28.10.2020 - 12:19 Uhr
PlößbergOberpfalz

Corona und die Kirchenmusik in Plößberg

Corona hat auch die großen Kirchenchöre in eine Zwangspause geschickt. Mit kleineren Ensembles wird in Plößberg darauf reagiert.

Bildbeispiel mit Programmzetteln. Es sollen noch mehr Bilder kommen von Florian Löw.....
von Externer BeitragProfil

Die Corona-Pandemie hat - wie viele Bereiche des täglichen Lebens überall - auch die Aktiven der Kirchenmusik der katholischen Pfarrgemeinde Plößberg getroffen. Allen voran den Organisten und Chorleiter Florian Löw, da beginnend im März keine öffentlich zugänglichen Gottesdienste mehr stattfinden durften.

Singen war nach Erkenntnissen in verschiedenen Ländern gerade wegen großer Aerosol-Erzeugung und dem damit verbundenen Ansteckungsrisiko ab sofort tabu. Ebenso traf es den Kinderchor Aquaria und weitere. Auf Eis gelegt war damit auch die Zusammenarbeit mit dem Kirchenchor in Fuchsmühl und seinem Leiter Werner Fritsch bezüglich der geplanten gemeinsamen Aufführung einer Messe von Valentin Rathgeber. Eine Zwangspause erfuhren auch die 2018 begonnene Zusammenarbeit und das gemeinsame Singen mit dem Kirchenchor der Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Tachov.

Bewährte Solisten im Einsatz

Ab 10. Mai konnten dann wieder öffentliche Gottesdienste stattfinden. Was nun tun, da Gemeinde- und Chorgesang ausgeschlossen waren? Nur Orgel und Cantor in den Sonntagsgottesdiensten über Monate hinweg hätte niemanden auf Dauer zufriedengestellt. Neben einer qualitativen Steigerung bei der Programmgestaltung mit Orgelstücken erfolgte seitdem der häufigere Einsatz von bewährten Instrumental- und Gesangssolisten, wie Rosita Schmid, Klarinette, der Trompeter Josef Schneider und Johannes Gruber sowie Lisa Ertl, Gesang.

Florian Löw leitet auch den Kirchenchor der Pfarreiengemeinschaft Windischeschenbach-Neuhaus

Neuhaus/Windischeschenbach

Was könnte man denn noch tun, um Abwechslung zu erreichen? Kreatives Nachdenken führte zu kleinen Ensembles - Gesang und instrumental - als Lösung. Die Betonung liegt auf klein, das heißt maximal drei oder vier Musizierende entsprechend der geltenden Abstandsregeln. Gleich drei neue kleine Ensembles sind nun infolge oder gerade wegen Corona entstanden, die damit die Vielfalt der musikalischen Begleitung in den Gottesdiensten in Plößberg außerordentlich bereichern.

"Corona-Quartett"

Zu nennen sind zunächst das "Corona-Quartett" mit den Sängerinnen Carolin Gmeiner, Rosita Schmid und Sängern Florian Löw und Willi Härtl. Mit großem Engagement, erfreulich guter Intonation, stimmlicher Homogenität und großer Ausdruckskraft interpretieren sie fast ausschließlich a capella gemischte vierstimmige Werke der Chorliteratur des Kirchenchores bei den Sonntags- und Vorabendgottesdiensten im Wechsel. Gleichsam als Pendant dazu hat sich ein vierstimmiges Männerquartett mit Florian Löw, Benno Krottenthaler, Willi Härtl und Manfred Lang gefunden. Ein mittlerweile schon mehrfach gewünschtes Werk für den Gottesdienst ist hier die Deutsche Messe von Franz Schubert in der Fassung für Männerchor. Auch hier ist das musikalische Ergebnis nicht zuletzt dank der engagierten Leitung durch Florian Löw bemerkenswert.

Besonderes Hörerlebnis

Und last but not least entstand ein Kammermusik-Ensemble, bestehend aus Rosita Schmid und Willi Härtl, Klarinette, sowie Florian Löw an der Orgel. In dieser Besetzung musizieren sie Originalwerke und Bearbeitungen insbesondere des Barock, der Klassik und Romantik. Zu nennen sind hierbei unter anderem Sätze aus Triosonaten von Händel, aus Suiten von Pachelbel, aus Concerti Grossi von Corelli und weitere Bearbeitungen für zwei Soloinstrumente mit Orgelbegleitung. Spielfreude und lebendige Interpretation kennzeichnen das Hörerlebnis. Wer hätte gedacht, dass die ganz überwiegend polyphon gehaltenen Sätze der Händel'schen Triosonaten mit Orgel als Continuo-Begleitung so wohltuend und passend bei Gottesdiensten klingen?

Übersicht auf Programmzettel

Zu erwähnen ist noch, dass jeder Gottesdienstbesucher seit Mai sonntäglich einen Programmzettel mit Übersicht der Musikstücke und einer kleinen Einführung auf den gekennzeichneten Plätzen vorfindet. Florian Löw scheut hier keine Mühe, in dieser Pandemiezeit jedem Gottesdienstbesucher ein kleines Konzerterlebnis mit Programm mitzugeben.

Mittlerweile kann der Kirchenchor seit Juli unter Einhaltung des vorliegenden Hygienekonzepts wieder proben. Möglich geworden ist es für den Chor nun Gott sei Dank auch wieder, unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen in begrenzter Sängerzahl beim Gottesdienst zu singen. So konnte der kürzlich nachgeholte Gottesdienst zur Erstkommunion in Plößberg gebührend umrahmt werden.

Florian Löw an der Weise-Orgel in der St.-Georg-Kirche in Plößberg.

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