24.10.2021 - 12:51 Uhr
PirkOberpfalz

Lob aber auch Tadel bei der Sportpark-Einweihung in Pirk

Die Einweihung des Sportparks Pirks mit zahlreichen Bürgern hätte eine freudige Veranstaltung werden können. SpVgg-Vorsitzenden Josef Schiesl nutzte aber die Gelegenheit für einige Vorwürfe in Richtung Gemeinde und Verwaltung.

von Walter BeyerleinProfil

Bürgermeister Dietmar Schaller, Landrat Andreas Meier und Landschaftsarchitekt Gottfried Blank freuten sich bei der Einweihung des Sportparks Pirk über das gelungene Projekt. SpVgg-Vorsitzender Josef Schiesl nutzte diese Feier zu einem Angriff auf die Gemeinde und die Verwaltung. Michael Bauer, ehemaliger Bürgermeister, nannte die Worte des Vereinschefs eine „Frechheit ohnegleichen“.

„Heute ist der Tag gekommen, den alle Pirker herbeigesehnt haben“, leitete Gemeindeoberhaupt Dietmar Schaller seine Ansprache am Freitagnachmittag ein. Er erinnerte an die Vorgänge, die zur Verlegung der Sportanlage geführt haben, auch, dass dank eines Grundstückstausches und des Entgegenkommens der damaligen Grundstücksbesitzer die Errichtung des Sportparks möglich geworden sei. „Das Ergebnis, das wir heute sehen, sucht seinesgleichen“, sagte der Rathauschef. Jetzt könnten sich auf 37 000 Quadratmetern alle Generationen wohlfühlen, Entspannung beim Sport suchen und Zeit in der Begegnung mit Freunden verbringen.

Der Sportpark biete zwei Fußballfelder, drei Tennisplätze mit Tennishütte, eine Bundesligataugliche Vierbahnenkegelanlage, eine Sommerstockbahn, eine Festwiese mit 2000 Quadratmetern und einen „wunderschönen Kinderspielplatz“ mit einer Vielzahl an Geräten sowie eine 100-Meter Tartanbahn. Er erwähnte die Gastronomie, von deren Terrasse der Blick über den gesamten Sportpark möglich sei. Schaller dankte allen Sparten der SpVgg für die Geduld bis zur Fertigstellung des Sportparks. Das Gemeindeoberhaupt lobte aber auch seinen Vorgänger im Amt, Michael Bauer und den damaligen Gemeinderat für den Mut und Weitblick zur Verwirklichung dieses „tollen“ Projektes.

Architekt Stefan Kunnert ließ wegen beruflich bedingter Abwesenheit sein Grußwort von Bürgermeister Schaller verlesen. Kunnert ging vor allem auf die Vorbereitung des Grundstückes für die Bebauung ein. Trotz Corona mit seinen Einschränkungen und dem zunehmenden Mangel an Baumaterialien sei es gelungen, ein optisch ansprechendes und funktional durchdachtes Bauwerk zu errichten.

Lob des Landrats

Landschaftsarchitekt Gottfried Blank erinnert sich an die Anfänge der Planungen. Bereits im Frühjahr 2017 seien im Gemeinderat die Beschlüsse für die Aufstellung der Bebauungspläne gefasst worden. Am 31. Juli 2017 habe der Gemeinderat den Bebauungsplan „Sportpark“ beschlossen. Der Spatenstich erfolgte 2018. Eine Besonderheit der Sportplätze sei deren unterirdische Bewässerung mit Leitungen in einer Länge von rund 60 Kilometern. Ausdrücklich lobte Blank die Unterstützung durch die Gemeinde.

Landrat Andreas Meier hob hervor, dass die vergangenen eineinhalb Jahre bewiesen haben, dass der Mensch die Gemeinschaft brauche. Dazu gehöre auch die Ausübung von Sport gemeinsam mit anderen Menschen. Das gehöre mit zu den wichtigsten Aufgaben eines Sportparks neben dem breiten Angebot zur Sportausübung. Meier gratulierte der Gemeinde zum Mut für dieses große, tolle und innovative Projekt.

Josef Schiesl, Vorsitzender der SpVgg Pirk, erklärte dann: „Es ist heute ein besonderer Tag, der in die Geschichte der Gemeinde Pirk und in die Annalen der SpVgg eingehen wird“. Es sei aber nicht verständlich, dass die Sportfunktionäre nicht eingeladen worden seien. Als der Vereinsführung im Jahr 2017 der Verkauf des Sportgeländes an die Firma Constantia mitgeteilt worden sei, sei nicht mit einer „so langen Zeit“ der „Vereinslosigkeit“ zu rechnen gewesen, stellte er fest. Er merkte an, dass mit den Bauarbeiten ohne Spatenstich begonnen worden sei.

SpVgg nur noch Pächterin

„Mit dem heutigen Tag ist eine lange Durststrecke zu Ende gegangen.“ Schiesl dankte allen aktiven Sportlern, die die Geduld nicht verloren hätten. „Vier Jahre ohne Vereinszugehörigkeit, kein Sportheim, keine Plätze, verstreut in alle Himmelsrichtungen“. Lob fand der Vorsitzende für die Spartenleiter, dass sie es geschafft haben, in der „vereinslosen“ Zeit keine oder nur wenige Mitglieder zu verlieren. Schiesl dankte der Gemeinde, die den finanziellen Mehraufwand für die nicht zu nutzenden Sportstätten getragen habe. Er bedauere es persönlich sehr, jetzt nur noch Pächter der Sportanlage zu sein und die Selbst- und Eigenständigkeit verloren zu haben. „Alles, was meine Vorgänger mit den Mitgliedern, Förderern und Sponsoren an der Richard-Hülsmann-Allee in den letzten 70 Jahren erbaut und geschaffen haben, ist leider nicht mehr da.“

Die Aussage des damaligen Bürgermeisters, alles eins zu eins ersetzt zu bekommen, gelte nicht mehr, betonte der Vorsitzende. „Für mich ist die Umsetzung in dieser Weise nicht erfolgt, wir sind nur Pächter, nicht der Hausherr wie auf der alten Anlage.“ Die Zahlung der Pacht werde eine große Herausforderung. Deutlich fragte Schiesl, warum niemand mit der SpVgg Pirk zur Aufstellung eines gesunden Finanzierungsmodells gesprochen habe. „Stattdessen hat man uns die Bauträgerschaft entzogen.“ Der damalige Gemeinderat sei sich der Höhe der Pacht nicht bewusst gewesen und habe deshalb diesem Weg zugestimmt. „Was bleibt ist ein fader Beigeschmack, den wir monatlich spüren werden“. Schiesl fragte auch, warum der Verein nicht in verschiedene Bauphasen mit einbezogen worden sei.

Fahnenweihe im kommenden Jahr

Freudig aber dann die Mitteilung Schiesls, dass der Verein seit dem gestrigen Tag im Besitz seiner neuen Vereinsfahne sei. Die Fahnenweihe werde im nächsten Jahr stattfinden. Der Beifall zum Schluss galt wohl dem Wunsch Schiesls nach einem weiteren schönen Tag bei der Feier, denn nicht wenige Mitglieder hinterfragten am Ende den Sinn der Angriffe auf die Gemeinde und Verwaltung.

Michael Bauer, ehemaliger Bürgermeister, gab gegenüber Oberpfalz-Medien umgehend eine Erklärung ab: „Die Ausführungen vom Vorsitzenden der SpVgg Pirk waren zum einem völlig deplaziert und zum anderen waren sie eine Frechheit ohnegleichen.“

Pfarrer Jaison Thomas und Religionspädagogin Gabi Mehlan segneten den Sportpark mit seinen Anlagen. „Der Sport ist der Kitt unseres Gemeinlebens“, sagte der Geistliche. Im Sport können Freunde fürs Leben und ein Stück Heimat gefunden werden. Der Sport diene nicht nur dem gesundheitlichen Wohl, er fördere auch die Gemeinsamkeit. Die Blaskapelle Flossenbürg umrahmte die Feierlichkeit.

Sportpark Pirk ein Prestigeprojekt

Pirk

„Alles, was meine Vorgänger mit den Mitgliedern, Förderern und Sponsoren an der Richard-Hülsmann-Allee in den letzten 70 Jahren erbaut und geschaffen haben, ist leider nicht mehr da.“

SpVgg-Vorsitzender Josef Schiesl

 

 

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