13.11.2020 - 12:16 Uhr
PressathOberpfalz

Apotheker in Pressath, Eschenbach, Grafenwöhr warten auf Grippe-Impfstoff

"Wir haben momentan nichts da." Dieser Satz fällt so, oder so ähnlich, bei allen Telefonaten mit Apotheken in Pressath, Eschenbach und Grafenwöhr. Gemeint ist der Grippe-Impfstoff. Dabei ist die Liste der Reservierungen lang.

Grippe-Impfstoff ist Mangelware – auch in Pressath, Grafenwöhr und Eschenbach.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Die Nachfrage ist groß: In diesem Jahr wollen besonders viele Menschen gegen die echte Grippe, auch Influenza genannt, geimpft werden. Die Apotheken in der Region warten deshalb sehnsüchtig auf neue Impfstoffdosen, denn ihre Kühlschränke sind leer. "Wir haben momentan nichts da. Wir wissen aber, dass wir noch Ware bekommen", berichtet ein Eschenbacher Apotheker, der namentlich lieber nicht genannt werden will. Er befürchtet, dass sein Telefon nicht mehr still stehen würde. "Da rufen sie sonst sogar aus Weiden an", vermutet er einen riesigen Ansturm. Der Apotheker führt bereits eine Liste, auf der Reservierungen vermerkt sind. Wie viele Kunden dort schon stehen, will er aber nicht sagen. Die zu erwartenden Impfstoffdosen hat er im September bestellt, wann sie eintreffen, weiß er noch nicht. "Ich gehe davon aus, dass wir 80 Prozent der Nachfrage decken können", sagt er optimistisch.

Der Auslöser für die erhöhte Nachfrage nach Grippe-Impfstoff sei ganz klar die Corona-Pandemie. "Man sollte aber nicht in Panik verfallen", betont er. Der Lockdown und die weiteren Hygiene-Maßnahmen wie die Mund-Nase-Maske würden auch dazu beitragen, dass die jedes Jahr wiederkehrende Grippe-Welle eingedämmt werde.

Auch in Weiden ist die Nachfrage nach dem Grippe-Impfstoff groß

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Viele Reservierungen von Kunden hat auch die Pressather St. Georgs-Apotheke auf dem Tisch liegen. "Wir haben seit drei Wochen keinen Impfstoff mehr, aber bräuchten 100 bis 200 Dosen", berichtet die Angestellte Karin Rückerl. Sie selbst kennt viele, die sich bislang nicht gegen Grippe impfen ließen, sich wegen Corona nun aber doch dafür entschieden haben. Angst sei dafür meist der Auslöser, vermutet Rückerl.

Einen akuten Mangel allgemein, stellt auch ein Grafenwöhrer Apotheker fest, der ebenfalls nicht namentlich genannt werden will. Auch er hat derzeit keinen Grippe-Impfstoff zur Verfügung, doch die Nachfrage der Kunden sei groß. Sind es denn mehr die Älteren, oder mehr die Jüngeren, die danach fragen? "Das kann man nicht pauschal sagen", sagt er. Der Apotheker muss nun wie viele andere Kollegen darauf warten, ob er noch Impfstoffdosen bekommt.

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