein Partnerschaftsabkommen geschlossen hat, die Seeanliegerkommunen bei der Sauberhaltung des Freizeitgeländes unterstützen wolle, betonte Stangl: „Darin spiegelt sich auch das traditionell gute Verhältnis zwischen Deutschen und Amerikanern in Pressath wieder und insbesondere der beiderseitige Wunsch, die vor zehn Jahren erstmals verbriefte Freundschaft zwischen Stadt und Garnison mit Leben zu erfüllen.“ André Potzler bestätigte dies: „Unsere Soldaten und Mitarbeiter und deren Angehörige sehen sich als Partner und Mitglied der Stadtgemeinde, und diese Aktion soll ein weiterer Schritt hin zur Festigung dieses bewährten Miteinanders sein.“

Der Widerhall, den die Initiative schon jetzt bei Amerikanern wie Deutschen gefunden habe, sei überwältigend gewesen, verrieten Rathauschef und Army-Sprecher: „Wir konnten uns vor freiwilligen Helfern fast nicht retten.“ Ein besonderes Dankeschön richtete Bernhard Stangl an die Staatsforsten, die ebenfalls ihre tatkräftige Unterstützung zugesagt haben. Für die Zukunft, so Stangl und Potzler, führten Army und Stadt bereits lebhafte Gespräche über weitere gemeinsame Aktivitäten: „Immerhin wollen wir ja nicht nur beim Müllabräumen Partnerschaft pflegen, sondern auch bei recht vielen kulturellen und geselligen Anlässen.“

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