22.10.2020 - 13:15 Uhr
PirkOberpfalz

In Pirk Debatten um Grundstückssuche für Feuerwehrhaus

Der von Bürgermeister Dietmar Schaller angesichts der Pandemie geäußerte Appell, „Halt ma zamm“, wird gleich zu Beginn der Pirker Gemeinderatssitzung auf die Probe gestellt. Das Feuerwehrhaus sorgt für Diskussionen.

Das bestehende Feuerwehrhaus „Am Burgstuhl“. Noch ist unklar, wo die Feuerwehr in Pirk eine neue Bleibe bauen könnte.
von Redaktion ONETZProfil

Martin List (SPD), auch Kreisbrandinspektor, nannte die Anhörung zum möglichen Standort für ein neues Feuerwehrhaus den falschen Weg. Vorher müssten Gespräche mit Fachbehörden stattfinden, baurechtliche Vorgaben geklärt, DIN-Normen eingehalten und Alarmierungsfristen besprochen werden. Bürgermeister Dietmar Schaller meinte, er wolle dem Gremium seine Überlegungen und Ergebnisse zur Suche nach einem Grundstück, weshalb auch das Landratsamt schon angefragt habe, mitteilen. Der Antrag Lists, diesen Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, wurde mit 6:7 bei Gegenstimmen der Freien Wähler und von Anja Scharnagl abgelehnt.

Hintergrund des Tagesordnungspunkts: Die Gemeinde braucht wegen der Umwandlung der Werksfeuerwehr der Firma Constantia in eine Betriebsfeuerwehr, verbunden mit speziellen Fahrzeugen, ein neues Gebäude. Dazu hat Bürgermeister Schaller in seinen Vorüberlegungen und Kontakten mit Ämtern an der Kreisstraße nach Rothenstadt, unterhalb der Kläranlage, ein seiner Meinung nach ideales Grundstück gefunden.

Diese 2000 Quadratmeter große Fläche braucht einen Abstand von 40 Metern zur Autobahn und von 8 Metern zu beiden Seiten zur Stromleitung. Sie ist außerhalb des Ortes und doch ortsnah, ist im Besitz der Gemeinde und in der Nachbarschaft zur Firma Constantia, schilderte Schaller. Kanal, Wasser- und Stromversorgung seien ebenso gegeben wie genügend Parkfläche, ein Teich und ein Feuerwehrübungsgelände. Auch das Wasserwirtschaftsamt sehe kein größeres Problem, und eine Aufschüttung von etwa einem Meter sei absolut machbar.

Andreas Geiger sah die Möglichkeit, zusätzlich den Bauhof dort unterzubringen. Dieter Schwab (CSU) wollte andere Standorte nicht gänzlich außer Acht lassen, vor allem hinsichtlich möglicher kostspieliger Erdarbeiten. Für Geschäftsstellenleiter Schobert handelt es sich um einen Vorschlag, der in enger Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Feuerwehr abgestimmt werden müsse. Kämen hohe Kosten durch eine Bauleitplanung hinzu, müsse man eben abwägen. Einstimmig war das Gremium dafür, diese Option weiter zu verfolgen.

Errichtung des Sportparks: Dessen Fertigstellung geht zügig voran. Einstimmig befürwortete der Gemeinderat die Erweiterung der Straßenbeleuchtung am Friedhofsparkplatz um fünf Straßenlampen. Dafür werden für 11436 Euro für Leuchten ausgegeben, wie sie bereits im Umfeld stehen. Bei den Landschaftsbauarbeiten stand nochmals die Stiefelwaschanlage zur Debatte. Sandro Spickenreuther vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Schirmitz stellte Varianten mit fünf beziehungsweise drei Plätzen vor. Ein Nachtragsangebot der Firma Schmidt, Schirmitz, mit einer unterirdischen Lösung belief sich auf einen Bruttopreis von 12 192,44 Euro, zuzüglich Handbürsten mit Schlauch. Eine oberirdische Lösung der Firma Bockermann, Enger, vergleichbar mit der im Feuerwehrhaus, käme auf 8244 Euro. Ähnlich ein Angebot der Firma Faltenbacher, Pirk, für 8153. In der Diskussion schlug Andreas Geiger (FW) eine Möglichkeit ohne durchsichtige Überdachung vor. Josef Schiesl, zugleich Vorsitzender der SpVgg Pirk, erklärte, sein Verein stelle keine großen Anforderungen. Ihm sei das alles zu hightech; auf in Bundesliga-Niveau. Beim alten Sport-heim habe es als Stiefelwaschanlage zwei ausrangierte Blumentröge mit einer Wasserleitung gegeben. Gemeinde und Verein sollten sich zusammentun und eine kostengünstige Lösung finden.

Hildegard Schreier fand den Vorschlag gut, ergänzt mit einem optisch ansprechenden Design. Andreas Albrecht schlug eine Festlegung des Materialbudgets auf 3000 Euro vor. Spickenreuther erklärte, für den Schacht und die Erdarbeiten müsse man noch mit je 580 Euro rechnen. Die oberirdischen Arbeiten werden in Eigeninitiative mit selbst erbrachten Leistungen erbracht. Unisono war der Gemeinderat für diese neue, einfachere Variante.

Bauantrag Gemeinde Irchenrieth: Die Nachbargemeinde will für einen Waldkindergarten einen festen Bauwagen mit Vordach aufstellen. Das Gelände liegt im Staatsforst in der Gemarkung Enzenrieth, gegenüber dem DJK-Sportplatz. Dazu ergab sich eine längere Diskussion. Einige CSU-Gemeinderäte und Josef Kummer (FW) plädierten dafür, wegen möglicher finanzieller Belastungen wie zum Beispiel Winterdienst oder Verkehrssicherheit, eine Vereinbarung mit der Gemeinde Irchenrieth zu treffen. Tobias Forster (CSU) sah eine Konkurrenz zum Pirker Kindergarten. Bürgermeister Schaller und Geschäftsstellenleiter Dieter Schobert stellten klar, dass alles in einem Vertrag zwischen der Gemeinde Irchenrieth und dem Freistaat Bayern geregelt werde. Schließlich erteilte das Gremium mir 10:3 das gemeindliche Einvernehmen, mit dem Zusatz, dass der Gemeinde Pirk dadurch keine zusätzlichen Kosten entstehen dürfen.

Jahresrechnung 2019: Der Rechnungsprüfungsausschuss bescheinigte eine einwandfreie Führung der Konten und Buchungen. Feststellung als auch die Entlastung erfolgten einstimmig.

Die Fertigstellung des Sportparks geht allmählich ihrer Vollendung entgegen, so wie hier einer der drei neuen Tennisplätze.

In den Bekanntmachungen versteckte sich noch ein Aufreger: Mit Termin 31.12.2020 kündigte die Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG aus betriebswirtschaftlichen Gründen ihre Räumlichkeiten in der Gemeinde. Bürgermeister Schaller meinte, er habe in Gesprächen eine Verschiebung auf den 30. Juni 2021 erreichen können. Damit verschwindet auch der Geldautomat aus Pirk, was die Gemeinderäte bedauerten. Klaus Ermer schlug vor, die Gemeinde soll zum Erhalt der Bankfiliale in Pirk einen Betrag anzubieten. Auch Andreas Albrecht machte klar, dass eine Kofinanzierung für ihn kein Nogo wäre. Kämmerer Sven Lederer machte jedoch deutlich, dass einer Gemeinde laut Verordnung derartige Zuwendungen nicht erlaubt seien.

Falls möglich findet der Volkstrauertag heuer in abgespeckter Form statt: Nach Ende des Gottesdienstes wollen Bürgermeister und Pfarrer Ansprachen in der Kirche halten, ehe in aller Stille am Denkmal ein Kranz niedergelegt wird.

In der nächsten Sitzung wird der Sieger des Ideenwettbewerbs für den Namen des Gasthauses im Sportpark ermittelt. Eine Jury hat sechs Vorschläge ausgewählt.

Pirk hat eine Besonderheit

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