29.11.2020 - 13:45 Uhr
PirkOberpfalz

Der Corona-Pandemie in Pirk den Marsch blasen

Die Bläserklassen der Josef-Faltenbacher-Schule müssen improvisieren. Aber das können sie.

Leiterin Kerstin Kiener beim Einzelunterricht hinter einer Glasscheibe mit ihrem Schüler Emre.
von fsbProfil

"Nichts kann zum Verständnis der Musik mehr beitragen als selbst Musik zu machen." Dieses Zitat von US-Komponist Leonard Bernstein wird mittlerweile im dritten Jahr von der Josef-Faltenbacher-Mittelschule beherzigt. Zum Schuljahr 2018/19 entstand die erste Bläserklasse aus zwölf Fünftklässlern. Sie sind mittlerweile in der siebten Klasse. Im Schuljahr 2019/20 folgten 19 Musiker, die jetzt in die Sechste gehen, und seit Beginn dieses Schuljahres üben 20 Fünftklässler erfolgreich an verschiedenen Blasinstrumenten.

Statt des lehrplanmäßigen Musikunterrichts mit zwei Wochenstunden haben die Schüler der 5. und 6. Klasse Unterricht am Instrument, die Siebtklässler im Rahmen des Wahlpflichtfaches Musik. Zusätzlich wird den Sechst- und Siebtklässlern Privatunterricht von Ausbildern der Pirker Blaskapelle erteilt.

Die Bläserklassen an der Pirker Schule sind ein im Landkreis einzigartiges Projekt. In der gesamten Oberpfalz gibt es nur sechs Schulen mit dieser Einrichtung. Projektpartner sind die Universität Erlangen mit dem Konzept "klasse.im.puls" und die "Pirker Blechmusi", mit derem Nachwuchs "Pirker Blech-Frösch". Eine Bläserklasse ist eine Unterrichtsform, in der jeder Schüler ein Blasinstrument systematisch erlernt und dabei von Anfang an in einer Gemeinschaft musiziert.

Doch seit den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat sich bei den drei Bläserklassen vieles geändert. Wurde vorher an jedem Schultag zu Beginn etwa 20 Minuten im Zusammenspiel geübt, muss das nun entfallen. Es gibt weder ein gemeinsames Spiel der Bläserklassen noch der "Blech-Frösche". Und damit bleiben momentan nur wehmütige Erinnerungen an schöne Auftritte wie die Gestaltung der Ostermesse, des Maifestes der Schule, der Aufstellung des Kirwabaums, des Adventsmarktes und von schulischen Gottesdiensten.

Etliche Auftritte bei Terminen der Schule oder der Vereinsgemeinschaft 2020 mussten abgesagt werden. Der Probenunterricht wurde ausgesetzt und auf Video-Unterricht umgestellt. Die Leiterin der Bläserklassen Kerstin Kiener erzählt: "Wir üben momentan mit den Fünftklässlern jeden Dienstagnachmittag im 15- bis 20-minütigen Einzelunterricht in verschiedenen Räumen Weihnachtslieder ein, damit die Kinder wenigstens am Heiligen Abend zu Hause einen Auftritt haben."

Wer nicht zum Vorspiel dran ist, macht im Betreuten Lernen seine Hausaufgaben. Kerstin Kiener wird beim Einzelunterricht von Daniela Ermer (Saxofon), Erwin Kiener (Klarinette) und Heike Schieder (Tuba) unterstützt. Für alle Proben gilt: regelmäßig lüften, Abstand halten, und wenn der Lehrer nicht mitspielt, trägt er seine Alltagsmaske.

Musikschüler und Lehrer sind durch eine Glasscheibe oder eine Plastikfolie voneinander getrennt. Wenn näherer Kontakt notwendig ist, um etwa einen bestimmten Griff zu zeigen, werden vorher die Hände desinfiziert. Doch die Begeisterung ist den Musikschülern nicht genommen. Lucy, die Saxofon spielt, gefällt "einfach alles" an der Bläserklasse. Emre, dessen Schwester in der 7. Jahrgangsstufe der Bläserklasse ist, eifert dieser nach und übt selbst in den Ferien ganz fleißig mit seiner Trompete.

Unterricht mit Abstand: Erwin Kiener übt mit Klarinettistin Mia.
Julia beim Üben an der Tuba.
Linda übt am Saxofon mit Daniela Ermer Stücke im Fünftonraum.
Wie ihre Mitschülerinnen findet Lucy an der Bläserklasse "alles gut."

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