11.08.2020 - 12:34 Uhr
PirkOberpfalz

Pirker Pappelallee gefällt

Ein ungewohntes Bild bietet sich seit dem frühen Samstagmorgen den Pirkern: Die landschafts- und ortsprägende Pappelallee gibt es nicht mehr.

von Redaktion ONETZProfil

Wegen der heißen Temperaturen begann ein achtköpfiges Team des Facility Managements der Firma Constantia und der Firma Landschaftspflege Hölzl frühmorgens mit den vom Gemeinderat beschlossenen Fällarbeiten der 17 Pappeln an der Westseite der „Richard-Hülsmann-Allee“. Mit einer Seilwinde am Traktor wurde jeder Baum festgehalten und mit Motorsägen abgetrennt. Schon bis etwa 8 Uhr waren diese Arbeiten beendet. Danach wurden die Baumstümpfe und die Wurzelstöcke mit einer Spezialmaschine ausgegraben und die Stämme und das Beiwerk im Bereich der Kläranlage zwischengelagert, wo sie in etwa zwei Wochen zu Hackschnitzeln zerkleinert werden.

Nach dem Bau einer neuen Logistikhalle mit Verlagerung des Sportgeländes ab 2017 musste eine Wasserleitung wieder auf Gemeindegrund verlegt werden. Da der notwendige Platz zwischen Straße und Grundstück sehr beengt war, mussten dabei einige große Wurzeln der Säulenpappeln an der Seite zur Halle hin abgetrennt werden. In Folge starben drei Bäume völlig ab und einige weitere wurden massiv beschädigt. Landschaftsarchitekt Gottfried Blank empfahl deshalb und auch wegen möglicher Gefahren bei Unwettern das Entfernen der in Mitleidenschaft gezogenen Bäume. Die Untere Naturschutzbehörde forderte eine Ersatzpflanzung sowie ein Pflanz- und Pflegekonzept.

Bürgermeister Dietmar Schaller konnte bei einem Gespräch mit der Geschäftsleitung der Firma erreichen, dass diese die Kosten der Baumfällung übernimmt. Die Gemeinde wird im Herbst an dieser Straßenseite 13 klimaresistentere Säulenulmen mit einem Stammdurchmesser von etwa 15 Zentimetern pflanzen, um den prägenden Alleecharakter zu wahren.

Wie der frühere Bürgermeister Georg Stahl vermutet, wurde die Anpflanzung einer beidseitigen Pappelreihe beim Bau der Straße zur 1920 gegründeten Firma Hueck & Cie. im Jahr 1932 durch Richard Hülsmann, Vetter des Firmengründers Oskar Eduard Hueck, veranlasst. Diese Pappelart wuchs schnell und sorgte so bald für ein grünes Straßenbild. Anfang der 1970er Jahre musste ein Großteil der hohlen und innen verfaulten Pappeln ausgetauscht werden. Im April 2013 wurden von einem Hubsteiger aus bei einem dreitägigen Einsatz brüchige Äste entfernt. Immer wieder brachen in den letzten Jahren morsche Äste ab und fielen auf die Straße. Auch auf der Ostseite der Allee sind mittlerweile zwei Bäume abgedörrt. Deshalb und wegen eines gleichmäßigen Erscheinungsbildes hätten manche Einwohner befürwortet, auch die Bäume an der Ostseite zu beseitigen und ebenso mit kleinen Ulmen anzupflanzen.

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