03.08.2021 - 17:26 Uhr
MünchenOberpfalz

Der politische Bauer lässt Landesfürst Söder erzittern

Einst als Hofnarr "Hubsi" unter Landesfürst Söder veralbert, könnte Hubert Aiwanger nun einer der großen Entscheider Deutschlands werden. Die Freien Wähler werden zunehmend zur Gefahr für die CSU - kommentiert Sebastian Böhm.

Markus Söder (rechts) und Hubert Aiwanger kämpfen aktuell im Bundestagswahlkampf gegeneinander.
von Sebastian Böhm Kontakt Profil
Kommentar

Er muss eine diebische Freude verspüren, dieser Hubert Aiwanger, der gerade im rechten Lager den anderen Parteien wertvolle Wählerstimmen klaut. Einst als Hofnarr "Hubsi" unter Landesfürst Söder veralbert, könnte der Vize-Ministerpräsident Bayerns nun einer der großen Entscheider Deutschlands werden. Die Freien Wähler werden bei dieser Bundestagswahl zunehmend zur Gefahr für die CSU. Markus Söder zittert vor Hubert Aiwanger - und das völlig zurecht.

Natürlich, wenn man Aiwanger in seinem tiefsten "Opflsoft"-Niederbayerisch sprechen hört und er mit seinen fragwürdigen Ansichten die Impfkampagne gefährdet, will man sich ihn nicht so recht in einem Bundesministeramt vorstellen. Aber: Der studierte Landwirt hat eben das Gespür für politische Wetterlagen, er weiß ganz genau, wann er die Ernte seiner Politik einfahren kann und will. Er sät nun Zweifel an den Impfstoffen und baut diese am rechtesten Wegesrand der politischen Mitte und auch darüber hinaus an - in der Hoffnung, genau da die Wählerstimmen im September zu ernten, die er zum Einzug in den Bundestag braucht.

Wenn ihm das wirklich gelingt, sind die Freien Wähler plötzlich ein interessanter Verhandlungspartner für bürgerliche Koalitionen und die CSU wäre ihre exklusive Rolle als Antreiber aus Bayern, der Druck im Bund machen kann, los. Und genau das lässt Markus Söder erzittern.

Söder gegen Aiwanger: Die bayerische Koalition wackelt

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