06.12.2019 - 16:36 Uhr
PlößbergOberpfalz

Markt Plößberg will Leerstände überblicken

Der Markt Plößberg startet eine Leerstandsinitiative. Erfasst werden alle städtebaulich relevanten Gebäude, die potenziell vom Leerstand betroffen sind. Auf der Liste stehen dann auch Empfehlungen für die Nutzung.

In diesem Gebäude in der Blumenstraße 22 soll ein Bürgertreff samt Wohnung entstehen. Klaus Dieter Stiefler vom Architekturbüro RSP stellt in der Marktratsitzung seine Pläne dafür vor – die jetzt beschlossene Sache sind.
von Lena Schulze Kontakt Profil

"Wir wollen einen Überblick über die Leerstände im Gemeindebereich", erläuterte der Geschäftsleiter des Markts, Hubert Götz. Aus dieser Erhebung sollen Strategien für den Städtebau entwickelt werden. Erfasst werden alle städtebaulich relevanten Leerstandspotenziale. Daraus werden dann Handlungsempfehlungen abgeleitet. Diese Arbeiten übernimmt der städtebauliche Berater Klaus Zeitler vom SIREG-Institut in Rottenburg für den demografischen und sozialen Bereich, sowie Klaus Stiefler vom Architekturbüro RSP für den städtebaulichen Bereich. "Wenn das Gebäude schon leer steht ist das der ,worst case", fasste Götz zusammen. In der Erhebung soll auch beleuchtet werden, wie man ältere Menschen im Gemeindebereich unterstützen kann, die alleine in einem großen alten Haus wohnen. Oft wären in diesen Gebäuden noch Wohnungen frei, seien aber für potenzielle Mieter nicht attraktiv, begründete Götz.

Diese Erfassung kostet die Gemeinde etwa 25.500 Euro. Die Regierung signalisierte laut Bürgermeister, dass diese Initiative eventuell gefördert werden könnte. Je nach Zuschuss bliebe der Gemeinde dann ein Eigenanteil zwischen 2550 Euro und 10.200 Euro.

Das Ergebnis der Leerstandsinitiative soll dann Grundlage für ein kommunales Förderprogramm außerhalb des städtebaulichen Sanierungsgebiets in Plößberg werden - ob auch weitere Ortsteile, wie Schönkirch, an die Städtebaumaßnahmen angegliedert und bezuschusst werden kann, muss noch geklärt werden.

Diesen Aspekt hielt Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzender Hans Klupp für außerordentlich wichtig. "Vor allem in den kleineren Dörfern ist die Leerstandsproblematik groß." Er begrüßte es, Nutzungsalternativen für diese Gebäude zu finden. "Wobei ich schon der Meinung bin, dass auch ein Abbruch eine Alternative sein muss", gab Klupp zu bedenken. Bürgermeister Lothar Müller entgegnete, dass die Regierung oft darauf bestünde, dass manche Gebäude aus städtebaulichen Gründen erhalten bleiben müssten.

"Um keine Zeit zu verlieren, wurde der Zuwendungsantrag bereits gestellt", informierte Müller. Sobald der Markt eine positive Rückmeldung von der Regierung habe, werde die Leerstandsinitiative gestartet.

Steigender Wasserverbrauch

Seit dem Jahr 2015 steigt der Wasserverbrauch im Gemeindebereich Plößberg kontinuierlich an. Während der Verbrauch vor vier Jahren noch bei fast 254.000 Kubikmeter Wasser lag, waren es 2019 bereits 296.000 Kubikmeter. "Wir nähern uns der 300.000-Kubikmeter-Marke immer mehr", berichtete Lothar Müller. Die größten Steigerungen haben sich im Ablesebezirk Liebenstein-Stein-Betzenmühle ergeben. Aktuell beziehe die Gemeinde ihr Wasser zum Teil aus eigenen Quellen, zum Teil bereits von der Steinwaldgruppe. Da die Schüttung der eigenen Quellen nicht berechenbar ist, gelangt der Markt langsam an seine Grenzen. "Wir werden Verhandlungen mit der Steinwaldgruppe führen", kündigte der Rathauschef an. "Das wird nicht einfach werden." Denn auch die Steinwaldgruppe stoße hinsichtlich der Pumpleistung an ihre Grenzen. Hans Klupp (FW) schob nach: "Dieses Problem wird man lösen, aber das dauert."

Brandlasten minimieren

Jedes brennbare Material, jeder brennbare Gegenstand, der sich während eines Brands in einem Raum befindet, ist eine Brandlast. Im Zuge des Umbaus des Rathauses und des Kultursaalgebäudes fand bereits im Juni eine gemeinsame Begehung mit der Feuerwehr Plößberg statt. "Die Gemeinde als Betreiber stuft in eigener Verantwortung ein, was im Treppenhaus und im Flur geduldet werden kann", erklärte Lothar Müller. Was das Treppenhaus im Rathaus betrifft, müsse der Holzschrank laut Empfehlung der Brandschützer fest montiert und mit Sicherheitsglas ausgestattet werden. Der Schrank muss dabei so aufgestellt sein, dass eine offene Schranktüre den Fluchtweg nicht drastisch verengt. Bilder und Wegweiser sollten aus Glas oder Acryl sein. Das gelte auch für den Flur im Obergeschoss im Kultursaalgebäude. Ebenso soll dort nur die Garderobe im hinteren Bereich in Richtung Treppenhaus belassen werden. Auch die geplanten Glasvitrinen müssen aus Sicherheitsglas sein.

Jürgen Kraus (SPD) betonte die Wichtigkeit, dass Flucht- und Rettungswege freigehalten werden. "Ich selbst war Atemschutzträger bei der Feuerwehr. Bei Einsätzen sieht man manchmal die eigene Hand vorm Gesicht nicht, wenn dann im Ernstfall noch was im Weg steht ..."

Marktratsplitter:

Ab sofort auch "online" ins Rathaus Plößberg

Aus dem Bauamt gab Bürgermeister Lothar Müller unter anderem bekannt, dass das Unternehmen Ziegler Holzindustrie eine Hackanlage an die bestehende Werkhalle 4 auf dem Werksgelände in Betzenmühle anbauen darf.

Eine breite Streuung der Höhe der Erfrischungsgelder für die Wahlhelfer habe eine Umfrage unter den Landkreiskommunen ergeben. Die Plößberger Markträte haben sich nun für einen Betrag entschieden: Für die Kommunalwahl am 15. März 2020 erhalten Wahlhelfer eine Aufwandsentschädigung von 60 Euro, für die Unterstützung bei einer Stichwahl am 29. März 2020 erhalten Helfer 40 Euro. „Mit dem Erfrischungsgeld wird der eigentliche Aufwand nicht entschädigt, das wäre viel zu wenig“, betonte das Gemeindeoberhaupt. „Das ist nur eine kleine Anerkennung für die Übernahme dieses Ehrenamts.“

In der Sitzung beschäftigte sich das Gremium mit einem Antrag eines Betzenmühler Unternehmers. Er fragte an, das Baugebiet Windlohe in Stein von der Einstufung her von einem Wohngebiet zu einem Dorfgebiet (Mischgebiet) abzuändern. Damit wäre eine Lärmeinwirkung von 45 Dezibel, anstelle von nur 40 Dezibel, zulässig. Diese Erhöhung wäre zwingend erforderlich, um seinen Betrieb in dem Umfang weiterführen zu können. In enger Absprache mit den Eigentümern einigte man sich, dass der beste Weg eine Teilaufhebung des südlichen Bereichs sei. Gleichzeitig soll der nördliche Bereich des Baugebiets Windlohe von einem Wohngebiet zu einem Mischgebiet abgeändert werden.

Ab sofort können Plößberger ihre Behördengänge über das Bürgerserviceportal zum Teil auch online erledigen, informierte der Bürgermeister. „Ich bin richtig froh, dass das umgesetzt wurde“, sagte Müller.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.