28.02.2020 - 19:34 Uhr
PirkOberpfalz

Pirker meistern Herkulesaufgabe

Der Richtbaum ist gesetzt. Zimmerermeister Hasl leert beim Richtfest für das neue Pirker Sportheim am Freitag sein Glas und zerschmettert es nach altem Brauch. Ein Meilenstein für die größte Baumaßnahme der Gemeinde.

Beim Richtfest des neuen Pirker Sportheims weht die Gemeindefahne. Ein wichtiger Abschnitt ist geschafft.
von fsbProfil

"Viele Stunden sind vergangen, seit man das Werk hat angefangen. ... Hier steht es nun in voller Pracht, durch fleißige Hände wahr gemacht, ... passgenau in der Form und der Gestalt, wohl gelungen ein Kunstwerk halt." Diese Worte aus dem Richtspruch des Zimmerermeisters Willi Hasl galten am Freitagmittag dem neuen Sportheim anlässlich dessen Richtfestes. Zusammen mit Holzbautechniker Georg Eigenseer auf dem Pultdachstuhl stehend, vollzog er den Brauch, um das Bauwerk vor Gewitter und allem Unheil schützen.

Bürgermeister Michael Bauer freute sich über den guten Besuch und lud zur Feier in die Mehrzweckhalle ein. Dort begrüßte er das Architektenteam um Stefan Kunnert, die Landschaftsarchitekten Gottfried Blank und Siegfried Lösch, die Vertreter der beteiligten Firmen, darunter Hasl, Hartinger, Schmidt und Wagner mit "Maskottchen" Helmut Tröger.

Rekord-Dimensionen

Zimmerermeister Willi Hasl (rechts) und Holzbautechniker Georg Eigenseer beim Richtspruch.

Bauers Gruß galt auch den Funktionären und "alten Fußball- und SpVgg-Leuten" , Pfarrer Jason Thomas, Dieter Schobert (VG) und Sandro Spickenreuther für die bautechnische Begleitung. Mit der finanziell und von der Dimensionen her größten Baumaßnahme der Gemeinde sei auf sie eine Herkulesaufgabe zugekommen.

Losgegangen sei es eigentlich im Oktober 2016 mit einem Anruf der Firma Constantia wegen einer Erweiterung mit einer Halle. Alle im Gemeinderat wollten, dass die Firma hier ihren Standort festigt, erweitert und ausbaut. Es gab von der ganzen Örtlichkeit her nur die Möglichkeit, dass diese Maßnahme auf dem alten Sportgelände der SpVgg durchgeführt werden kann.

Anfang Januar 2017 informierte Bauer den Vereinsvorstand mit der Devise: "Was der SpVgg genommen wird, bekommt sie wieder." Einig war man sich, die Kegelbahn zu integrieren, eine Stockbahn zu schaffen und ein neues Sportheim zu errichten. Wegen Zuschüssen vom Bayerischen Landessportverband übernahm die Gemeinde die Bauträgerschaft, wobei einige Monate ins Land gegangen waren. Etwa zeitgleich gab es einen ersten Entwurf mit Kosten von 9,5 Millionen Euro für das Sportheim und die Außenanlagen, der nicht realisierbar war. Nach einem Architektenwechsel wurde das Bauvorhaben auf etwa 5,5 Millionen Euro abgespeckt.

An Ostern 2019 begann die Firma Hartinger mit den Erdarbeiten, im Juni war Baubeginn des Sportheims durch die Firma Wagner und nun in der ersten Februarwoche wurden die Holzbauarbeiten durch die Firma Hasl in Angriff genommen. Nun könne der Innenausbau beginnen, müsse zeitnah die Verpachtung vergeben und die vertragliche Ausgestaltung der Benutzung der Sportanlagen geregelt werden.

Stimmiges Projekt

Architekt Kunnert sprach in seinem Grußwort von einem "sehr schönen Projekt, einem Gebäude, das sich trotz seiner Masse angenehm maßstäblich in die Landschaft einfügt", im nachhaltigen Holzbau und mit einer Beletage, einem 30 Meter langem Holzbalkon und toller Sicht ins Freie und auf die Sportplätze.

Landschaftsarchitekt Blank lobte die Fachkenntnis und Geduld der beteiligten Firmen. Im Untergrund der Sportplätze seien etwa 60 Kilometer Schläuche für das alternative Bewässerungssystem verlegt worden, mit dem enorm Wasser eingespart wird. Auch SpVgg-Chef Josef Schiesl freute sich, denn es gehe "eine lange Durststrecke ohne Vereinsgelände" zu Ende.

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