24.03.2021 - 12:43 Uhr
PressathOberpfalz

Freizeitsee Dießfurt: Stadtrat Pressath für nachhaltiges Nutzungskonzept

Die Stadt Pressath will dafür sorgen, dass der Dießfurter Freizeitsee ein neues Nutzungskonzept bekommt. Das soll ökologisch und nachhaltig sein. Doch dafür müssen nun zuerst einige Prognosen aufgestellt werden.

Für ein neues Nutzungskonzept des Freizeitsees Dießfurt will sich die Stadt Pressath stark machen. Federführend soll hierbei der Trägerverein des „Integrierten Lokalen Entwicklungskonzepts (ILEK) VierStädtedreieck“ sein, das touristische Gesamtkonzept soll die Interessen der ganzen Region im Blick behalten.
von Bernhard PiegsaProfil

Im „Integrierten Lokalen Entwicklungskonzept (ILEK) Vierstädtedreieck“ solle eine neue Nutzungsplanung für den Freizeitsee Dießfurt erarbeitet werden, kündigte Bürgermeister Bernhard Stangl in der Stadtratssitzung an. Das ehrgeizige Nutzungskonzept aus dem Jahr 2012, das sich überdies als zu wenig durchdacht erwiesen habe, werde nicht weiter verfolgt. Mit den Ratsmitgliedern war sich Stangl einig, dass jede künftige Planung auf ein „ökologisches und nachhaltiges“ Nutzungskonzept abzielen müsse.

In diesem Zusammenhang müssten die Attraktivität des Freizeitsees sowie seine möglichen Auswirkungen auf umliegende Gemeinden und deren Freizeiteinrichtungen sorgfältig prognostiziert werden. Dies betreffe beispielsweise die Verlagerung von Besucherströmen, das Einkaufsverhalten auswärtiger Badegäste. Zu untersuchen seien die Verkehrsströme, ein Verkehrslenkungskonzept sei zu entwickeln. Nur so werde man potenzielle Investoren, die anderen Gemeinden und den Landkreis für eine Kooperation gewinnen können. Der künftige ILEK-Trägerverein sei die berufene Instanz, um ein touristisches Gesamtkonzept in Auftrag zu geben, das die ganze Region im Blick behalte.

Baxi-Angebot verbessern

Erfolgreich waren laut Bernhard Stangl die Bemühungen der Stadt um eine Verbesserung des Baxi-Angebots für das Stadtgebiet. Der Landkreis habe zugesagt, dass weitere Haltestellen eingerichtet würden, der erweiterte Fahrplan sei in Arbeit, und Einzelheiten könnten ab April telefonisch beim Landratsamt unter 09602/6379797 oder 0180/1726934 erfragt werden.

Impfzentrum in Stadthalle

Ferner informierte Stangl über die vollzogene Aufnahme der Stadt in den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Amberg und die zügigen Fortschritte bei der Einrichtung des Impfzentrums in der Stadthalle: „Es bleibt zu hoffen, dass diese Einrichtung so lange bestehen bleibt, bis die Bevölkerung des westlichen Landkreises Neustadt durchgeimpft ist.“

Auf die Frage von Ortssprecher Andreas Eckert, wie das Impfzentrum mit nicht planmäßig verbrauchten Impfdosen verfahren werde, erwiderte Stangl, dass hierüber allein das Bayerische Rote Kreuz entscheide: „Die Stadt hält sich bewusst und konsequent heraus, um keine Diskussionen wie in Pleystein zu provozieren.“

Dank an Arbeiterwohlfahrt

Weiterhin dankte der Bürgermeister der Pressather Arbeiterwohlfahrt, deren Vorsitzende die SPD-Stadträtin Birgit Baller ist, für die Überlassung des AWO-Heims im Haus der Vereine als Ausweichraum für die Grund- und Mittelschule.

Vorbehalte gegen Baumimporte

Vorbehalte bekundete Eckhard Bodner (Freier Wählerblock) gegen die Anpflanzung neuer, als klimawandelresistent eingeschätzter mediterraner Baumarten im Stadtwald bei Riggau. Schon manche früheren „Baumimporte“ seien Fremdkörper in der Pflanzen- und Tierwelt geblieben, die von einheimischen Insekten ungern angeflogen würden. Wie Schadinsekten auf die nun importierten neuen Arten reagierten, sei ungewiss. Bürgermeister Stangl entgegnete, dass genau aus solchen Erwägungen zunächst nur eine kleine Fläche bepflanzt werde: „Es handelt sich um einen Versuch, der genau auf solche Fragen Antworten bringen soll.“

Das "integrale Stadtplanungskonzept" soll noch heuer auf dem Tisch liegen

Pressath
Hintergrund:

Da hakt's beim Dießfurter Freizeitsee

  • dringlichste Probleme: Müllhinterlassenschaften und Offroad-Fahrer, die Gebiet als Rennstrecke missbrauchen
  • bisherige Aktionen (unter anderem): Bayerische Staatsforsten, denen das Gebiet gehört, blockierten Zufahrtsstraßen mit Erdwällen, Steinbarrieren und Eisenschranken; Müllsammlungen von Freiwilligen
  • Vorhaben: ILEK-Trägerverein soll touristisches Gesamtkonzept in Auftrag geben, mit Blick auf ganze Region

 

 

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