11.12.2020 - 11:13 Uhr
PirkOberpfalz

Pirkerin verrät Familienrezept für Christstollen

Das Rezept für den Christstollen stammt von Elisabeth Baldaufs Mutter. Noch immer wird es in der Pirker Familie hochgehalten. Damit das Gebäck gut durchziehen kann, ist es höchste Zeit, mit dem Backen zu beginnen.

So sieht der fertige, brotförmige Christstollen aus:: Der dickere Teil wurde übergeschlagen und der Stollen nach dem Backen mit zerlassener Butter bestrichen und mit Puderzucker bestreut.
von fsbProfil

Viele Frauen backen auch heute noch ihren Christstollen selbst trotz aller Angebote in den Geschäften. So macht das auch Elisabeth Baldauf. Sie hat es von ihrer Mutter Hedwig gelernt und bäckt mehrere Weihnachtsstollen für sich und die Familien ihrer beiden Töchter.

Das Weihnachtsfest mit dem Heiligen Abend gehört für Elisabeth zu einer ihrer schönsten Kindheitserinnerungen: "Schon in der Adventszeit duftete es im Haus nach Plätzchen und Stollen, der nach altem Brauch und überliefertem Familienrezept mit großer Hingabe und Muskelkraft von meiner Mutter geknetet und gebacken wurde." Fünf bis sechs Stück für die Familie mit vier Kindern waren das Jahr für Jahr. "Meine Töchter Martina und Ulrike feiern mit ihren Familien auch heute Weihnachten wie zu Großmutters Zeiten und dazu gehört eben ein selbstgebackener Christstollen."

"Mehl, Butter, Zucker und Rosinen dazu - fertig war der Teig im Nu. Nun noch schnell in Form gebracht und im Ofen gut bewacht." So schnell und mühelos wie hier gedichtet, wird ein Christstollen nicht hergestellt. Dazu bedarf es schon noch einiger mehr Zutaten und Arbeitsgänge.

In einem Heft ist das handgeschriebene Rezept der Mutter aufnotiert.

Den "Weihnachtsstollen nach Mutters Art" bäckt Elisabeth Baldauf nach dem Rezept, für das sie die Zutaten in Handschrift in einem Heft notiert hat. Zunächst übergießt sie die Rosinen in einer Schüssel so mit Rum, dass sie sich in der Flüssigkeit befinden. Dann lässt sie alles zugedeckt etwa eine Stunde – oder auch über Nacht – durchziehen.

Für den Teig das Mehl in eine größere Schüssel geben und es in einer Mulde im Mehl mit etwas lauwarmer Milch und der Hefe zu einem so genannten "Dampferl" verrühren. Die Oberfläche leicht mit Mehl bestäuben und die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken. Das Dampferl etwa eine Viertelstunde im Warmen gehen lassen.

Danach kommen Zucker und die Butter in kleinen Stücken dazu sowie die Eier und die restliche Milch. Baldauf würzt das Ganze nach Bedarf mit Kardamon. Nelken und einer Prise Salz und rührt den Teig mit der Knetmaschine durch, bis er geschmeidig ist. Löffelweise die Rosinen (Wäibiarln), von denen die Flüssigkeit abgegossen wurde, die geriebenen Mandeln und Haselnüsse sowie die zerkleinerten Zitronat- und Orangeatstückchen und etwas abgeriebene Zitronenschale in den Teig einstreuen. Anschließend darf er zugedeckt an einem warmen Ort eine halbe bis zu einer Stunde gehen.

Dann den Teig mit der Hand nochmals durchkneten, einen länglichen Laib formen, mit dem Nudelholz über die lange Seite zur Hälfte flach formen und den dickeren Teil darüberschlagen. Nochmals darf der geformte Teigling eine Viertelstunde gehen, ehe er bei 160 Grad Umluft im vorgeheizten Ofen 45 Minuten gebacken wird.

Traditionell streicht Elisabeth schließlich den warmen Laib mit zerlassener Butter ein und bestreut ihn dann mit Puderzucker. Der nun fertige Stollen soll in Form und Farbe an das in Windeln gewickelte Christkind erinnern. Damit das Aroma der Rosinen und Gewürze durch das Gebäck ziehen kann, sollte der Stollen rechtzeitig vor Weihnachten gebacken und erkaltet trocken und kühl aufbewahrt werden. Baldauf empfiehlt dafür einen luftdicht verschlossenen Plastikbeutel oder eine geeignete Blechdose. Der Kühlschrank ist ungeeignet, weil der Stollen dort zu trocken würde.

Ein Stollen ist eigentlich ein brotförmiger Kuchen aus süßem Hefeteig. Die älteste Quelle für das Wort findet sich in einem Schriftstück von 1329, in dem sich die Naumburger Bäckerinnung verpflichtete, zu Weihnachten ihrem Bischof Heinrich I. von Grünberg zwei Weizenstollen pro Bäcker zu entrichten. Dabei handelte es sich wohl um ein schlichtes Gebäck mit wenig Ähnlichkeit zu unserem Stollen. Im Mittelalter war er ein Fastengebäck und erst 1491 erlaubte es der Papst, Butter für die Stollen zu verwenden. Dem heutigen Grundrezept ähnlich könnte der etliche Meter lange Kuchen gewesen sein, den 1731 Kurfürst August der Starke bei einem prachtvollen Schaumanöver an die sächsischen Truppen verteilen ließ. Der berühmte Dresdner Stollen ist ein besonders gehaltvoller Stollen aus dem Großraum Dresden.

Die Zutaten für den Christstollen: geriebene Haselnüsse, Butter zum Bestreichen, Gewürze und Mehl (obere Reihe), Rosinen, Zucker, Eier und Zitronenschale (Mitte) sowie Butter, Mandeln und Orangeat und Zitronat
Zutaten:

Zutaten für einen Stollen

  • 1 kg Mehl, 150 g Zucker, 400 g Butter, 4 Eier
  • 80 g Hefe, 1/4 Liter Milch
  • 200 g Haselnüsse, 200 g Mandeln, 500 g in Rum eingeweichte Rosinen
  • 1 Prise Salz, 100 g Zitronat, 100 g Orangeat
  • je eine Messerspitze Kardamon und Nelken, etwas abgeriebene Zitronenschale
  • 100 g flüssige Butter zum Bestreichen sowie Puderzucker zum Bestreuen

Die Lieblingsplätzchen vom Fußballtrainer

Pfreimd

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.